vergut,
zusammensetzung aus für (
md. nd. vor) gut (
adject.),
vgl. fürlieb
und mhd. verwâre, verübel
u. s. w. nur in den zusammenstellungen vergut haben, nehmen, halten
gebräuchlich, heute überhaupt nicht mehr schriftdeutsch, aber das gegentheil: nicht für ungut nehmen,
heute noch mundartlich Schm. 1, 243
Frommann; mhd. sô muostu die wîle hinne sîn, unz du gewinnest andern muot und mîne gâbe nimest verguot.
Laurin 1194; dô sprach der alte Hildebrant, hœre ich daʒ siʒ hie zehant alle gerne hânt verguot, sô bin ichʒ derʒ mit willen tuot.
Biterolf 7355;
nhd. verguot haben,
boni consulere. Maaler 420
b; nit wol verguot haben, vast zürnen, nit dultigklich tragen,
non mediocriter ferre. ebenda; ubel (
adv.) verguot haben und zornig sein,
graviter ferre. ebenda; wir können gar wol etlich tag allhie im feldt haben vergut. J. Ayrer
kaiser Otto 88
a; peit Lais peit, hab jetz verguot. Schmelzl
verlorner sohn 22
b;
mit accusativ: habs ubel verguot. Dasyp. 72
a; so sthet bei einer gsellschaft wol wo sie freundtlichen schertzen thut, und nimb auch schertzen wider vergut. H. Sachs 2, 4, 81 (9, 345
Keller); mit etwas: mit wenig verguot haben, an kleinem vergnügt sein,
parvo uti. Maaler 420
b; die torheit seiner weib und kind tragen könde, mit jn verguot hab, ob es gleich nit alles so eben geschliffen und zu boltzen getreet ist. Frank
sprichw. 2, 200
b; wolt ir auch mit uns haben vergut? J. Ayrer
Tarquin 37
a; von eim verguot haben,
aequum esse alicui. Maaler 420
b; vergut nehmen: der breutigam bedanckt sich, bit, wolt vergut nemen und auff den abend widerkommen. Mathesius
Luther (1566) 148
a; bedenck das vergangen, das ich dir hab vil wildts gefangen, und lasz desselben mich geniesen, so wirstu auch ohn als verdriesen vergut nemen mein alte tag und was ich itzt darinn vermag. H. Sachs 2, 4, 54 (9, 231
Keller); mein herr, uns will niemandt einlassen, in dieser statt uns herberg gebn. drumb wöllen wir die nacht gleich ebn auff der gassen nemen vergut. 3, 1, 58 (10, 223
Keller); wenn du ein frummer gast wolst sein, und wolst mit mir nemen vergut, wie man rausz auff den dörffern thut, ein suppen, ein hew oder strow. 3, 3, 28
b (14, 113
Keller-Götze); jn wenig hat d'natur verguot, daby ouch d'gsundheit wirt verhuot.
trag. Joh. B vii; vergut halten: die frawen wir euch bringen wöllen; die soll euch alle ding abbitten, fürbasz sich brauchen guter sitten, euch fürbasz halten gar vergut. H. Sachs 1, 525 (5, 257
Keller).