wegtraben: denn er stillschweigend alsdann von mir wegtrabt Kirchhof
wendunmuth 2, 383
Österley; so frisch ich weggetrabet, so frisch trab' ich zurücke. Herder 25, 187
Suphan. über etwas: lustiger freylich mag sich's haben, über anderer köpf wegtraben. Schiller 12, 53 (
Wallenst. lager 11).
wegtragen, 11)
von einem orte anderswohin tragen: asportare, deportare, deferre. voc. inc. teut. C 4
a. 1@aa) der feint einer entlieff in und trug zwien pfeil in im wegk
städtechr. 2, 199, 22 (
Nürnberg 1450); es werden viel todter leichnam ligen an allen orten, die man heimlich wegtragen wird
Amos 8, 3; die gäste ... schöpfften ein grausen ob der speysz, dasz sie es wecktragen lieszen Abr. a S. Clara
etwas für alle 2, 168; indesz tragen die tänzerinnen tisch und stühle weg Göthe 12, 357; ich bin allein genug, der göttin bild auf wohlgeübten schultern wegzutragen. 10, 68 (
Iphigenie 4, 4).
als gewinn, als beute mit sich nehmen: birg in (
den schinken) dar in wol ... und sprich, er sî dir wec getragen.
mære vom bachen 43,
zeitschr. f. d. alt. 7, 103; es kam ein lewe und ein beer, und trug ein schaf weg von der herde
1. Sam. 17, 34; was dir lieblich ist, sollen sie in ire hende nemen und wegtragen
1. kön. 20, 6; wie man auch ... vil ertz in köbern ausz disen gebirgen weggetragen hat Mathesius
Sarepta 95
b; im sprichwort thut man sagen: unrecht gut verwelcket wie grasz, lasz sies stehlen, wegtragen. A. Kritzelmann
Fischer-Tümpels kirchenlied 2, 19; dann wer auffsetzt, der mus es wagn, das ander leut das geldt wegtragn. Krüger
Clawerts werckl. hist. 22
neudr. 1@bb) jemand wegtragen: wer die schlacht recht will gewinnen der sauff und weich nicht von hinnen, bisz man in wegtrag. Philander 2, 213; wer ihn (
Jesus) dan hät entstohlen, wer ihn getragen wegk, gleich dem dan auff die sohlen ich wär gefolget keck. Spee
trutznacht. 65; früh morgens trugen sie sie auf baaren von birken und haseln weg. Herder 25, 488
Suphan; traget von der entweihten altar den blutigen staub weg, weg das starre gebein. Klopstock
oden 2, 81, 22
Muncker. '
bestatten': so bald er nur ist weggetragen, weisz man nichts mehr von ihm zu sagen. Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. 151. 1@cc)
als subject erscheint auch wasser, wind
udgl.: als im ein teil einer wisen ... das wasser enweg getragen und gefüert hat
rechtsquellen des kantons Argau 3, 280, 11 (1425); von dem dache hatte der wind einen theil weggetragen, dasz der regen eindringen konnte Stifter 4, i, 193. 22)
bildlich und übertragen in bez. auf abstracta: ja, ja, die zeit trägt auf geschwinden flügeln mein unglück weg und meine ruh heran. Haller
ged. 7
Hirzel; du trägst sie alle mit dir weg, meine ganze seligkeit Göthe 9, 139 (
geschwister).
meist in der bed. '
als gewinn davontragen, erlangen' (
frz. emporter): der sieg ist weggetragen, der todt hat nicht mehr statt. Sacer
Fischer-Tümpels kirchenlied 4, 494; wer weisz, wer noch den sieg wegträgt, wer weisz, wer noch den andern schlägt? Opel
u. Cohn
30jähr. krieg 102, 17; soll ich ... von seiner jugend sagen, wie er der weiszheit schatz von schulen weggetragen? König
ged. 170; du trägst den doctor-hut, der ehre güldnes vliesz als andrer Jason weg. Neukirch
anfangsgründe d. teutschen poesie 107; der thäter hätte nicht das leben weggetragen. Lange
bei Gottsched
d. schaubühne 1, 342; und jetzt ... soll dieser kaiserliche jüngling den frieden leicht wegtragen. Schiller 12, 301 (
Wallenst. tod 3, 15); die einzige ausbeute, die wir aus dem kampf des lebens wegtragen, ist die einsicht in das nichts. 13, 273 (
jungf. v. Orl. 3, 6). 33)
selten ist sich wegtragen '
sich wegmachen': wenn meine theure hälfte sich nicht bald wegträgt, so habe ich wohl eher lust voranzugehen Sonnenfels 4, 461.
wegträumen, träumend hinbringen: wenn ein junger, edler, feuriger mann schon in jahren, die andre noch als pflanzen wegträumen, mann fürs vaterland ist Herder 9, 476
Suphan; meine bestimmung liesz mir bisher viele stunden übrig, die ich froh war so wegträumen zu können Klinger
theater 1
vorr. 8; du magst träumen, knabe, ... aber du darfst das leben nicht ganz wegträumen Raabe
die leute a. d. walde 2, 58.
beseitigen: denn solang die lebensquelle an der lippen rande schäumt, ist der jammer weggeträumt, fortgespült in Lethes welle. Schiller 11, 395 (
siegesfest).
