wegschaben: (
Hiob) schabte sich mit einer scherben, damit er das eiter wegschabte und sich kratzte Schupp
schriften 167.
namentlich in einem buche, bildlich: der mühevolle krieger kampfbegabt, wenn er nach tausend siegen schmach erlitt, ist aus dem buch der ehre weggeschabt. vergessen ist was vormals er erstritt. St. George
Shakespeare sonnette 31.
refl. weggehen (
mhd. sînen wec schaben): der hencker hätte sie her gebracht, und sie solten sich auch in dessen namen wieder wegschaben Ch. Weise
polit. näscher (1686) 354.
wegschaffen. 11)
von seiner stelle befördern, bewirken, dasz etwas wegkommt. 1@aa)
von dingen: Stilling muszte alle drei tage dahin (
auf die güter) gehen, um die fertigen waaren wegzuschaffen Jung Stilling 1, 240; der stein ist dorther, aber ich habe sämmtliche stücke weggeschafft und sie hier oben verwahrt Göthe 24, 58
Weim. ausg.; schafft diese waffen weg! Schiller 3, 118 (
Fiesko 4, 7). von, aus: der herr ... schaffte das unzifer weg von Pharao
2. Mos. 9, 31; und offt kost es grosze mühe, eh man so ein misthäuffgen von der thüre wegschaffen kan Ch. Weise
drey klügste leute 68; dann erstlich wird die bagage und baarschafft aus dem lager weggeschafft, ehe es zum haupttreffen kommt v. Fleming
vollk. t. soldat 320; ich habe mich also entschlossen, ein vomitif einzunehmen, welches sehr viel galle aus meinem magen wegschafte Schubart
briefe 2, 165
Strausz. die bed. geht oft in die von '
beseitigen'
über: sie waren stark in der arbeit begriffen, den morschen kalkfelsen theils wegzuschaffen, theils zu befestigen Göthe 19, 231.
bes. etwas schädliches: nach dem dunklen fleck, den alles putzen nicht hatte wegschaffen können Fontane I, 1, 90.
so namentlich von geistigem: vormals hast du mit genaden, groszer gott von groszer kraft, allen hertzbetrübten schaden von Israel weggeschaft. Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. 53; ich will die müdigkeit, die dich auf der reise befallen hat, wegschaffen, dasz deine kniee wieder stark und muthig werden Herder 18, 274
Suphan; den krausen sinn haben sie dir nicht wegschaffen können Fontane I, 6, 9. 1@bb)
von menschen: der jäger kam mit einigen leuten zurück, und machte anstalt, den verwundeten wegzuschaffen Göthe 22, 55.
auch nur '
machen, dasz jemand weggeht, wegtreiben': die, so durch satzungen geengstet werden, wil ich wegschaffen, das sie von dir komen
Zeph. 3, 18; der soll ... solche geschenckte und nit geschenckte handwerck zetreiben nit zuogelassen, sonder auszgetriben und weggeschafft werden
bair. landtsordnung (1553) 128
a; ich hätte Lydien schon gerne weggeschafft, denn sie nutzt hier gar nichts Göthe 23, 27; stracks, Achmet, schaff sie weg; eh ihr verspritztes blut des sohnes hand befleck'. v. Lohenstein 1,
Ibrahim sultan 13; schafft den Peliden weg von diesem platze. H. v. Kleist 2, 28 (
Penthes. 1)
E. Schmidt; der jesuiten ord und stand sollt ihr wegschaffen aus dem land. Opel
u. Cohn
30jähr. krieg 333; das sie iren predicanten ... alsbald unwegerlich von der stad wegschaffen und urlauben Rätel
Curäi chron. d. h. Schlesien 526.
einen diener, beamten '
abschaffen, entlassen': das gesinde wegschaffen,
famulos dimittere Steinbach 2, 374; der könig hat ihn weggeschafft Ludwig 2410: nach dem aber oberkeit und gemeiner mann in einander wachsen wolten, ist
M. Steffan weggeschaffet, und an seine statt er Johann Bindmann ... angenommen Mathesius
Sarepta 135
b; dasz wir den spitzbuben von verwalter wegschafften, der ihn täglich betrügt
sammlung von schauspielen (
Wien 1764—69),
bd. 7,
d. verschwender 9; wo der gottheit statthalter (
priester) könige salbt und wegschafft Voss
antisymb. 112.
es kann sich auch die bed. '
aus dem wege räumen'
entwickeln: die königin den könig strafft, das er Johannem nicht wegschafft. Lobwasser
calumnia H 3
b; denn ist nur Humphrey todt, was bald wird seyn, und Heinrich weggeschafft, wird alles mein.
Shakespeare, Heinrich VI. 2.
th. 3, 1; sie vertraut ... Mortimer ... sich so gänzlich an, dasz sie ihm auftrag giebt, Elisabeth wegzuschaffen O. Ludwig 6, 296. 22)
fertig machen, von einer arbeit: seit ... ich die sämmtlichen ... zeitungen liegen lasse, ist es unsäglich, was ich für zeit gewann und was ich alles wegschaffe Göthe
an Zelter briefw. 5, 447
Riemer; was ich nicht gleich von der hand wegschaffe, bleibt lange bei mir liegen Hebbel
briefe 1, 121. —