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waschbläuel

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

waschbläuel m.

Bd. 27, Sp. 2214
waschbläuel, waschblauel, m. ein starkes, vorn breites und unten etwas muldig geschnittenes, mit einem stiel versehenes stück holz, mit dem man die nasse wäsche vor dem auswaschen schlägt Jacobsson 4, 594b. die form ist sehr schwankend; das 1. wort hat bei einigen, die nicht wäschen für waschen haben, z. b. H. Sachs und Ayrer, umlaut, also mit anlehnung an wäsche; das 2. lautet auch mit p an vgl. th. 7, 1934 pleuel neben bleuel; als vocal erscheint bei Mittel- und Norddeutschen auch au s. unten Schottel und Stieler, auch Zesen Helikon 1, L 3a hat waschblauel; älter wescheblûl Kolmarer handschrift 96, 48. schon ahd. ist weskinpluil 'fullonis vectis' Graff 3, 259 belegt; in frühnhd. glossaren: Diefenbach gl. 244b forulus, 336c lotex, 359c metellus, 478b quaxillum, waschblewl, waschplewl, weschplewl, weschbluel, weschebluel; wäschplawel, malleus lotorius Dasypodius 450b; waschblewel Apherdianus meth. disc. (1601) 193; waschplauel Stieler 192; waschbläuel Ludwig 2389, daneben waschpläuel 2390; waschbleuel Rondeau; waschbläuel Adelung. im 19. jahrh. veraltend: jede elende dienstmagd, wenn sie aus dem hause tritt und mit dem waschbläuel auf den flachen stein schlägt Dahlmann n. gesch. 2, 161. in idiotiken nur noch selten angeführt: waschbläuel Spiesz 275; waschbleuel (als erklärung von kloppspon) Strodtmann 106; wäschblöuel Martin-Lienhart 2, 151. schweiz. id. 5, 248. waschbläuel dienen den frauen als waffe: sie hat mir nun mein wehr gnummen und mit einem weschplewel glaust, das mirs maul grosz gschwal, wie ein faust. H. Sachs 5, 39, 19 Keller; das weib bald ein waschblewel nam und bisz ihre zeene zusam lieff und schlug zu mir gifftig ein. Froschmeuseler Q 6a; waschweiber ..., welche auf den beiden hintervierteln der gewesenen atzel so emsig mit waschbleueln gleichsam den schmieds-dreyschlag hielten Lindenborn Diogenes (1742) 2, 364; schon hatte sie den waschbläuel von der wand gezückt Stelzhamer ausgew. dicht. 4, 153 Rosegger. das wort erscheint gern in vergleichen mit anspielung auf den umfang: sein schuch sein wie ein weschplewl und wurn im eng, das er kaum kunt dyn gen, ytz mag er wol pis züm knye dryn sten. kleinere mhd. erzählungen 2, 102 (600, 18) Euling; als wäschplewl sind ir füsz. Hätzlerin liederbuch LXXVII, 104; sie hat zwen düene schenckel wie ein stadelseul, sie hat zwey füeslein geformirt wie ein weschplewl. H. Sachs fab. u. schw. 3, 37, 24 Götze-Drescher; dein arm geben zwen trüschelflegl ... dein hend und füsz geben weschbleyl. Ayrer 2708, 25 Keller. in bildlichen wendungen: denn eben hieraus ist klärlich zuersehen, dasz es ... der natur und zeiten verderbung beyzumessen, wenn bey vielen weder seiffe noch lauge noch waschebläuel fruchten will J. G. Rabener lehrgedichte (1691) 95. besonders mit anlehnung an waschen 'plaudern, klatschen': junge leute, kinder und jungfrawen, die da gerne pflegen zu plaudern und den waschplewel herumb lassen gehen Mathesius Syrach (1586) 38; einem des mundes geben, oder zu der bank hauen, oder mit dem waschplauel schlagen Schottel 226; vil manger sagt und hât ein mûl, daʒ halt er niht in twanc ... er claffet mêr dann ander vier, swaʒ man dâ singet oder seit. sîn zunge (ist) glîch eim wescheblûl. sie setzt in ûf ein affenbanc. meisterlieder der Kolmarer handschrift 96, 48 (s. 434). daher den waschbläuel 'die zunge' schleifen: ich szolle klar, richtige, deutliche worth schreiben, des ich mich auch geflissen, und in vill tzu klar gewesen, aber sie haben die freiheit, waschblewel tzu schleiffen und mit meuchlen die vorgifft honigk tzu machen Luther 6, 140, 10 Weim. ausg.
3610 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Waschbläuel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Waschbläuel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Bläuel, das gebäuchte leinene Geräth in der Wäsche damit zu schlagen.

  2. Sprichwörter
    Waschbläuel

    Wander (Sprichwörter)

    Waschbläuel 1. Der Waschbläuel ist keine Spinnerin und keine Näherin. 2. Den Waschplewel herumb gehen lassen. »Waschhaff…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waschblaeuel

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Zerlegung von waschblaeuel 2 Komponenten

wasch+blaeuel

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Cotta, M. (2026). „waschblaeuel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/waschblaeuel/dwb?formid=W07709
MLA
Cotta, Marcel. „waschblaeuel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/waschblaeuel/dwb?formid=W07709. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „waschblaeuel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/waschblaeuel/dwb?formid=W07709.
BibTeX
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