weglangen,
in der nd. umgangssprache für '
wegholen, entwenden' Schambach 291. Bauer-Collitz 113
b.
weglassen. 11)
von sich lassen. 1@aa)
von personen, sich entfernen lassen, scheiden lassen: Ha. ach nein, ach nein, ach last mich wegk!
K. greifft zu, verlegt ihm weg und stegk! Hayneccius
Hans Pfriem 78 (v. 2412)
neudr.; also zog er bald von hinnen, wünschet allen gute zeit, so ihn mit betrübten sinnen und mit schwerem hertzeleid, als den redlichen weglieszen und getreu zu bleiben hieszen. Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. 431; ah mein sohn, warumb haben wir dich lassen wandern ..., wir hetten schatzs gnug gehabt, wenn wir dich nicht hetten weggelassen
Tob. 10, 6; meine charmante aber wollte mich nicht von sich weglassen Ch. Reuter
Schelmuffsky 33; der herr ... wollte den lord nicht eher weglassen, bis er ihm in seinem hause zuvor einige ehre erwiesen hatte C.
F. v. Moser
beherzigungen (1763) 365; wir trennten uns ungern von ihr (
der fürstin) und sie schien uns ungern wegzulassen Göthe 31, 189
Weim. ausg.; sollte mein guter wille einen Genueser miszvergnügt weglassen? Schiller 3, 22 (
Fiesko 1, 7). 1@bb)
von dingen '
ablassen',
z. b. blut weglassen: wenn im beginne stracks und oftmahls nacheinander die ader geschlagen und iedes mahl nur ein wenig bluhtes weggelassen wird, so werden dardurch viele bei dem leben erhalten Dapper
Africa (1671) 578
a; sie für schwachheit wegen des so viel weggelassenen blutes nicht selbst auff den füszen zu stehen vermochten v. Lohenstein
Arminius 1, 63
a.
von gütern, waren '
käuflich weggeben'
z. b. ein haus: so wil sich der rat von der stat wegen dorczu halden, sich der (
leer stehenden häuser) underwinden ... die beseczen unde frihe weglassen
urkundenbuch d. st. Freiberg 1, 152, 2 (1435)
Ermisch; anders als für zehn thaler kann ich das stück nicht weglassen Campe. 1@cc) weglassen
kann auch sein '
durch nichtkauf in eines andern besitz kommen lassen' Adelung: lassen sie ja den garten nicht weg; ich bin dem local sehr günstig, es ist auszer der anmuth auch noch eine sehr gesunde stelle Göthe
briefe 12, 38
Weim. ausg. ähnlich eine gelegenheit weglassen '
fahren lassen, nicht benützen': wirstu jetzund zu dieser zeit weglassen die gelegenheit. Lobwasser
calumnia F 5
a.
von einem rechtsmittel keinen gebrauch machen Hayme 1318. 22)
entfernt lassen, bei seite lassen: da musz man wohl die finger weglassen, sonst brennt man sich Fr. Müller 3, 235; von den organischen körpern also musz der chymiker seine hände weglassen, ... er kann sie zerstören, aber nicht hervorbringen v. Schubert
verm. schr. 1, 229; ich sag', lass' er die hand mir weg! was will er? H. v. Kleist 1, 439
var. (
zerbr. krug 12)
E. Schmidt; drauff sein drey finger zu maszen, der klein und daum weggelassen. Agricola
musica instr. deudsch 167; laszt noch die erde weg, bis ich sie nochmals in die arme fasse. (
springt in das grab.)
Shakespeare, Hamlet 5, 1; was redet ihr so viel von höhen! höhn! laszt weg aus eurem munde das stolze wort! Herder 12, 199
Suphan; last die complimenten nur weg oder unterwegen Ludwig 2405; daneben muszte man viel verstand haben, alles, was gering und gemein scheinen konte, zu meiden, und wegzulassen Bodmer
abh. v. d. wunderbaren 343; wer im ernst etwas erweisen will, thut wohl, wenn er dergleichen trugschlüsse wegläszt! Kretschmann 1, 34; laszt mir den staat und die staatsleute weg, ... ich kann mir sie nicht anders als in perrücken vorstellen Göthe 21, 149
Weim. ausg. daraus entwickelt sich die bed. '
auslassen, übergehen, nicht erwähnen': in meinem siebzehenten blatte ist aus versehen ein charakter weggelassen worden Rabener 1 (1751)
vorr. 62; dieses überlegt, hatte der graf Caylus vollkommen recht, die episode des Thersites aus der reihe seiner Homerischen gemählde wegzulassen Lessing 6, 515; ich nehme den satz an: aber die worte 'ich darf' und 'wie ich will', lasz weg! Herder 26, 296
Suphan; ich habe blos einige für mich zu gütige stellen weggelassen G. Forster 7, 220; wir lassen nur den eingang weg und geben übrigens das schreiben mit weniger veränderung Göthe 22, 141; dein register hat ein loch. du hast das gift weggelassen Schiller 2, 49 (
räuber 2, 2
sch.) —