wegtreiben. 11)
trans. von einem orte anderswohin treiben (von etwas): 1@aa)
von menschen und thieren Diefenbach
gl. 3
a abigere, 174
e depellere, 250
a fugare, 463
b profugare, enweg-, weg-, triben, treiben; die aber abweichen auff ire krumme wege, wird der herr wegtreiben mit den übelthettern
ps. 125, 5; so hab ich doch kein hertz zu diesem volck, treibe sie weg von mir, und las sie hinfaren
Jer. 15, 1; das wir in (
den teufel) wegtreiben und zu rück schlahen Luther 34, ii, 379, 25; bey den tauben sol man allwege den wannenwäher haben, denn derselbige beschirmet sie und treibt die habicht von den tauben weg Heyden
Plinius 465; (
der prophet) lieff ... durch die statt und ruofft, es hett ein gott ... befohlen, dasz er die feinde von der statt wegtreiben solte Kirchhof
wendunmuth 1, 571; dieser (
der bettler Arnaios) kam, Odüsseus von seinem eigenen hause wegzutreiben; er schalt ihn. Voss
Odüssee 18, 9.
namentlich '
als beute mit sich forttreiben': daʒ ir dâ vorwâre slûgen tôt dî heidin und tribbin wec mit vreidin in êwic gevencnisse ... bî zwênzic tûsenten vil nâ.
N. v. Jeroschin 25903
Strehlke; sie hatten aber niemand getödtet, sondern weggetrieben
1. Sam. 30, 2; menschen in die sclaverey wegtreiben Ludwig 2411; David ... streit wider die Philister, und treib inen ir vieh weg
1. Sam. 23, 5; sie treiben der waisen esel weg
Hiob 24, 3; als nun die Araber deine rinder und eselin wegtrieben Schupp
schriften 168; dem frechen buben, der die ochsen mir, das treflichste gespann, vor meinen augen weg wollte treiben auf des vogts geheisz, hab' ich den finger mit dem stab gebrochen. Schiller 14, 294 (
Tell 1, 4); bald steigt von dorf und mühle die flamme blutig roth, die herden weggetrieben, die hirten liegen todt. Uhland
ged. (1898) 1, 284. 1@bb)
als subject erscheinen auch wind, wetter
und andere kräfte in der natur: es wirt sie ein wind wecktreiben, dem sie nit widerstehen werden Nas
das antipap. eins und hundert 3, 72
b; endlich trieb ein schneller ostwind die wolken weg Miller
Siegwart 2, 309; wie ein wolckenbruch ... die mühle ... mit einem statlichen vorraht weggetriben hette Pape
bettel- u. garteteuffel L 5
b; das ein jeder ... guter magnet ... an einer seiten das eisen an sich ziehe, an der andern dasselbige von sich blase oder wegtreibe Mathesius
Sarepta 79
b; die vitriolsäure treibt die salpetersäure weg Jung Stilling 5, 111; schwungkraft, die den körper ... vom mittelpunkt des kreises, den er beschreibt, wegtreibt v. Schubert
verm. schr. 1, 18. 1@cc)
ferner abstracta '
veranlassen sich zu entfernen': es ist nicht die furcht einer unhöffligkeit und feindschafft, die dich so von mir wegtreibet, es ist deine begierde zur wollust und müsziggang Ch. Thomasius
auszübung der vernunfft - lehre 13 (1691); ich habe einen verdrusz gehabt, der mich von hier wegtreiben wird Göthe 19, 101; reue treibt mich weg von diesem anblick. 9, 346 (
Mahomet 1515); dasz uns keine gewalt noch list von dem Friedländer weg soll treiben. Schiller 12, 56 (
Wallenst. lager 11); was treibt ihn treulos weg von seiner pflicht? O. Ludwig 3, 405 (
Makkabäer 5); ich bin unruhig, es treibt mich zur arbeit, und wenn ich arbeite, treibt's mich wieder weg Bauernfeld 2, 61 (
d. letzte abenteuer 3, 3). 1@dd)
auch abstracta als object '
vertreiben, beseitigen': die recht lassen zu gewalt mit gewalt wegtreyben Luther 8, 545, 12
Weim. ausg.; das treybt das unczeliche geschwurm der heyligen dinst, walfarten, secten weg und wyrt Christum alleyne behalten 34, i, 39, 15; diser wein treibt wek als leid. Uhland
volksl. 593; damit wir nun den zanck und streit von uns mögen wegtreiben weit. W. Spangenberg
Sophocles Ajax 1798 (Dähnhardt
griech. dramen 2, 57); treibe banger zweifel wolke von des hörers seele weg. Schubart (1825) 1, 35. 22)
intrans. fortbewegt werden, vom wasser und dem was sich im wasser befindet: und weg treibt über alle pflanzungen der menschen der wilde strom in grausender zerstörung. Schiller 13, 308 (
Wallenst. tod 3, 18); wegtreiben, wie ein angebunden und los-geworden schiff Ludwig 2411; (
er) bemerkt ... nicht, dasz das boot unter dem kabeltau ... wegtreibt Smidt
tageb. e. nord. seemannes 138. —