Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
vervelle swv.
1. bewirke daß etwas auseinander fällt. sô daʒ ein iechelîcher stein von dem anderen wurde vervellet u. verbrochen Pass. 266,36. vervellete verschwendete rîcheʒ gût Pass. K. 210,86.
2. versperre durch fallen, versperre überhaupt. die kirche wart von krucken und von steben sô vol, daʒ man sie mûste hin besîten tragen, wand si vervelleten den ganc Pass. K. 447,97. daʒ phat daʒ uns Adam vervalte Servat. 269.
3. bewirke daß etwas zu weit oder zu tief fällt, bringe zu falle (trop.). wa er ein schœneʒ wîp vervelle Walth. 34,3. der ungeloube an Êven deme tiuvele einen wec gap, si ze vervellende H. zeitschr. 9,36. Lucifer ist ein bœse geselle, sîn muot ist wie er uns vervelle Clos. chron. 86. von Lucifers hôchvart der zehente kôr vervellet wart von sîner ebenmâʒe nider g. Gerh. 4338.
4. verderbe durch fällen, verderbe überhaupt.
a. mit transitiv. accus. die uns wellen leitlîch vervellen MS. H. 3, 468. aa. des gewalt unde des sturm genûgen kan vervellen Pass. 343,68. sô welt ir mîn rede vervellen Ls. 2, 196.
b. mit reflex. accus. verderbe, gehe verloren. sîn kraft begonde sich vervellen Pass. K. 362,71.
5. erkläre für verfallen. Haltaus 1845.