uranfang,
m. , anfang
durch ur- C 4 c
verstärkt. vereinzelt steht ein beleg 1580 uranfänge (
origines)
von Dreyfelder, uranfänger
gebraucht Schottel
haubtspr. 37, uranfänglich
die übersetzung der madame Guion (1728)
christliche u. geistreiche briefe 279,
im übrigen wird unser wort erst in der letzten hälfte des 18.
jhs. üblich, z. th. als ersatz für element,
primordium, principium, origines. Adelung
verzeichnet es noch nicht, dagegen Campe
als alt und brauchbar. 11)
origines, vielfach mit bed. 2
sich mischend: diejhenigen, so in beschreibungen der landen und uranfängen erst erbauten stätten ... unrecht dran gewesen Dreyfelder
historien des hauses Est (1580) 82
a; in der geschichte liebte Leibnitz vor allem die uranfänge (origines) der völker Herder 23, 478
S.; die jetzige deutsche sprache in ihren ersten uranfängen Nicolai
reise 6, 779; uranfänge der geologie Göthe III 11, 287
W.; mein geist hat keine flügel, um sich in die uranfänge emporzuschwingen II 9, 180
W.; I 42, 2
W.; 41, 1, 129
W.; uranfänge des menschengeschlechts Fichte 7, 107, des völkerverkehrs Ritter
erdk. 5, 434, Roms Gregorovius
wanderjahre in Italien 2 (1904), 234, des christenthums Gutzkow
ritter vom geiste 8, 302, eines deutschen börsensonderrechts
hwb. d. staatswiss. 2
2, 981, menschlicher kultur Boltzmann
populäre schr. 331
u. s. f.; es scheint, die musik wolle sich wieder zu ihren uranfängen ... hinneigen R. Schumann
ges. schr. 1, 125.
selten im sing.: wir sind gleichsam am uranfang des dramas Gervinus
gesch. d. d. dicht. 3, 413. 22) '
elementa oder principia, uranfänge ...
sind die allereinfachste, höchst feine, unveränderliche und unzerstörliche substanzen ...' Blancard
arzneiwiss. wb. (1788) 1, 771; Rode
Vitruvius de architectura (1800)
anh. 52; Campe
wb. (1811) 5, 244
b: von dieser ... feuermaterie sagt er ..., dasz sie der ... u. aller salze ... sey
allg. d. bibl. 36, 320; in der reinen chemie werden im ersten capitel die uranfänge der elemente abgehandelt 52, 36; feuer und phlogiston als uranfänge der körperwelt 85, 272; die ... naturwissenschaft ... nach den drey uranfängen und grundkräften der natur
anh. 53/86, 622 (1787); die uranfänge der sinnlich erscheinenden dinge vierfach einzutheilen, feuer, wasser, luft und erde einander gegenüberzustellen, ist einer sinnlich tüchtigen, gewissermaszen poetischen anschauung keineswegs zu verargen Göthe II 5, 1, 387
W.; III 6, 32
W. veraltet. 33)
allgemein: uranfang suchen unsre gedanken hier Herder 28, 406
S.; ein mann, der sich schon von so vielen vorurtheilen losgesagt und überall auf grund und uranfang gedrungen hatte Göthe IV 33, 143
W.; F. H. Jacobi 3, 381; das wort u. scheint mir mit orangutang verwandt zu sein Platen 2, 87
R. (
vgl. 1); ich führe dich an den rand der ewigkeit, an den u. der tage Gutzkow (1872
ff.) 1, 15; Lotze
mikrokosmus 1, 34; wenn ich auf den u. zurückmusz, komme ich auf den onkel Ebner-Eschenbach 4, 155; so hat die lippe lügentriefend der wahrheit uranfang verletzt Immermann 13, 214
B.; von gott: offenkundger, geheimnisvoller, uranfang, ohn ende Grillparzer 1, 186
S. ursprüngliche ursache: wo es den miszvergnügten gelang, ihre revolution zustande zu bringen, dort zeigte schon die ausführung selbst, aus welchen ganz verschiedenen uranfängen sie jedesmal entstanden war J. G. Forster 6, 251.
zusammensetzungen: welturanfang Alfr. Meiszner
ged. (1845) 129; uranfangsregung Rückert 8, 630. von (vom) u. (an): vom ersten u. Musäus
physiognom. reisen 4, 218; vom uranfang(e): Rückert 3, 130; Alexis
Woldemar 2, 134; Auerbach 6, 10; Fontane I 1, 100; von u. an: Gervinus
gesch. d. d. dicht. 5, 329; Fontane I 2, 280.
als adverbialer gen. uranfangs Herder 28, 338
S.; 13, 400
S.; 25, 460
S.; Gervinus
gesch. d. d. dicht. 1, 48; 3, 480. —