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verspitzen

mhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verspitzen verb.

Bd. 25, Sp. 1432
verspitzen, verb. , denominativum. II. vom adj. spitz abgeleitet. mhd. wb. 2, 2, 515b; Lexer hdwb. 3, 245. I@AA. trans. gebrauch. verstärktes spitzen: ostfries. ferspitsen, aufs neue anspitzen, spitzer machen, zuspitzen; de blêi (bleifeder), de pâl mut ferspitsd worden Ten Doornkaat Koolman 1, 466a; mhd. in der form des part. prät. 'zu spitz': verstumpfet noch verspitzet was diu nase niender Konrad v. Würzburg Engelhart 2978. I@BB. reflex. gebrauch. I@B@11) sich verspitzen wie sich spitzen zunächst 'auf eine spitze auslaufen' Lexer 3, 245. üblich ist nur die bildliche verwendung 'sich hoffnung machen auf etwas'; schon mhd.: ist daʒ der mensche hât sîn leben als sich verspitzet ûwer wân passional 174, 62 Hahn. Adelung 4, 216 hält es gegen Frisch 2, 304a mit recht für 'eine figur von dem spitzen sowohl der ohren als auch des mundes zu dem genusse einer angenehmen sache'. th. 10, 1, sp. 2603 f. belegt dazu die sinne, den verstand spitzen, sp. 2606 f. sich spitzen; ähnlich Borchardt-Wustmann sprichw. redensarten 447. das wort wird schon von Adelung dem schlesischen zugeschrieben und ist im ostmitteldeutschen heimisch: verspitzet, präs. ich verspitze (mich), expeto; sich auf ein erbtheil verspitzen, hœreditatem appetere Steinbach 2, 631; sich worauf verspitzen, etwas mit hoffnung und zuversicht erwarten Weinhold handschriftl. nachlasz S bl. 385a. für Posen bezeugt von Bernd 338: sich verspitzen, sich auf etw. rechnung machen, es zu erhalten, zu genieszen hoffen; preusz. sich verspitzen (auf eine erbschaft), mit gewiszheit rechnen auf Frischbier 2, 442. im lausitz. und thüring. ist sich spitzen auf gebräuchlich Anton 13, 4; Hertel 231. in Berlin ist sich spitzen wie auch sich verspitzen bekannt. auszerhalb dieses sprachgebiets taucht das compositum nur noch im ostfries. auf: sich (auf etwas) spitzen, hê harr' sük d'rup ferspitsd, dat hê dat wicht krêg Ten Doornkaat Koolman 1, 466a. I@B@22) literarisch ist es nur für das schlesische zu belegen: verspitzt euch nur (auf ein reiches weib) ihr guten schlucker! wir sind nicht eben alle tumm Günther ged. (1735) 433. gewöhnlich verbindet sich damit die präpos. auf, selten mit persönlichem object: die Themis, kömmt mir vor, verspitzt sich schon auf ihn Günther bei Adelung 4, 216; sonst mit sächlichem object: dasz auch die, welche sich auff eine andere ppigkeit verspitzt hatten, dennoch ihre vergngung fanden Lohenstein Arminius (1689) 1, 1206a; mir, der ich mich allein auf ihren trost verspitze, und mehr als unsre braut, bey ihrem reihen schwitze? Günther ged. (1735) 788; darffst du dich doch eben nicht auf ein nettes lied verspitzen, du verstehst schon, wie es hAelt, wo ihr viel zu tische sitzen 852. mit adverbialer bestimmung darauf: alsz nun die hoffnung drauf mich lange hiesz verspitzen, da kam die silber-zeit an goldner stadt zusitzen, und jene die verdrang; da gieng es etwan schwer und müheseeliglich, iedoch noch leidlich her Wencel Scherffer ged. (1652) 506. es folgt ein infinitivsatz: so kOennen sich wohl auch die unverfAelschten triebe eurer redlichwahren liebe mit sichrem grunde drauf verspitzen, dem guten glck im schoosz zu sitzen Stoppe parnasz (1735) 412. vgl. sich erspitzen th. 3, sp. 988. IIII. mit einer spitze oder spitzen versehen. II@AA. von spitze 2 a α abgeleitet (th. 10, 1, sp. 2586): die thurmspizzen (auf den kirchen) selbst waren mit tausend kleinen knochensplittern verziert und verspitzt Brentano schriften 5, 173. II@BB. von spitze 2 a γ abgeleitet (th. 10, 1, sp. 2587): mit spitzen versehen, verbrämen. verspitzen, bespitzen ... ein kleid, einen rock etc. verspitzen Kramer teutsch-ital. dict. 2, 875a; verspitzt, bespitzt ... ein verspitztes kleid ... verspitzt und verfrantzt einhergehen ebd.; es ist nicht mehr üblich und sonst nicht mehr nachzuweisen. vgl. sich erspitzen in derselben bedeutung bei Frisch 2, 304a und Fischer schwäb. wb. 2, 845: wann sich die jungfrau erspitzt, erreist und zum danz aufmutzt Seb. Franck ebd.
4013 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verspitzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-spitzen swv. BMZ tr. zu spitz machen Engelh. 2978 ; refl. auf eine spitze auslaufen, bildl. Pass. 174,62.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verspitzen

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Verspitzen , v. rec . Sich verspitzen, s. Spitzen .

  3. modern
    Dialekt
    verspitzen

    Rheinisches Wb.

    ver-spitzen: in etwas v., es sehnsüchtig erwarten; en de Böllekes hadde wej ons ale lang vörher verspetzt Emmerich .

  4. Sprichwörter
    Verspitzen

    Wander (Sprichwörter)

    Verspitzen Er verspitzt sich darauf, wie auf ein Stück Kuchen. Man »verspitzt« sich in Schlesien auf etwas Angenehmes, a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verspitzen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verspitzen

ver- + spitzen

verspitzen leitet sich vom Lemma spitzen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verspitzen 2 Komponenten

ver+spitzen

verspitzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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