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verwüten

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwüten vb.

Bd. 25, Sp. 2412
verwüten, vb. , wüten, toben, austoben; aufhören zu wüten. mnd. vorwoten, vorwoden; mnl. verwoeden; mhd. verwüeten. seit ende des 12. jhs. belegt; vgl. mhd. wb. 3, 536; Lexer 3, 314; literarisch seit dem 17. jh. kaum noch üblich, vgl. verwüthen ... ein im hochdeutschen seltenes wort Adelung 4 (1780) 1573. ältere lexikalische nachweise: insolescere verwoden (14. jh. nl.) bei Diefenbach gl. 301b; sevire verwoeden vel wreit wesen (16. jh. nrh.) ebda 531b (weiteres s. u.). in heutiger mundart selten (s. u.). 11) in höchste wut geraten oder sich in dieser gemütsverfassung befinden, toben, rasen; von sinnen sein oder werden (vgl. ver- III 4). mhd. geläufig: lîhte ein unwîser man verwüete von sorgen der ich menge hân minnesinger 1, 95a Bodmer-Breitinger; das es (das gemälde) sein kraft vnd artlichait nicht allain wend zur zartlichait, sonder zu vnterricht dem gmt, das es im finstern nicht verwüt Fischart s. dicht. 2, 278 Kurz. sich nach etwas sehnen, verzehren: min gemüete ist worden krank; ich verwüete nah ir güete ane allen dank Otto v. Botenlauben in: minnesinger 1, 30 v. d. Hagen. auch reflexivisch: jan ruoche ich ob der boume gruot immer mêre grüete, dune genâdest mir und sîst mir guot durch wîpliche güete — nâch dir hân ich mich verwuot — ê ich gar verwüete Hartmann v. Aue büchlein 1795; swer dich mit gute wil vz lesen, in deme bistu mit gute, swer aber sich virwute vnde ist mit gute balt, da ist mit rache din gewalt passional 2, 16 Hahn. mnd. 'von sinnen werden': he sprak to Pilatus: ik bidde di so rechte sere, dat we Jhesum graven moten, sin schone moter wel vorwoten, den jamer unde dat herteleit de is so grôt bei Schiller-Lübben 5, 511b. dazu das part. prät. im sinne von 'wütend, zornig, rasend, auszer sich' (vgl. dazu oben verwüt): an der rede (liebeswerbung) Scylla vlô. des was er sus verwûtet dô, daz er vûr sâzuhant, da er die gotin Circê vant Albrecht v. Halberstadt Ovid 32, 522 B.; dese wreede brut (die göttliche weisheit) hanteerde ere verwoedede wreetheyt tegen my bei Schiller-Lübben 5, 511b. 22) von der bedeutung 'bis zum äuszersten toben, sich austoben' (vgl. ver- III 4) dann auch 'aufhören zu wüten, dem wüten ein ende machen', und in diesem sinne bereits mhd. gebräuchlich, lexikalisch von 1556 bis um 1800, literarisch sporadisch bis ins 16. jh., später vereinzelt belegt, vgl. exœuio ... ausztoben, auszwten, verwten, von dem wten vnd zorn abston Frisius dict. (1556) 491b; desaevio, ... item sœvire desino ... ital. cestare d'essere crudele, germ. verwten, von dem wten ablassen Calepinus XI ling. (1598) 403b; verwüten, ausswüten, dess wütens ein ende machen faire vne fin de rager, far fine di lussuriare Hulsius-Ravellus (1616) 361b; die vierdte (zeit) ist das abnehmen der kranckheit, πορακμή oder declinatio genannt, wann die kranckheit verwütet hat und der krancke ohne gefahr ist, denn kein krancker stirbet in dem abnehmen seiner kranckheit Blancard med. wb. (1710) 7; Aler dict. (1727) 2, 2036b; verwüten aufhören zu wüten Voigtel wb. (1793) 3, 547b. sich austoben: wolan, ich gib das zuo der juget; die muosz verwten, als man sagt. doch hoff ich, wan er basz ertagt, so werd er von seim wAesen kern Wickram w. 5, 169 lit. ver.; auch 2, 21; bisz letztlich pfaffen, mOench vnd nunnen gar ausz dem spittel seind entrunnen vnd liessen recht die sauw verwten, weil sies jn mochten nicht verbieten Fischart w. 2, 454 Hauffen; bind jme (dem rosz) alle vieren, lass also verwüetten Seutter hippiatria (1588) 75; dann in solchen zufällen begibt sich offtmals, dasz nit müglich zu stellen ist mit keinen artzneyen, sondern musz verwüten vnd versausen Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 34A Huser; so hat, dasz seine (des aprils) wuth sich doch verwüthe, die er durch wiesenthal und waldesklüfte nicht üben will, sein grimm in andre grüfte sich hergeflüchtet hier in mein gemüthe Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 304 mehr in der bedeutung 'aufhören zu wüten': dann ich hab ghandelt unbedacht, nach reizung meines jungen blut, das noch in mir nit hat verwut Teuerdank 280 G.; als er aber verwtet vnd ausz seiner jugent in die manheyt gieng, fieng er an alle sein sitten zuo verendern S. Franck Germ. chron. (1538) 257a; als hierauff desz hertzogen zorn verwtet, unnd der neid durch das bluotvergiessen unnd verhergen nachgelassen Wurstisen Pauli Ämilii hist. (1572) 1, 557; wann nun der neue wein verjoren vnd verwütet hat, alsdann mag man jn wol inn den keller ablassen Sebiz feldbau (1579) 522; vnd also nach verwütten der materien folgt wider hernach die gesundtheit, also ein paroxysmus vmb den andern Paracelsus opera (1616) 1, 493B Huser. für die mundart gebucht bei Seiler Basel 115a; als veraltet bei Fischer schwäb. 2, 1420. 33) vereinzelt 'aus wut, wütend, verderben': er (der tod) betrubet vnd verwuttet dir alle dein irdische herschaft ackermann a. Böhmen 33 Bernt.
4915 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwütenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verwüten , v. ntr . 1) Mit sein , * * wütend werden, in Wut gerathen. »Lihte ein unwiser man verwuete von sorgen, do ich…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwueten

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Ableitung von verwueten

ver- + wueten

verwueten leitet sich vom Lemma wueten ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verwueten 2 Komponenten

ver+wueten

verwueten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verwueten kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „verwueten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwueten/dwb
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Cotta, Marcel. „verwueten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwueten/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verwueten". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwueten/dwb.
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