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Verschiß

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Verschiß

Verschiß

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. – Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m., Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).
1677 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verschiß

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verschiß

    Goethe-Wörterbuch

    Verschiß [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Verschiss

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Verschiss m. Im V. sin in Verlegenheit sein Str.

  4. Sprichwörter
    Verschiss

    Wander (Sprichwörter)

    Verschiss In Verschiss gerathen (gekommen). – Trachsel, 82. In Ungunst gerathen, in Ungnade fallen. Eine bei Studenten u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verschiss

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verschiss

ver- + schiss

verschiss leitet sich vom Lemma schiss ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verschiss 2 Komponenten

ver+schiss

verschiss setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verschiss‑ als Erstglied (2 von 2)

verschissen

Pfeifer_etym

ver·schissen

scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten…

verschisseⁿ

Idiotikon

verschisseⁿ Band 8, Spalte 1334 verschisseⁿ 8,1334

verschiss als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verschiss". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verschiss/pfeifer_etym?formid=PF_Verschi_
MLA
Cotta, Marcel. „verschiss". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verschiss/pfeifer_etym?formid=PF_Verschi_. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verschiss". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verschiss/pfeifer_etym?formid=PF_Verschi_.
BibTeX
@misc{lautwandel_verschiss_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verschiss"},
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  urldate      = {2026-05-12},
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