verstöbern,
verb. ,
aus verstäubern,
dem factitivum von verstieben, verstäuben
entstanden. Stieler
kennt nur versteupern, zersteupern,
pulverem converrere 2125, Campe verstäubern
neben verstöbern 5, 378
b, Adelung verstöbern
allein und zwar als ausdruck des gemeinen lebens statt verstäuben.
doch schon im 16.
jh. findet sich verstöbern
bei nd. wie obd. schriftstellern als herrschende form: fugare, verjagen, verstöbern Schöpper
synonyma c 8
a; verstebere
n, -stewere
n neben verstöbere
n, -stöwere
n lebt in den obd. mundarten: schweiz. Stalder 2, 400;
elsäss. Martin-Lienhart 2, 569
a;
schwäb. Fischer 2, 1364.
auch rheinfränk.: (
er) ist wie ein verzweyffelter mensch, sahe so verstêbert ausz E. Chr. v. Orleans
briefe 186.
die hier belegte bedeutung '
verwirrt, verstört'
ist obd. noch gebräuchlich. 11)
aufscheuchen; stäubernd oder stöbernd vertreiben, verjagen, aufstäubern und vertreiben Campe; repphühner zu versteuberen und auftreiben Ryff
thierbuch 13; dergleichen thier sind .. allgemach versteubert und verjagt worden Micraelius
Pommerland 6, 392; Abram vertrieb oder verstäbert sie Dietenberger (
Cöln 1571)
1 Mos. 15, 11 (Luther: scheuchte sie davon)
bei Kehrein
gramm. 2, 240; denn wo sie (
hühner) offt verstöbert oder die nester verrissen werden, legen sie hernach nicht fleiszig Schmidt
rockenphilosophie 1, 343; wie die vögel auch von eim leren gschosz verstöbert werden Herr
sittliche zuchtbücher 105
b; die lange vorjagd verstöbert alles gränzwildpret der lust Jean Paul
werke (1827) 40, 23.
elsäss. besonders vom federvieh Martin-Lienhart 2, 569
a;
schwäb. einen flug tauben, ein verliebtes pärchen stören, ein weib schwängern, sachen durcheinanderbringen Fischer 2, 1364. 22)
zu stöbern '
wie staub im winde umgetrieben werden' (
vgl.gestöber)
gehört die trans. bildung, wobei ein und derselbe schriftsteller verstöbern
neben verstäubern
schreibt: darumb die lieben engelein stehn, und hüten unser beinlein und eschlein, das sie kein böser wind verstöbere Mathesius
leichenreden 119; da sie (
unsre gebeine) von .. teufelbennigen leuten gar versteubert .. würden, dennoch lesset gott kein steublein .. davon umbkommen
Sarepta 206
b; den weg versteupern,
pulverem vel nivem vehere per semitas Stieler 2165; das schnee- und stöberwetter verstöbert die wege,
wenn das schneegestöber sie unkenntlicht macht Adelung; die wege sind verstöbert Campe; und die luft, die schnee verstöbert, schwellte süsz jeden gang des flötenrohres ehedem Platen 1, 603.
intrans. in Liv- und Esthland: verstümen, versteimen, verstöbern,
durch schnee und windwehen unwegsam werden Hupel 250.
vgl. verstieben, verstiemen. 33)
dazu ein veraltetes reflex., '
sich stöbernd verflüchtigen': denn gehet der ofen zu liechte, so verbleset sich .. der schlick und das liecht und angeschmeichte silber und die flamm stöszt es uber sich und verstöbert sich, da es nicht in rauchkammern .. auffgefangen .. wird Mathesius
Sarepta 148
b; thet mich so gar verstöbern in die höch der gewölcker, das ich verliesz die völcker Sachs 3, 258, 15
Keller.