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verspottung

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verspottung f.

Bd. 25, Sp. 1445
verspottung, f. , handlung des verspottens, hat das ältere spottung verdrängt (th. 10, 1, sp. 2712). verspottunge mhd. wb. 2, 2, 520b; Lexer hdwb. 3, 245. neben verspottunge erscheint -sputtunge, -sputtung Diefenbach gloss. 565c, 561b, 388c; -spottinge, -sputtinge 561b; vorspottinge 403a; vorspottunge, virspotunge, verspatung 38c. ostfries. ferspotting, ferspotteñ Ten Doornkaat Koolman 1, 466b. Adelung. Campe. das vorkommen des plurals die verspottungen bezeugt H. Braun dtsch. orthogr. gramm. wb. (1793) 285a. AA. in der bedeutung lassen sich wie bei verspotten (A) verschiedene gruppen unterscheiden. A@11) spott harmloserer art: risio Diefenbach gloss. 499a; obrisus 388c, vocab. v. 1482 i i 8a; illusio i i 8b; Diefenbach 286c; ludibrium 338b; derisio, illusio vocab. incip. teut. i i 5a; verspottung mit honen worten, cachinum, ludibrium ebd.; illusio, derisus, irrisio Maaler 431d; verspottung, verlachung, illusio, derisio, irrisio, ludificatio Dasypodius (1676) C 5; derisio, ludificatio Dentzler 312b; ludificatio, illusio, derisio Steinbach 2, 637; ludificatio, irrisio Frisch 2, 305c. A@22) spott verletzender art: sanna Diefenbach gloss. 511b; subsannatio 561b; suggillatio 565c; blasphemia 76b; subsannatio Dentzler 312b; subsannatio, cavillatio, sanna Dasypodius (1676) C 5; bitter verspottung, wan man in trbsal oder vnfall einen verspottet, sarcasmus ebd. A@33) eine dritte art der bedeutung ist in dem verb. verspotten nicht ausgeprägt, nämlich 'verstellung, gleichnis, ironie': verspottung, da man mit den gebAerden oder auszsprechung der rede ein anders meynet, weder die wort lauten, ironia Dasypodius C 5; ironia Diefenbach gloss. 309b; ostentus 403a, vocab. incip. teut. i i 5a; parabola, glichnisz der verspottung, vel einlichkeit in betütung Diefenbach 411b; antismos vel astismos (est tropus floride vel vrbane virtutis ... aus ἄνθοςἄστυ), hubsche vorspottunge, hobsche virspotunge, hofes verspatung 38c. BB. die belege lassen wie bei verspotten diese unterschiede nicht hervortreten. B@11) verspottung in passivem sinne überwiegt durchaus. B@1@aa) ohne beifügung eines attributiven genetivs: ich armer .. mensch bitt dich .. durch dein aller grOeste demtigkeit die du .. an dir hest do du leidest von den iuden verschmachung, verspottung, verspeiwung der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 110b; das grab steht unter wilden heiden; das grab, worin der heiland lag, muss frevel und verspottung leiden und wird entheiligt jeden tag Novalis schriften 4, 102; ich .. sorgte noch darzu, ich würde .. sonst nichts als verspottung erfischen Grimmelshausen Simpl. 2, 287, 26 Kurz; als wenn einer Hansz hiesse und ein ander wollte ihn Gansz oder Wansz nennen, wrde es nicht verspottung seyn? Prätorius blockes-berges verrichtung (1668) 67; an verspottung wird es theils in ihrer familie, theils auch in ihrer neuen nachbarschaft nicht fehlen d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 288. mit adjectivischem attribut: ich muss in offentlicher verspottung leben Harsdörffer gesprechspiele (1641) 5, 104; ausstellung eines verbrechens zur Oeffentlichen verspottung allg. d. bibliothek (1765ff.) 66, 64. in präposit. bestimmung: Herodotus meldet, das ... Psamenitus ... sein ... einiges frAeulein mit hOechster schmach und verspottung belegt Neumark lustwAeldchen (1657) 2, 83; weg, du miszgeburth der hOellen, wo die einfalt Christi wohnt; hier wird stellen und verstellen mit verspottung nur belohnt Schmolcke trost- u. geistr. schriften (1740) 1, 201; dieser ehrliche mann findet doch lange nicht so viel schutz wider unrecht und verspottung als der unglAeubige mauschel Liscow sat. schriften (1739) 374; keiner von meinen vernnftigen mitarbeitern wollte, aus furcht vor verspottung und sarkasmen, mehr mein gehlfe seyn Ayrenhoff werke (1814) 4, 173, 24. B@1@bb) mit beifügung eines objectiven genetivs und zwar B@1@b@aα) der person: es ist ein verspottung des demtigen hern Christi Judas Nazarei 39, 12 Kück; solchen jhren jrrthumb beweisen sie mit verspottung