vielversprechend,
vgl. vielverheiszend,
das gewählter klingt als vielversprechend;
dieses hat sich im gebrauch ganz festgesetzt und wird gewöhnlich in freierer anwendung gebraucht, d. h. ohne die vorstellung wirklichen sprechens und gelobens von etwas, das grosze erwartungen, hoffnungen erweckt (der anfang ist vielversprechend; vielversprechendes talent; vielversprechender knabe);
ungewöhnlich von jemandem, der vieles gelobt, viel
im sinne von multa: jeder prahler, jeder vielversprechende thor Lessing 7, 419 (
in diesem fall würden wir heute die beiden worte getrennt schreiben)
; je nach der betonung víel verspréchend
oder víel versprèchend
ist der sinn verschieden; einen vielversprechenden wandrer so weit von seinem ich werde! abzubringen Herder 3, 393;
der sinn des eigentlichen gelobens wird in folgender stelle wenigstens mitempfunden: das wort jener kühnen redner, die einst in den versammlungen der deutschen burschenschaft .. eine so vielversprechende sprache gesprochen Heine 3, 502
Elster; freier schon: einen so groszen und vielversprechenden titel
d. neueste aus d. anm. gelehrsamkeit 8, 269; vielversprechende vorreden Wieland
Lucian (1788) 4, 104;
in uneigentlicher anwendung: du findest ihn (
den mund) grob, plump, und nicht vielversprechend Lavater
phys. fragm. (1775) 1, 264; ein vielversprechendes äuszre Schiller 4, 273; theils schon brauchbare, theils vielversprechende glieder (
der theatertruppe) Göthe 33, 249
Weim.; einen so vielversprechenden vorschmack Forster (1843) 2, 312; ein vielversprechender knabe Knigge
roman meines lebens (1781) 1, 186; wozu er so vielversprechende anlagen hat Klinger (1809) 8, 53; solcher vielversprechender keime Voss
antisymb. 2, 160; sie nehmen einen vielversprechenden anlauf Holtei
erz. schriften 35, 140; freute mich über die vielversprechende rauchsäule, welche aus dem schornstein emporwirbelte Gaudy (1844) 18, 67; junges schwein mit vielversprechenden langen ohren Auerbach (1892) 15, 64; (
es waren) eine grosze zahl vielversprechender städte entstanden Alten
handb. f. heer u. flotte 2, 761; reizend hinauszugehn in die vielversprechende ferne Hölderlin 1, 249
Litzmann. adverbial: der doch schon in der schule so vielversprechend kritzelte Hegner
ges. schriften 127;
gesteigert: dasz wir zuweilen das unnützeste, in die vielversprechendsten kleider gehüllt sehen Gutzkow (1872) 12, 31. —