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völliglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

völliglich adj. und adv.

Bd. 26, Sp. 677
völliglich, volliglich, adj. und adv. ; schon unter völlig (zu anfang) ist bemerkt, dasz das volleclîch älter ist als volles; im ahd. ist sowohl das adj. wie das adv. belegt (Graff 3, 485): kib in tougeno in iro herzon folleclichen lôn Notker ps. 78, 12; uuerdent an den liut folleglicho fernomen 108, 1; bei Notker findet sich auch ein f. folleglîchî, plenitudo und ein verb. gîfolleglîchôn.mhd. belege für das adj. und das adv. (volleclîche, -lîchen) s. im mhd. wb. 3, 363a und bei Lexer 3, 447; vgl. Jelinek mhd. wb. 881; Fischer schwäb. wb. 2, 1629. abgesehen von dem eintreten des umlauts ist die nasalierung des -ec in vollec bemerkenswerth: vollenc-, vollenglich: zu vollenglicher nutzung selbigs jars zimm. chron. 4, 171. vollentlich erklärt sich durch anlehnung an vollen, vollend: wär ain zaichen, das im nitt volentlich recht wäre Tauler sermones (1508) 187a; und trenkete si vollentlichen Bruno von Schonebeck 509; zusammengezogen zu folcklich quelle bei Diefenbach-Wülcker 585 (1450); das sust mit geschrift nit völlklich wer ze beschechen Niclas von Wyle transl. 36 lit. ver.decoquare, folleclich kochen Diefenbach gloss. 168b; plene, völlenklich nov. gloss. 295a; völligklich, ubertim Dasypodius 449b; copiose, völligklich, überflüssigklich, reychlich Frisius dict. (1556) 332b; völligklicher, uberius Maaler 471b; fölliglichen Bellin rechtschreibung (1657) 111; völliglich, plenarie, purius autem omnimodo Stieler 2390; völlig, volliglich, it. vollends, adv., pienamente Kramer 2 (1702), 1211c; volliglich, copiose, ubertim, plene manu, plene; völliglich, überall, omnino, prorsus Dentzler clavis linguae lat. (1716) 335b. im 18. jh. verschwindet das wort aus dem allgemeinen sprachgebrauch bis auf vereinzeltes vorkommen: die wange und das kinn sind rund und völliglich Heinse 8, 130 Sch.; diese wiederaufnahme ist besonders auffallend, weil der gebrauch des adj. längst aufgegeben war. 11) adv., in fülle, reichlich, in reichem, im vollsten masze u. ä.: volliglich oder fruchtperlich, ubertim voc. von 1482 ll 8a; profluenter, uberflüssigklich, reychlich, völligklich, gnugsamlich Frisius dict. (1556) 1069a; ich fürchte mynen herren gar ser, der mir die spis gyt, wie wol er daz nit v. tuot Steinhöwel Äsop 221 lit. ver.; wachszt kostlich weyn ... und sonst an vilen orten mehr, so v., dasz die gantze teutsche nation an guotem weyn kein mangel hat Stumpf Schweizerchron. (1606) 56a; die armen tröst gar milticlich, gen in beweis dich süsziclich nach deinem vermügen völliclich Hätzlerin s. 261 (nr. 61); du thust mich auch nach allen maszen trencken, von deinen gnaden völliglich einschencken Wüstholz bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 157. ausführlich (vgl. völlig 3): weytlöuffig, völligklich und der lenge nach, plene scribere Maaler 471b; wie das in der urteil über den procesz geben von obegemelten abt uszgesprochen vollicklicher begriffen wird Tschudi chron. helv. (1734 ff.) 1, 129; in guten scribenten weitläufftiger, reichlicher, auszführlicher, völliglicher Comenius janua (1644) 318. mit zahlvorstellungen, reichlich oder ganz (vgl. völlig 1): sind zuo Schaffhausen v. die dreyteil der statt gar jämerlich und schädlich verbrunnen Stumpf Schweizerchron. (1606) 416b; zweyhundert jar völligklich haben, explere annos ducentos Maaler 471b. 22) mit leichtem übergang vollständig, vollkommen, ganz und gar, durchaus: ein rächtshandel v. darthuon und fürbringen, perorare causam aliquam vel litem Maaler 471b; ein iedes holtz von leng und grosz volliglichen hawen und pringen Tucher baumeisterb. 37 lit. ver.; die iren lust nemen volliglich an zeitlichen dingen Tauler sermones (1508) register 5a; so den solchs alles ... v. beschehen und volzogen worden ist Luther 18, 338 W.; ich mein rechnung schon volligklichen beschlossen hat Wickram w. 1, 195 B.; so soll sie dasselbe volliglichen ohne behelff, so weit ihr gut reichet, zu zahlen schuldig sein Rätel Curäi chron. von Schlesien (1607) 472; erst bin ich völliglich gewert was ich von hertzen hab begert H. Sachs 14, 152 K.-G.; davon sie (meine hand) ihres leibs und höchsten schönheit gelehret völliglich die weite welt mög lehren pracht Weckherlin ged. 2, 318 F.; wer sie (tugend) völliglich besitzt, der hat alle schätz und güter Knittel poet. sinnsprüche (1677) 16. verstärkt: das ich völliclich noch gar ir schön nit kan bedeuten Hätzlerin s. 264 (nr. 68); werden die vorgenanten weg behalten vollicklich gentzlich bis yn das ende des leiplichen lebens theologia deutsch 45 M.
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    Neuhochdeutsch
    völliglichadj. und adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    völliglich , volliglich , adj. und adv. ; schon unter völlig ( zu anfang ) ist bemerkt, dasz das volleclîch älter ist al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit voelliglich

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Ableitung von voelliglich 2 Analysen

voellig + -lich

voelliglich leitet sich vom Lemma voellig ab mit Suffix -lich.

Alternativen: voll+-ig+-lich

Keine Komposita gefunden — voelliglich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.