Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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- 1 in 1 Wb.
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wabben, waben, verb. sich in schwankender bewegung befinden. das wort scheint in den jetzigen mundarten nicht mehr zu leben, ist aber aus der älteren sprache bezeugt. waben ist das grundwort zu wabeln, wabern, wafeln, wafern; daneben steht mit andrem vocal (mhd. ë) weben mit den ableitungen webeln, webern, wäfern, sowie wibeln, dazu wibel käfer als 'der wimmelnde' (nicht 'der webende'). ferner steht weiben 'schwanken', nebst weibeln, dessen wurzel vielleicht ganz von weben zu trennen ist (dazu wol lat. vibrare). dagegen werden die intensiva wepfen, wipfen hüpfen, springen, sich rasch bewegen nebst wipfel m. hierher und nicht zu wîfen winden gehören. die wurzel von weben, wahen (indog. webh) stimmt lautlich mit der von weben 'texere' überein; ob es aber (mit Fick 33 289) erlaubt ist den begriff 'weben' aus dem von 'sich hin und her bewegen' abzuleiten, ist doch fraglich, da jener wie gr. ὑφαίνειν weben und skr. ūrṇavābhi spinne (eig. wollenweberin) zeigen, schon im indog. ausgebildet war. waben, weben 'sich schwankend bewegen' hat sonst nur im litauischen eine anknüpfung, wo wãbalas käfer und das abgeleitete webźdti wimmeln (Kurschat 492) vorkommen. lat. vapor dunst, dampf ist mit unrecht verglichen worden, da kein grund vorliegt auf eine indog. wurzel mit p zurückzugehen (das f in wafern u. s. w. geht auf indog. bh zurück, wie in ahd. wefal stamen zu weban, wahrscheinlich mhd. hovel neben hobel, sûver neben sûber, zouver neben zouber u. dgl.). nicht identisch aber nahe verwandt ist die wurzel von wimmeln (ahd. mit andrer ableitung wimidôn, wimezen, wamezen). zu waben gehört auch (mit eingeschobenem nasal) ahd. wamba wamme und wambeln, wampeln schwanken. — neben waben steht mit gemination des labials wabben und mit umsetzung des bb in pp wappen. auch die verwandten dialecte bieten mehrere formen. ags. wafian Bosworth-Toller 1162. 63 schwanken, staunen, sich wundern, altengl. waven Stratmann-Bradley 672, engl. wave schwanken, schweben, flattern, fluten und altnord. (mit abweichendem vocal) váfa Fritzner 3, 839, schweben, dagegen norw. vabba Aasen 892. Ross 882, waten, watscheln, schwatzen. 11) von der bewegung des wassers, wogen, fluten: mit zaheren er beweite und trûbte den brunnen, die im von ougen runnen, daʒ waʒʒer wabete (webet Wickram) sêre, des sacher den schate niht mêre. Albr. v. Halberstadt 10, 296 Bartsch; das meer, das da wapt hin und wider, jetzt auffwalt, jetzt sich setzet nieder. Lobwasser Johannis enthauptung D 2; da sie das wibende wabende wasser (wie sie das mör nanten) im fläschlin heimgetragen. Garg. (1590) 212. 22) von dem schwanken der barthaare: dem wappete der bart. Herbort v. Fritzlar troj. krieg 5851. 33) s. v. w. wabbeln 4. wabben, ob pinguetudinem motitare se. Schottel 1439. Stieler 2449. wappen Steinbach 2, 934. 44) allgemein, hin und wieder wabben, motu crebro agitari. Stieler 2449. 55) bei neueren schriftstellern wird waben auch in dem sinne von wabern 4 gebraucht: ich weisz nur ein mittel, es zu löschen ... heiraten wir sie zusammen. nach einigen jahren geschah das — die wabende lohe verlosch allmählich, aber die gluth glost roth und manchmal funken sprühend noch immer fort und erwärmt das häuschen des ehepaares. Rosegger schelm aus den alpen 1, 74.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschwabbenverb.
Grimm (DWB, 1854–1961)
wabben , waben , verb. sich in schwankender bewegung befinden. das wort scheint in den jetzigen mundarten nicht mehr zu …
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‑wabben als Zweitglied (1 von 1)
rutswabben
MeckWBN
Wossidia rutswabben klatschend herausgreifen; Ruf der Fru Waud': Stünn de Bessen nich up 'n Tappen, So wull ick mi den Snider ruterswabben H…
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Cotta, M. (2026). „wabben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wabben/dwb?formid=W00015
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Cotta, Marcel. „wabben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wabben/dwb?formid=W00015. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wabben". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wabben/dwb?formid=W00015.
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