Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
versitze stv.
1. mit transit. acc. lasse (durch sitzen bleiben) etwas hingehen, lasse unbeachtet, versäume etwas zu leisten. er hât manege guote burch zestôret, die unseren hêrren ane hôrent, unde unser hêrre hât iʒ alleʒ verseʒʒen hat nichts dagegen gethan Diemer 217,4. durch nôt versâʒen iʒ die heiden pf. K. 118,6. und daʒ vil kûme versaʒ sô si sich roufte unde sluoc Iw. 58. er verdulte und versaʒ eʒ daʒ si im daʒ vingerlîn ab der hant gewan das. 123. eʒ tete den fürsten allen wê, daʒ siʒ versitzen solden, daʒ was in ungemach Nib. 1857, 3 nach C. ob er daʒ versêʒe in rechter senftmûtikeit Pass. K. 402,48. er versaʒ den smerzen verbiss ihn das. 233,19. vgl. er verdructe den smerzen das. 233,41. — welich kristenmensche die grôʒe sælikeit versitzen sulle oder træclîchen verslâfen oder verligen Bert. 494,16. eine zît die er niemer versaʒ Gregor. 2131. daʒ er der jârzal vergaʒ unt daʒ gelübde versaʒ Iw. 118. daʒ ich nie kein hervart versaʒ Bit. 8210. einen turnei versitzen frauend. 405,22. der sîn gebot alsus versaʒ Pass. K. 368,73. di drî gebot ladungen versitzen Kulm. r. 2,51. vgl. Münch. str. 4. versæʒe er daʒ (zu thun) krone 351. b. Ludw. kreuzf. 3966. — den zins wil er dir gelten den er hât verseʒʒen L. Alex. 2917 W. zins den man schuldig ist oder verseʒʒen ist Gr. w. 1,7. vgl. Freiberg. r. 158. Basel. r. 15,2. lieʒ niht versitzen von dem gûte den genieʒ Pass. 369,40. daʒ man dem helde balt übergulte zehenvalt daʒ im was verseʒʒen Lanz. 8386. war umbe uns alsô lange den zins verseʒʒen hât ir man derst unser eigen Nib. 756,7. 768,3.
2. ich versitze mich. der sich niht versitzet noch vergêt und sich anders wol verstêt wenn er mit nichts zu spät kommt Parz. 2,15.
3. ich bin verseʒʒen sitze da wo ich nicht sollte. wie sîn wir verseʒʒen zwischen fröiden nider an die jâmerlîchen stat Walth. 13,19.