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vnreyne

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

vnreyne

Bd. 3-2, Sp. 648
vnreyne” (Voc. Strals. ed. Damme 447), „Vnreyne immundus putridus maculatus coinquinatus” (ebd. 446), „Jnmundus vnreyne” (De Man 208), „inpurus, unreyne” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „Smitten vnreyne maken maculare defedare” (Voc. Strals. ed. Damme 378), „nement enen guden, eddelen wyn wil laten lopen dor vnreyne ronnen” (Birgitta 62), „Ock synt ere kleder vnsuuer vnde vnreyne” (Schaph. Kal. 1523, 28v), „Wasche dat vnreyne is” (Mante Geb. 236); — (Vbdg.:) u. māken verunreinigen, „so dat dar nene vogele vppe sitten konden de den tempell mochten vnreyne maken” (Lüb. Hist. 87), (bildl.:) „vnse hillicheyde synt vnreine ghemaket” (Lüb. Bibel IV Esra 10, 22), (Vbdg.:) sik u. māken sich bekoten, „De [roͮrdrang] gewan en also sere, dat he vor al deme volke sic unreine makede” (Sächs. Wchr. 76); — mit Feuchtigkeit verunreinigt, „Elyzabeth vel in den depen poyl, dat alle ore kleder worden vnreyne” (Elisabeth 44), „gerste vorsoret vacken in vnreynen vulen ackeren” (Prompt. med. ed. Seidensticker 217), „Mit eynem unreynen dôke wart selden wol gedrö̂get” (Köker ed. Cordes 25). 3. mit fremden Stoffen verunreinigt, (Flüssigkeiten:) „vnd bedoͤret sick / dat he vnrein Water vthguͤth ehr he rein Water hefft” (Nic. Gryse Laienbibel 1, E 3r), „so heft de mynsche dat feuer ... synocha vnde wert van deme vnreynen blode des mynschen” (Goth. Arzneib. 201), (Gase:) „dardorch dath gebloͤde manck ein ander vorunreiniget vnd van ... vnreiner Lucht ... koͤnnen entfenget werdenn” (Röder A 3v), (feste Stoffe:) „darna alse de zucker vnrein edder rein vnd gudt ys” (Kakeboeck B 7v), „boͤß vormenget vnrein Korn” (Nic. Gryse []Laienbibel 1, Aa 3v), „etlick unreyne tallich” (Lüb. Urt. 4, 301), „vnreyne was” (Nowg. Schra 190), „In der duyster nacht eten se fenynde, unreyne spyse” (Veghe ? Wyng. 8); — (bildl., von Gefühlen, menschlichen Haltungen:) „dyne crachten weren unghesunt ... dyn leeffte unreyne” (Veghe ? Lect. 162), „welke glorie in der beuleckinge der bosen dickewile vnreyne is” (Jord. v. Quedlinbg. 72), „ere menynge de was bose vnde ere sele vnreyne” (Birgitta 68). 4. (Fahrwasser:) mit Hindernissen versehen, „Wille gy darin segeln / so holdet de suͤdtsydt / wente de nordtsydt ys ruͤtzhafftich vnd vnrein” (Seekarte 1577 D 4r). 5. (Papier:) beschrieben, „Charta impura, Vnrein / beschreuen papyr” (Chytr. 189). 6. krank, bes. ansteckend krank, aussätzig, „dat olde korne macket vnreyne succkafftige lude” (Prompt. med. ed. Seidensticker 158), (aus dem Eid der Torwächter:) „unde des truwelken warden unde dar buten laten bannen lude, unreyne lude, doren” (Ub. Hildesh. 4, 227), (substantiv.:) „dat se sick to paschen solden hillighen vnde nicht vnreynes en rorden, alse dode lude offte seecke vtsetteschen” (Monotess. 256), (Tiere:) „dat pert is also unreyne, dat me dar nemande mede waren ne mach” (Ub. Goslar 5, 617); — krankhaft, „Welke vrowen swanger synt. de scholen merk saet mydē. wente an des kindes lichā werdē dar van vnreine bledderē” (Garde der Suntheit a 8r), „dat is vnreyne bose vleysch dat eynen wasset vppe der hut” (Prompt. med. ed. Seidensticker 300), „Dat sulue vordrifft den vulen vnreynen vloyte ... vte der vrouwen ghemechte” (ebd. 215), „ghele vnreyne vlecken yn deme antlate” (ebd. 236); — (Vbdgg.:) de u.e hitte Fieber, „weme dat houet | we deýt vnde de vnreýne hette heft deme is melk quaat” (Keil Fachprosa 302), u.e vuchtichê(i)t vermeintlich pestfördernde Körperflüssigkeit, „de pillen Pestinentialis genoͤmet ... oͤpent den lyff vnde benemen de vnreine auerflödige quade vuͤchticheit / de ghar lichtlicken alse ein Tunder entfenget werden moͤgen” (Röder A 4r); — krankhaft verändert, entzündet, „Dyt kruet