Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
verknusen
verknusen
verknusen Vb. ‘ertragen’ (seit Mitte 19. Jh. gelegentlich literatursprachlich), heute nur noch in der Wendung jmdn., etw. nicht verknusen können ‘nicht ausstehen, nicht ertragen, nicht leiden können’, ausgehend von nd. md. verknūsen ‘aufzehren, essen’, nd. auch ‘verdauen’ und übertragen ‘innerlich verarbeiten’, eigentlich wohl ‘zermalmen, zerquetschen, zerkauen’. Es ist verwandt mit ahd. knussen ‘(zer)stoßen, zerstampfen, schlagen, kneten, quetschen’, firknussen ‘zermalmen, zerstampfen, zerstören’ (8. Jh.), mhd. knüsen, knüssen ‘kneten, stoßen, schlagen’, verknüsen ‘zerdrücken, zerquetschen’, mnl. cnōsen, cneusen, cnussen, nl. kneuzen ‘quetschen’, aengl. cnossian ‘stoßen, treffen’, cnyssan ‘pressen, stoßen, schlagen, zermalmen, unterdrücken’, anord. knosa ‘kneifen, schlagen, zerbrechen’, dän. knuse ‘zerquetschen, zermalmen’ und führt mit diesen auf sich nur im Germ. fortsetzendes ie. *gneus- (s. knüllen und Knust), das sich zu einer nur in Erweiterungen auftretenden Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ stellen läßt.