der weylandt andechtigen fruMen christen Joh. Nas d. antipap. eins u. hundert (1567) 1, 102a; die verspottung der gelehrten Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) bl. 1223; die Spanier verboten den Deutschen dagegen die verspottung der priester, die sie für eine der grössten gottlosigkeiten erklärten L. v. Ranke werke 2, 282 anm. 3; in den kreisen der jugend fand die verspottung der dialectischen theologen .. freudige zustimmung 1, 182. B@1@b@bβ) sächlicher genetiv (auch in der composition): irreligion, religionsverachtung oder verspottung, unglaube Kinderling reinigkeit d. d. sprache (1795) 288; halte mir doch eure gestrenge majestät zu gnaden, wenn ich ... meine empfindlichkeit über die verspottung meines vaterlands zeigte Klinger werke 3, 38; reizbar wie sie ist, verwundet sie jeder scherz, in dem sie nur die leiseste verspottung ihrer persönlichkeit findet E. T. A. Hoffmann werke 10, 64; ohne überzeugung des gemüths ist das wort religion ein name, eine verspottung der dinge, die man zur religion macht Herder werke 20, 142; um des entschlusses fähig zu sein, sich aus der frostigen und reinen sphäre, darin sie zu spielen gewohnt war, aus dem reiche der algebra und der sprachverspottung mit ihm hinabzuwagen in die fremde zone Th. Mann königliche hoheit 394. B@22) seltener wird verspottung in activem sinne gebraucht. B@2@aa) ohne attributiven genetiv: dasz solch gross vbel vnd verspottung in Christum, vnnd in seiner newen geburt von dem irrdischen verdampten geschicht Th. Paracelsus opera (1616) 2, 444 Huser; diese alte haben geAergert die jungen, mit bOesen exempeln: diese junge die alten, mit verspottungen Moscherosch Philander (1650) 1, 461; nach langer verspottung geust dieser ihm zerlassen gold in mund Lohenstein Arminius (1689) 1, 187. B@2@bb) die beifügung eines attributiven genetivs als subject der handlung ist ungewöhnlich: einem etwas zur verspottung der leute nach thun, aliquem cum irrisione hominum imitari Steinbach 2, 637; aber nie keiner ist vnter den tOedtlichen menschen also ergeben worden dem beweglichen glck, oder dem grimmigen vngefell, oder verspottung der welt, als nun ich arme Emilia buch der liebe (1587) bl. 114d; dieser aber ist ein gegenstand der verspottung aller andern vOelcker Archenholz England u. Italien (1785) 1, 1, 49.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verspottungf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    verspottung , f. , handlung des verspottens, hat das ältere spottung verdrängt ( th. 10, 1, sp. 2712). verspottunge mhd.…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verspottung

    Goethe-Wörterbuch

    Verspottung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Verspottung

    Schweizerisches Idiotikon

    Verspottung Band 10, Spalte 625 Verspottung 10,625

  4. Spezial
    Verspottung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|spot|tung f. (-,-en) coienada (-des) f. , tuta por le nes f. , tuta por le nes f. , sbaufada (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verspottung

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verspottung 3 Analysen

ver- + spottung

verspottung leitet sich vom Lemma spottung ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+spott+-ung verspott+-ung

Zerlegung von verspottung 2 Komponenten

verspot+tung

verspottung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von verspottung (1 von 1)

verspottunge

Lexer

ver-spottunge stf. BMZ ironia, obrisio, ostentus, sanna, subsannatio Dfg. 309 b . 388 a . 403 a . 511 b . 561 b .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verspottung". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verspottung/dwb?formid=V04461
MLA
Cotta, Marcel. „verspottung". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verspottung/dwb?formid=V04461. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verspottung". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verspottung/dwb?formid=V04461.
BibTeX
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  title        = {„verspottung"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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