Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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wehdendunk, m. ein nd. name des schierlings. man hat zusammensetzung mit ungel 'schmiere, talg' vermuthet, doch ist die zerlegung in wehden-dunk sicher aus dem vergleich mit gleichbedeutendem wodescherne (ahd. scarno 'schierling') bei Schiller-Lübben 5, 758b, Steinmeyer-Sievers 3, 596 anm. 4 und wehdwissel unten. im 15. 16. jahrh. herrschen die formen wodendunk, wodendungel: wodendunk, aconitum voc. Oldenburg. bei Schiller-Lübben; wodendunk -dungel 'schierling, cicuta, aconitum' Lübben-Walther mnd. handwb. 566b. 591a; etlike vorgifftige krüdere sint dem minschen ein dödtlick vorgifft, alse cicuta wodendungel, dar men etlike lüde tho Athenen hefft plegen henne tho richtende Meiger de panurgia lamiarum (Hamburg 1587) 1 c. 6; woddeldung oenanthe Focke abh. des naturwiss. vereins Bremen 5, 438 (aus Hadeln 1878). diese formen vereinigen sich mit nnd. wêdendunk, wenn man den ersten bestandtheil des worts zu asächs. wôdian zieht: 'wütend machender dunk', wie wutschierling, wüterich (weitere parallelen bei Hoops aengl. pflanzennamen 51). das zweite glied ist ags. þung m. 'aconite, poisonous plant' Sweet dict. 185a, Hoops 83 f., das asächs. im 12. jahrh. begegnet: luparia thunc Steinmeyer-Sievers 3, 719, 50 aus cod. Cheltenham. 7087. die bedeutung des simplex schwankt zwischen verschiedenen giftkräutern: ἀκόνιτον ist 'sturmhut, eisenhut', luparia 'λυκοκτόνον unde lupi moriuntur' corpus gloss. lat. 3, 568, 19 ff. bei wehdendunk weicht die bedeutung nach anderen doldengewächsen aus: wedendünk 'chaerophyllum hirsutum' Frege versuch e. allg. botan. handwb. (1808) 2, 137; 'ch. bulbosum' weddeldung Focke 5, 432 (Hadeln); 'oenanthe' wierendungel 5, 438 (st. Jürgen); 'comarum palustre' weëndungel 2, 255 (Oberneuland); kleinwedendunk 'pferdekümmel, oenanthe phellandrium Frischbier 2, 460. im ganzen steht aber die bedeutung 'giftiger wasserschierling, cicuta virosa' fest: Dietrich vollst. lexikon der gärtnerei (1803) 3, 96; Liechtenstern sachwb. (1834) 10, 288; Frischbier 2, 459; Focke 5, 433 (Heinmühlen), auch für die contrahirte form weding im Ermland ders., weëndungel im bremischen: weëndungel ein kraut welches an morastigen örtern wächst, und wenn es mit der wurzel von den schweinen gefressen wird, derselben todt ist. daher haben einige das sprichwort von einem bösen weibe oder andern boshaften menschen: ik kenne dat kruud, sede de düvel, do hadde he ween-dungel freten brem. wb. (1771) 5, 218. — die bes. giftige wurzel in der zusammensetzung wêdungelenwortel Lübben-Walther 567b; so heft eyn stucke van eyner wortel dar gelegen, welker dat eyne kynt vpgenamen vnd daraf gegeten vnd den anderen beyden ok gegeuen. auerst de kynder synt tor stunt krank geworden, vnd eyn strax dot gebleuen ... men mende, yt were eyn stucke van eyner wedungelen wortel gewest. hamb. chroniken in nsächs. sprache 449 Lappenberg (1552).
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschwehdendunkm.
Grimm (DWB, 1854–1961)
wehdendunk , m. ein nd. name des schierlings. man hat zusammensetzung mit ungel ' schmiere, talg ' vermuthet, doch ist d…
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Kompositum 4
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