verflattern,
verb. 11)
flatternd verschwinden, hinwegflattern, zusammensetzung zu flattern,
unsicher sich hin und her, auf und nieder bewegen, ver
gibt die nebenbedeutung '
hinweg'
dazu. wie bei dem einfachen zeitworte neben flattern
älteres fladern
nachgewiesen (
s. theil 3, 1731),
so auch in älterer zeit verfladern
neben verflattern. 1@aa)
unter flatternder bewegung sich verzehren, von verbrennendem holze u. ähnl.: das grün holz seud, das dürr verfladert (
im feuer). Agricola
spr. 102
a; im fewer verfladern wie das stroh.
kr. des fr. 204; grün und dürr holcz brennen ungleich, wenn das grün erhitzet, so ist das dürr verfladert (
gesagt von einem alten, der eine junge frau heiratet). Lehmann 166;
auf abstracte dinge übertragen, besonders von der '
auflodernden'
leidenschaft oder dem gefühle, schwinden: gleichwohl verflatterte bald das gerührte zürnen und er bewilligte dem ersten blättchen des so lange gesuchten lieblings immer schönere milderungen. J. Paul 22, 89. 1@bb)
flatternd sich wegbewegen, abweichen vom gegebenen wege, gesagt vom wasser und schnee: ach mehr als eine grosze schöne welt geht
unter in der brust und läszt nichts zurück und grade der strom der höhern menschen verspringt und befruchtet nichts, wie sich hohe wasserfälle zersplittern und schon weit über der erde verflattern. J. Paul 21, 58; in der dämmerung verflatterte das schneegestöber und aus dem reinen himmel blitzte der mond. 29, 112;
von geweben und kleidungsstücken, s. unter verfedern
sp. 322: der verflatternde faden. Spielhagen
sturmfluth 1, 113;
bildlich, von dem blatte eines buches: warum darf auch uns eine einzige gute beobachtung und regel verloren gehn, blosz weil sie in einem zu dickschweren werke eingekerkert niedersinkt oder in einem einblättrigen verflattert? J. Paul,
s. Campe
unter einblätterig.
von abstracten dingen, in unstäter thätigkeit vom gewöhnlichen, gesetzmäszigen abweichen: Boucher und Watteau, zwei wahrhaft geborne künstler, deren werke, wenn schon verflatternd im geist und im sinn der zeit, doch immer noch höchst respectabel gefunden werden. Göthe 48, 170. 22)
selten transitiv, veranlassen, dasz etwas flatternd schwindet, zu grunde geht: der kopff wirt bald verfladert. Agricola
sprichw. 146
a; hats da mich auch bezaubert? hats da mir auch den wunsch entlockt, mein leben in seinem sonnenscheine zu verflattern? Lessing 2, 334. 33)
reflexiv, sich verflattern,
unstät hin- und herfliegen und dadurch schaden nehmen: der vogel verflattert sich;
bildlich, sich in unstäter thätigkeit aufreiben: kommt nun vollends zur schwäche der lage die schmeichelei des wahns .. so wird er (
der junge dichter) mit versäumung aller wirklichkeit .. sich immer weicher und dünner ins gesetzlose wüste verflattern. J. Paul 41, 37;
bildlich: weh dem künstler, der seine hütte verläszt, um in den akademischen pranggebäuden sich zu verflattern! Göthe 44, 6.