Eintrag · Mecklenburgisches Wb.
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Wossidia upnähmen aufnehmen 1. in die Höhe nehmen, hochheben: de Küselwind nimmt jo 'n Minschen up StaStargard@KrienkeKrienke; S. Neum. Volksm. 137; vom Boden aufheben: hei nimmt den Slœtel up allgem.; sei süllen upnähmen mit der eben abgestellten Karre weiterfahren RoRostock@BartelshagenBart; Upnähmen das Hochheben des Sarges mit der Leiche bei der Beerdigung Wo. Sa.; dor hebben sei sei (die Leiche) upnahmen ausgegraben SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; denn würd' hei (der Flachs) upnahmen nach dem Röten auf den Wagen geladen WaWaren@BuchholzBuchh; ümmer wenn 'n upnimmt (beim Kartenspiel ein Blatt vom Tisch nimmt), is 't ne anner Klür WiWismar@PoelPoel; Kartoffeln aus der Erde nehmen, ernten WiWismar@BreesenBreesen; Meckl; Wustr; Syn. s. racken1 1 b; Krutkram würd' upnahmen Johannidag gepflückt LuLudwigslust@WarlowWarl; upgenahmen Brot das letzte, aus Teigresten zusammengeknetete Brot StaStargard@GrammertinGramm; dat (sehr üppig aufschießendes Korn) nimmt Gotts Ierdbodden mit up mit in die Höhe HaHagenow@RedefinRed; dat Stegg upnähmen entfernen Wa; dat Hus hebben se upnähmen wullt beseitigen, abreißen StaStargard@WulkenzinWulk; dei annern Hunn' (der Meute) müßten sei (die Hasen) upnähmen anpacken WaWaren@BlücherhofBlüch; erheben, einnehmen: '200 mark scholen se to Schone upnemen in dessem iare' (1375) UB. 18, 572; (1366) 16, 112; a. Spr. ertappen: '(N. und N.) vorzwerd de stad, umme dat se to hope worden uppe nomen, unde he hadde en echte wif' (Wi) Schill.-Lübb. 5, 119a; aufkehren und scheuern: wat Schœne de Vörstuw ... mit Seep un Water un ne Handböst up de Knee upnähmen süll Bri. 7, 231; Spor upnähmen im Aberglauben: Erde aus der Fußspur aufnehmen und in einem Beutel in den Rauch hängen Wo. Sa.; zur magischen Wirkung auf den Menschen, dessen Spur es war, s. Fautspor. 2. auf sich nehmen: wenn ein den Düwel upnimmt auf den Rücken nimmt, ihn aufsitzen läßt WaWaren@SchwarzSchwarz; hei (Pferd) wull nich upnähmen den Reiter nicht dulden GüGüstrow@SuckowSuck; weck Pierd' willen kein Isen upnähmen sich nicht beschlagen lassen WiWismar@SternbergSternb; nimmt hei (Pferd) ok up? läßt es sich beschlagen? RoRostock@RibnitzRibn; dat Ies will nich mihr upnähmen trägt nicht mehr StaStargard@GrammertinGramm. 3. zu sich hereinnehmen, empfangen: nu is se ... gaut upnahmen S. Neum. Volksm. 171; 'desse hundert man scholle we en antwerden uppe de Elve, dar scholn se de upnemen up ere ko(s)t' (1334) UB. 8, 419; 'de ock em ... in dat Hemmelsche Paradyß wert up unde annemen' Gry. Lb. 3, S 1b; he ... nehm üns up un an Bri. 2, 262; dor würd' ick gaut up- un annahmen bewirtet RoRostock@AltheideAHeide; Acker, dei dat (Dünger oder Wasser) nich recht up- un annähmen will WiWismar@PoelPoel; dat Schipp kann twintig Mann upnähmen fassen RoRostock@RibnitzRibn; wenn dat Pierd (Stute) nich upnähmen will (näml. den Hengst) nicht tragend werden will Gü. Übertr. in sich aufnehmen, überblicken: man möt dat glik upnähmen, wat einen dat wiert is SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; zustimmen: dat (eine Erklärung) nähm ick up, dat kann drapen WiWismar@Klein GörnowKGörn; RoRostock@DoberanDob; mancheen nimmt dat gor nich up lehnt es ganz ab StaStargard@NeubrandenburgNBrand. 4. auffassen, ansehen: dor stünnen Lüd', dee nehmen dat (eine Äußerung) jo anners up WaWaren@BlücherhofBlüch; dat mit den dreibeinigen Has' hebben wi mihr as Ulk upnahmen HaHagenow@WittenburgWitt. 5. übernehmen: dei Geschicht kannst in din Bauk mit upnähmen RoRostock@RibnitzRibn; zulassen: 'alle gangbahre Geldt unde Münthe ... schal man hyr ock upnemen und mede kopen unde vorkoppen' (GüGüstrow@BützowBütz 1508) Bär. Ges. 4, 1, 9. 6. entleihen: 'so se (die Witwe) ... van yederman Geldt upnimpt, lenet unde borget' Gry. Wed. D 1b. 7. in Angriff nehmen, beginnen: 'ick ... upneme unde stichte ene ewige vicarie in der parkarken to Gadebuß' (1397) UB. 23, 219; Dingsdag möt ick de Arbeit wedder upnähmen Ro. 8. sich jem. gewachsen fühlen: mit denn' (Schwimmer, Arbeiter u. a.) kann ick 't allemal upnähmen RoRostock@RibnitzRibn. 9. festsetzen: 'myt V marken, de tho delende mank den heren na user kerken uppenomen setten unde seden' (1397) UB. 23, 347; festhalten, aufschreiben: wat de Telefonisten ... upnahmen hewwen W. Neum. Viert 119. 10. sich erheben, vom Boden lösen, refl.: wenn ein tau dissen Barg seggen ward: 'Nümm di up un smit di in 'ne See' Mark. 11, 23; auffliegen: dunn nehmen sick de willen Gäus ... mit eins up Bri. 5, 122; PaParchim@DobbertinDobb; StaStargard@BlankenseeBlank; WiWismar@WarinWar; dee wir 'n Mann, dee wull ok fleegen, künn sick bloß nich von de Ierd' upnähmen RoRostock@WarnemündeWarn; vereinzelt ohne Reflexivpron.: de Drak seggt, ick nähm glik up LuLudwigslust@TewswoosTewsW; Aufschwung nehmen: 'solches gereiche ... den Land-Ständen zum Aufnehmen, Gedeyen und Erleichterung' (1618) Spald. Land. 1, 476; zunehmen, stärker werden: dei Wind hadd sik upnahmen Monh. 12, 292a.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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modern
Dialektupnähmen
Mecklenburgisches Wb.
upnähmen aufnehmen 1. in die Höhe nehmen, hochheben: de Küselwind nimmt jo 'n Minschen up Sta Krienke ; S. Neum. Volksm.…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit upnaehmen
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