Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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urdrusz, m. , zu g. usþriutan belästigen, ahd. irdriozan, mhd. erdriezen überdrusz erregen. ahd. urdrioz-, -dreoz, -driez neben urdruzzî, -druzzeda; mhd. urdruʒ, -druz neben urdrütze, -drutze überdrusz, unlust, ekel, beschwerung, mühe, plage. im mhd. ist u. viel häufiger als verdrusz (s. d.), überdrusz (s. d.) scheint, abgesehen von überdrôz, der ä. spr. überhaupt abzugehen. Jac. Grimm sah hier in ur- eine abstraction der urbedeutung (gramm. 2, 792; Weigand syn. 3, 947). urdrucz fastidium Diefenbach n. gl. 168a; urtrurtz vel urtriesz, -drusz taedium gl. 575a; urdroz aporia n. gl. 28a; impatientia urdrutz Schöpper (1550) b 5b; urlust, widerwank, widerwille, urdrutz, aberwank b 5c; satietas Dasypodius 449d; praemolestia Calepinus xi ling. (1598) 1134b; urdrusz, unlust, uberlast, unwill, verdrusz Apherdianus (1601) 242. urdrutze spiegel menschlicher behaltnuss (1492) 2a; 7a. urtrutz Fischart flöhhatz 185 H. Fischer schwäb. wb. 6, 293 f.; Schmidt elsäss. 385; Schmeller-Fr. 1, 572. von Frisch und Campe als veraltet bezeichnet, in der ma. noch lebendig und daraus einmal bei Mörike. 11) überdrusz, widerwillen (wie verdrusz 1): also bin ich ein blndes, wolriechendes, unvermischtes lieb an urdruzz und one biterkeit H. Seuse d. schr. 13, 29 B.; Neidhart Eunuchus (1486) 179 F.; Keisersberg bei Dacheux 188; da (im himmel) ist auch nüt, darab man ainen urdrutz hab schiff der penitenz 116c; so ein mensch got lang hett gedient ..., felt er etwann in ein urdrutz baum d. seligkeit 31c; es ist kein gröszer vergift in eim menschen dann urdrutz 5c; hör aber, das gott ein unlust und urdrutz hat zuo den dingen J. Adelphus Erasmus enchiridion (1520) 5a; urdrutz des gewonlichen Eberlin v. Günzburg 2, 154 ndr.; ehe dann das gemt in ain urtrusz kumm M. Herr sittl. zuchtb. (1536) 6a; was aber man gibt aus urtrutz, da nimbts der nemer ie zu trutz Fischart flöhhatz 185 H.; sichs zum urdrutz essen u. ä. Fischer 6, 293; er sprach dem laiblein ... so lang zu, bis ihm ganz übel ward, und däuchte ihn, er habe sich für alle zeit urdrutz daran gegessen Mörike erz. 117, 417. 22) wie verlust 2 molestia: und wer der mensch beliben in gottes gebot, so hett er nymer gelitten weder den tod, noch andre pen, weder siechtagen noch urdrutze, noch krankheiten, noch andre gebresten spiegel menschl. behaltnuss (1492) 7a; uberlast Apherdianus (1601) 242; groszer verdrusz Fischer 293. —
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschurdruszm.
Grimm (DWB, 1854–1961)
urdrusz , m. , zu g. usþriutan belästigen, ahd. irdriozan, mhd. erdriezen überdrusz erregen. ahd. urdrioz-, -dreoz, -dri…
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Cotta, M. (2026). „urdrusz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/urdrusz/dwb?formid=U13736
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Cotta, Marcel. „urdrusz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/urdrusz/dwb?formid=U13736. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „urdrusz". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/urdrusz/dwb?formid=U13736.
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