wegelagern,
verb. weiterbildung von wegelagen,
wol unter einflusz des bei Luther
häufigen lagern,
im ostmd. bis ins 17.
jahrh. lebendig, meist mit einem persönlichen dat. oder acc. oder einer bestimmung mit auf
verbunden: daʒ er den begkermeystern wegegelogert hat des nachtes
urkundenbuch d. st. Freiberg 3, 203, 37
Ermisch (gewegelogert 204, 14); welcher burger oder auswirdischer den andern wegelagert, es sei bey tage oder nacht
rechtsdenkmale aus Thüringen 44, 10 (
Arnstadt 1543)
Michelsen; der kirchner zu Heynendorff, welcher den pfarrer zu Gaberndorff gewegelagert und jamerlich verwundet hat Diefenbach-Wülcker 896 (
Weim. archiv 1549); da nun diese die festunge Colayn verbey fuhren, hette sie Surmin gerne gewegelagert Schütz
hist. rer. pruss. 2, K 1
b; denn Petrus ist solchs wegelagerns verwarnet, und auff einen andern weg in die stadt gebracht worden Klee
berümter leut leben 2, 4; da macht sich des priesters bruder, ein bergknapp, auff und weglagert mit etlichen gesellen gemelten ritter vor dem wirtshausz, und schlug ihn mit seiner hand zu tode Rivander
festchronica (1591) 70
b; wird jemand überkommen, dasz er mutwillig mit gesammelter und gewafneter hand jemanden gewegelagert hätte, binnen oder bauszen der stadt, es sei auf der strasze oder in einem hause, bei tage oder bei nachte
Danziger willkür (1598); allda hatten sich ein hauffen räuberisches, arabisches gesindlein zusammen rottirt, die uns weglagerten Scheidt
beschreibung der reise ... nach dem gelobten lande (1615) D 2
b; alleine der junge Tigranes liesz sich etliche meineydige Armenier verleiten, dasz er ... auf seinen vater wegelagern liesz v. Lohenstein
Arminius 1, 213
b; liesz das gantze heer ... über den Rhodan gehen und hinter einem walde den Allobrogern wegelagern 1, 956
b.
übertragen: des teufels weglagern im gebet Luther
tischreden 220
b randbem.; der teuffel wegelagert uns, als ein straszenräuber, dasz er uns ein bein unterschlage, und zu fall bringe Herberger
Jesus Sirach 36
a; sie die sich dem rhum gantz leibeygen ergeben hatten, wusten, das dise gifft auch uff die allerheiligsten menner wegelagerten Mich. Risch
paraphrases Erasmi uber das ewangelium Joannis (1524) C 4
b.
das veraltende wort fehlt in den wörterbüchern des 17.
und 18.
jahrh. (Schottel 1647
hat verweglageren),
erst Campe
nimmt es wieder auf, nachdem es zu seiner zeit, mit wegelagerung (
s. d.),
von neuem in gebrauch gekommen war. jetzt durchaus geläufig, aber nur absolut gebraucht: selbst ... nach der rettungsschlacht von Leipzig ... bleibt die wallfahrt nach unsers volkes deutschthum voll wagnisz ..., weil unholde aller art ... weglagern Jahn
merke 19; Roger gerieth dabei mehrere male in so bedrängte umstände, dasz er ... nicht blosz wegelagerte und kaufleute plünderte, sondern auch ... pferde stahl Raumer
gesch. d. Hohenstaufen 1, 574; die ritter, welche vom stegreif lebten und wegelagerten, wuszten wenigstens was sie thun und treiben sollten, um zu existiren Riehl
naturgesch. des volkes 2, 298.
übertragen: zum glück wegelagerte ein cicerone in der nähe, welcher ... den dolmetsch machen und die wiszbegierde des thorschreibers befriedigen konnte L. Richter
lebenserinnerungen 1, 127. —