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wehdwinde

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wehdwinde

Bd. 28, Sp. 67
wehdwinde , f. nd. name mehrerer schlingpflanzen, von Frischbier 2, 460 als 'weidenwinde, winde die sich um die weidenruten schlingt', gedeutet, doch widerstreiten die ags. formen wiþowinde, widubindae, jünger wuduwinde Bosworth-Toller 1255a. 1279a, corpus gloss. lat. 5, 367, 31. 398, 54, die als ersten bestandtheil ags. wudu, älter widu 'holz' erweisen, sich dem in nd. ortsnamen häufigen -wede 'hain' vergleichen und ein hd. wietewinde erwarten lieszen. während winde als pflanzenname erst in spätahd. zeit bezeugt ist (Björkman zs. für d. wortf. 3, 307), erweist die zusammensetzung seine existenz schon vor der auswanderung der Angelsachsen (Löwe in Kuhns zs. 39, 296). 11) die 'sich um das holz windende pflanze' ist seit dem 8. jahrh. das geiszblatt, so ags.: Bosworth-Toller 1279a, Skeat princ. 1, 409; asächs.: caprefolium withewinde Steinmeyer-Sievers 3, 719, 41 aus cod. Cheltenham. 7087, 12. jahrh.; mnd.: wedewinde caprifolium, periclymenon Lübben-Walther 567b; nnd. lonicera wäerwind Focke abh. des naturw. vereins Bremen 5, 437 (aus Rotenburg a. d. Wümme); ahd. als entlehnung: caprifolium, wideuuinda Steinmeyer-Sievers 3, 471, 24 aus cod. Bonnensis 218, 11. jh. 22) seit dem 9. jahrh. für epheu, der hd. mit congruentem namen baumwinde heiszt, ags.: volvola uuidubindae, herba similis hedere que uitibus et frugibus circumdari solet corpus gloss. lat. 5, 398, 54; mnl.: wedewinde hedera horae belgicae 7, 123 aus dem voc. copiosus, Löwen um 1483; ingroen, ewich of weminde hedera das. 47 aus der gemmula voc. Antwerpen 1490; wedewinde vetus haedera Kilian 789a; mnd.: edera wedewinde Diefenbach gloss. 194c aus e. lat.-nd. voc. von 1420; edera wedwinde aus der gemma gemm. Köln 1507 u. s. w.; wedewinde vel iflof hedera Schiller-Lübben 5, 648a aus e. voc. Halberst.; Lübben-Walther 567b; in hd. umgebung: wedewinde hedera Schmeller2 2, 857 aus cgm. 729 f. 173; entstellt im 12. jahrh.: hedera .i. wende (lies: wedewinde?) Steinmeyer-Sievers 3, 589, 41. 33) eine dritte bedeutung 'rainweide' beschränkt sich aufs mnd.: ligustrum ... wedewinde vel megede blome Schiller-Lübben aus e. voc. Engelhus., in hd. glossaren nur als entlehnung: wederwinde ligustrum Schmeller aus cgm. 729 f. 174; ligustrum wedewinde Diefenbach gloss. 329c aus e. voc. latino-germ. der Mainer kartause. 44) heute allein lebendig ist wehdwinde als 'winde'. schon ags. überwiegen die glosseme 'convolvulus, involuco, viticella, volvola', als 'zaunwinde' zeigt sich das wort in mnd. dichtung: de hert ... quam an enen dicken dorn, daran beworen sine horn mit brâmdore so bewunden, mit wedewinden ôk verbunden, dat se nicht komen ût ne kunden Gerhard v. Minden 26, 34 Seelmann. desgleichen in botanischer fachsprache: wedewynde, volubilis alba, volubilis minor Schiller-Lübben aus e. arstedygeboeck von 1483; in der neueren botanik als 'ackerwinde': wähdwinn convolvulus arvensis Nemnich 5, 620, auch 2, 1205; wedewinde, grosz, convolvulus arvensis. wedewinde, klein, polygonum convolvulus Frege versuch eines allg. bot. handwb. (1808) 2, 137. der versuch, eine andere convolvulacee als kleine wehdwinde auszuscheiden, schon im 13. jahrh.: cuscuta podagra wenge wide winde Steinmeyer - Sievers 3, 538, 52. in nnd. mundarten 'ackerwinde': wîewinde, wîewinge Woeste 324a; wiewind m. Frommann 6, 493 aus Lippe; wewinne 5, 300 aus Fallersleben; wê-, wîwinne Schambach 296b; wêdewinge Jecht 122b; wäwind, plur. wäwinn Danneil 244; wäerwind Focke 5, 433 aus Achim; wêdewing, wêdwing, wêdwinde Frischbier 2, 460 aus Samland und Friedland. allein steht weddwinn 'zaunwinde' bei Sibeth meckl.-vorpommersche ma. 105b; wihr-wihne convolvulus sepium Focke abh. des naturw. vereins Bremen 5, 447 aus Lengerich in Westfalen. 55) nur durch verwechslung mit wehdendung oder wehdwissel kann die bedeutung 'schierling' eingedrungen sein: cicuta, dat is wedewinde, vnde is eyn krut vtermaten kolt ... drunke eyn mynsche dat crud, he mosde steruen ... dyt crud dranck de grote Socrates Schiller-Lübben aus dem kräuterbuch Wolfenb. hs. 23, 3 f. 21b. 66) in der heilkunst hat der wehdwindensaft eine rolle gespielt: daz saff von der wedwinden Schmeller aus cgm. 592 f. 40; wedewindensap als medicin Lübben-Walther 567b.
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    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wehdwinde , f. nd. name mehrerer schlingpflanzen, von Frischbier 2, 460 als ' weidenwinde, winde die sich um die weidenr…

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Cotta, M. (2026). „wehdwinde". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wehdwinde/dwb
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Cotta, Marcel. „wehdwinde". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wehdwinde/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wehdwinde". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wehdwinde/dwb.
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