Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
verheddern
verheddern
verheddern Vb. ‘verwirren, in Unordnung bringen’, meist reflexiv ‘sich (in etw.) verwickeln, verfangen’ (beim Arbeiten mit Fäden und Werg), übertragen ‘beim Sprechen sich verwirren, durcheinanderkommen, steckenbleiben’, ein nd. md. Verb, das in der 2. Hälfte des 18. Jhs. durch norddeutsche Schriftsteller in die Literatursprache gelangt. Es ist abgeleitet von mnd. hēde, nd. Hede ‘Werg, Flachs-, Hanfabfall, in der Hechel zurückbleibendes Gewirr kürzerer Fasern’, das wie gleichbed. mnl. hēde, nl. hede mit Vokaldehnung nach r-Ausfall neben gleichbed. nl. (älter) herde, heerde, südnl. heerd ‘Flachsstengel’, aengl. heorde ‘Flachsfaser’, (Plur.) heordan ‘Werg’, engl. (Plur.) hards, hurds ‘Werg’ steht. Verwandt ist weiter anord. (ablautend) haddr ‘weibliches Haupthaar’ und außergerm. griech. (reduplizierend) késkeon (κέσκεον) ‘Werg’, mir. cīr ‘Kamm’, lit. kansà ‘Haarflechte, Zopf’, aslaw. česati ‘kämmen, abstreifen (von Früchten)’, russ. česát (чесать) ‘kämmen, hecheln, kratzen’, kosá (коса) ‘Flechte, Zopf’. Auszugehen ist von einer Wurzel ie. *kes- ‘kratzen, kämmen’.