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verlasz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verlasz m.

Bd. 25, Sp. 724
verlasz, m. das hinterlassene, verabredete, die zuverlässigkeit. mhd. verlâʒ, mnd. verlât, doch in verschiedener bedeutung. verlâʒ ist ein geistiges loslassen, daher ausgelassenheit. verlât ein hinterlassen durch verabredung. 11) hinterlassenschaft: doch were dieses des einsiedlers verlasz auf dem kleinen briefflein. Simpl. 1, 1, 20 s. 74 (1701); vgl. Adelung vers. 4, 1462. 22) in den bei weitem häufigsten fällen bedeutet verlasz, an nr. 8 des zeitwortes angeschlossen, eine verabredung, absprache: der verlasz, conventum, conventio, pactio Stieler 1077; mit welchem vernehmen und verlasz die jungfrau mit mir auch gar wohl zufrieden war. Schweinichen 2, 43; mit diesem verlasz schieden wir von sammen. Lohenstein Armin. 1, 285; dieses war der verlasz, wir aber kamen noch bey guter zeit nach hause. Felsenburg 4, 313; er verweilte längere zeit als sein verlasz war. Musäus 4, 3. verlasz nehmen: und als er sie gesehen hatte, nahm er mit Stolbio solchen verlasz. polit. stockfisch 206; und so bleibt es dennoch bei unserer gestern zu abend genommenen abrede und verlasz. Schoch stud. leb. a; nachdeme der canzleidiener ... berichtet, dasz Kunold den verlasz mit ihme genommen, wenn einige citationes an ihn ausgefertiget würden, dasz selbige Samuel Wöllnern alsz seinem befreunden zugestellet .. werden mögten. Weim. staatsarchiv (1688); er gehorsamet zwar, nimmt aber vorhero richtigen verlasz mit der Concordia, wie sie ihre sachen in zukunfft anstellen .. wollen. Felsenburg 1, 127; weil ich aber grosze lust hatte, die berühmtesten städte in Böhmen und Schlesien zu besehen, nahm ich den verlasz mit meinem bruder, ihm fleiszig zu schreiben, nachhero aber abschied. 2, 490; er nahm den verlasz mit ihm, er solle ihm zu wissen thuen. Musäus 4, 174. mit, nach dem verlasse: wir begaben uns wiederum nach unsern zimmern mit dem verlasz, uns einander den folgenden abend wieder zu sprechen. Plesse 3, 336; vor der stadt nahmen sie abschied von einander, mit dem ausdrücklichen verlasz, diesen tag auf der hochzeit ihren vertragsschmausz zu begehen. polit. stockfisch 252; es ist nun fast in die acht tage, dasz wir ihn (den boten) hinweg geschickt, seinem verlasz nach, so hette er schon für 2 tag allhier seyn sollen. Schoch stud. leben F 3; Segesthes, welcher dem verlasz nach unter dem scheine den feind zu verkundschaften, vorangegangen war ... Lohenstein Armin. 1, 34; das war nicht unser verlasz. Adelung versuch 4, 1462. 33) im anschlusse an nr. 10b des zeitwortes: verlasz, zuversicht, vertrauen. diese bedeutung scheint sehr neu zu sein. Adelung vers. 4, 1462 kennt sie nur als niederd. aus mnd. quelle freilich nicht belegt, doch brem. wb. 3, 23: dar is nien verlaat to, darauf kann man sich nicht verlassen. aus den heutigen nd. mundarten bringt es Dähnert (Pommern) 533. Frischbier (Preuszen) 2, 424 in der bedeutung 'zuverläszlichkeit': erhalte mir diese erquickung, auf die ich meinen verlasz habe. Bettina briefe 2, 169; auf diesen ist gar kein verlasz; auf parteyen ist heutzutage kein verlasz. Göthe 41, 13. 44) im nd. findet sich verlasz in ursprünglichster sinnlicher bedeutung, die dem oberd. abgeht, so nl. verlaat, durchlasz, auslasz für das wasser, schleuse, wasserdamm: een verlaat maaken omt water eenen doortogt te geven, einen verlasz machen, um dem wasser einen durchlauf zu geben. Kramer 1, 448, vgl. brem. wb. 3, 23. daher: verlathe sind mit thüren (verlaththüren Jacobsson 4, 520) versehene kleine siehlen (schleuszen), die dem vom lande kommenden sich öffnen, dem zustürzenden wasser aber schlieszen. Benzler deich-u. wasserbau 247.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verlaszm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    verlasz , m. das hinterlassene, verabredete, die zuverlässigkeit. mhd. verlâʒ, mnd. verlât, doch in verschiedener bedeut…

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unverlasz

DWB

unverlasz , m. , unzuverlässigkeit, untreue: Stefan George Shakespeares sonnette 148 . —