ghesadē mit wine. vnde dar mede ghewaschē de vnreine huet morfea ghenomet. renighet de van grunt vñ maket se glat vñ schone” (Garde der Suntheit b 1v); — eitrig, „bulen eder swel eder wonden, wat vnrein ist vnd ful” (J. v. Segen 95), „bose sweren edder andere vnreyne sericheyt” (Prompt. med. ed. Seidensticker 173), (substantiv.:) „Eyn fistule de eyn cleyne gat hefft dar steck der wortelen in so wert idt also grot dat dat vnreyne vth vleyten mach” (ebd. 125); — (Vbdg.:) u.e hü̂ser Hospitäler für Menschen mit ansteckenden Krankheiten, „Also schal me ock by macht []beholden de unreinen hüser, dar me henlecht de utsettische, Fransösischen etc.” (Sehling 7, 2, 1, 883). 7. (Tiere:) nicht als rein geltend, „Desse schoͤlen juw ock vnreyn syn manck den deͤrten / de vp erden krupen / dat Weselken / de Mus / de quade Pogge / eyn ytlick mith syner arth / de Swynegel / de Molch / de Egedysse / de Snygge / vnde de Wyndeworp” (Bugenhagen-Bibel Lev. 11, 29), „wente se [clamvoghele] irnereth sik des rouͮes, vnde dar-vmme so zynt se vnreyne” (Locc. Hist. 116), „de huͮs-duͮuͮen, dede dar olt zyn, dede dar-vmme heten vnreyne” (ebd. 119), (tote Tiere:) „dode verkeve Hunde, Honre und ander unreyne Tuch” (Schl.-H.-L. Ub. 1, 400). 8. moralisch verwerflich, lasterhaft, sündhaft, „deuerye / valsche tuͤchnisse / lasteringe. Dat synt de stuͤcke / de den minschen vnreyn maken” (Bugenhagen-Bibel Matth. 15, 19), „ander lude buten echteschop to ieniger unkuscheit trecken ... mit touerien unde mit unreynen boken to lesen” (Geffcken Bilderkat. 1, Beil. 156), „dat vuer der unreynen begheerlicheit” (Veghe ? Wyng. 33), „de vnreyne vnkusscheyt” (Elisabeth 100), (substantiv.:) dath dem gerechten neyn ghesette gegheven ys, sunder dem ungerechten und ungehorsamen, den godtlosen und sunderen, den unhyllighen und unreynen” (Sehling 6, 1, 592); — (von Frauen:) mit vorehelichem Geschlechtsverkehr, sexuell berührt, „wultu seen, eft ene juncfrouwe reyne sy edder vnreyne, so nym agetsteyne” (Goth. Arzneib. 202). 9. feindlich gesinnt, betrügerisch, böse, „richten ... over den rovere unde over sine unreine vullest” (Ssp. 1, II 25 § 1, Anm. 3), (oft in der Vbdg.:) u.r gê(i)st im christl. Glauben ein dem Menschen meist innewohnender böser Geist, Widersacher Christi, „en wiff de hadde ene dochter de was beuanghen myt enem vnreynen geiste” (Buxteh. Ev. Marc. 7, 25), „Dar-vmme, here, di to-bedende, en jewelk vn-reyne gheyst verne van hijr gha” (Mante Geb. 27), „und steit geschreven, wo de Luther von dem unreinen geiste Incobo schal geborn sin” (Oldecop 18); — (spez.:) der Teufel, Satanas, „packe dy van my Sathan ... du krafftloser voͤrdoͤmeder Vader der Loͤgen du vnreiner Geist” (Nic. Gryse Laienbibel 2, C 3r). 10. falschgläubig, einem fremden Glauben anhängig, „In de kerken laten de heyden wer cristen eder ioden ghan unde spreken, dat dat unreyne volk alse de cristen synt nicht werdich in de hilghen stat to komende” (Mandeville 66), „Do Israhels volk syk makede unreyn Unde myt den dochteren Moab ghemeyn” (Narrenschyp 46).
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    Mittelniederdeutsch
    vnreyne

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    vnreyne ” (Voc. Strals. ed. Damme 447), „ Vnreyne immundus putridus maculatus coinquinatus” (ebd. 446), „Jnmundus vnreyn…

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Cotta, M. (2026). „vnreyne". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vnreyne/mnwb?formid=U03802
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Cotta, Marcel. „vnreyne". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vnreyne/mnwb?formid=U03802. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vnreyne". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vnreyne/mnwb?formid=U03802.
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