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upgēven

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

upgēven stv.

Bd. 3-2, Sp. 783
upgēven (selten:) op-, stv. (Präs.: Ind. 3. Sg. -gēvet, -gift, Konj. 2. Sg. -gēvest, 3. Sg. gēve up; Prät.: Ind. 3. Sg. -gaf, gaf up, Pl. gêven up; Part. Prät. upgegēven, [assimiliert:] uppegēven, °upgegīven [Münst. Täufer 2, 221]): meist trans. — 1. etw. an eine höhere Stelle geben, einreichen, „umme artykele de se tighen se upgegheven hadden vor richteren in deme hove to Rome” (Chr. d. d. St. 16, 325). — 2. auffüllen, „Als it [die Speise] nu was bereit ... gaf it de meister up in eine sülvern skale” (Lauremberg ed. Lappenberg 48). — 3. refl. nach oben kommen, zum Vorschein kommen, „werp den angel vth / vñ den er=sten vysch de syck vpgyfft / den nym” (Bugenhagen-Bibel Matth. 17, 27). — 4. (eine Tätigkeit, Verhandlung) beenden, „Do geven se echt dusse ghenge up unde leten den umgangk berauwen” (Chr. d. d. St. 16, 439), „Hirmede [mit dem Urteil] is dat Dikrichte upgegeven worden” (Olden Landes Ord. 69), „de morgensprake upgeven” (Lüneb. ZR 221); — von einem Vorhaben ablassen, „so dat schep ... sick nicht iegen den windt richten [konde] / geue wy dath vp / vnde segelden alzo vor dem winde” (Wittenb. NT 1528 Apostelgesch. 27, 15). — 5. (ein Amt) aufgeben, „Jk wyl dat bysschopdum up gheuen” (Geeraedts 245), „wente an de tydt dat he de vormunderschop vpgheuen schal” (Hamb. StR ed. Reincke 93); — (einen Status) aufgeben, „Gheve en use borghere de borgherschop up, uppe dat he nicht mit os schoten ne dorfte” (Gosl. StR ed. Ebel 180); — (Vbdgg.:) den rât u. den Sitz im Rat aufgeben, (auch:) an einer best. Ratssitzung nicht teilnehmen, „Were, dat to den tyden welk ratman kranck leghe edder nicht to hus en were edder den raͤd hedde upghegheven, deme scholde dat sunder vare wesen” (Ub. Bremen 5, 70); — sînen ge(i)st/ ende/sîn lēven u. sterben, „Vpgheuen den []ghest exspirare spiritum exalare” (Voc. Strals. ed. Damme 467), „ihesus ... negede sin houet vnde gaf vpp sinen geyst” (Buxteh. Ev. Joh. 19, 30), „alle [Personen] martiren laten, so lange dat se ore levent upgeven” (Oldecop 526), „Mit den worden gaf he sinen ende up” (Bruns Gedichte 354). — 6. durch Aufgabe der Verteidigung preisgeben, „Derhalven wart de Steynbrugge am derden dage der belagerunge upgegeven” (Oldecop 343), „Se gevent hus up, und he wort mit 3 sonen gefangen nomen” (J. Brandis 8); — c. D. p. + A. r. (dem Gegner) überlassen, „vnde sande ene enen breyff // dat se eme vpgheuen scholden de stat effte se scholden anders van hunghere steruen” (Lüb. Hist. 160); — refl. + D. p. sich jemdm. ergeben, „se scholden sik alle in gnaden und ungnaden dem konninge ... upgeven” (Oldecop 676), „wen sik de vygende ene upgheven, so doden se se” (Mandeville 141). — 7. auflassen, (ein Besitzrecht, Nutzungsrecht) aufgeben, „Wel en en gut up gheven, dat he heft to ervemtinse, dat mach he don” (Gosl. StR ed. Ebel 59); — c. D. p. + A. r. (ein Besitzrecht, Nutzungsrecht) übergeben, „de erbare vruwe ... vorleet vnde gaf vp deme erliken manne ... ere lifghedyngh vnde weddeschat in deme dorpe to Gralowe” (Meckl. Ub. 18, 203), „darumme se unde er gnade dat sulve ambacht ... unghenodyget heft my unde jw thosamen upgegeven” (Ribn. Chr. 115). — 8. c. D. p. + A. r. (Waren) aushändigen, „welk man, de de werk kopen will van den Russen, de schal siik dat laten leveren to beseende unde laten siik upgeven na older wanheyt” (Hanserec. II 3, 187). — 9. c. D. p. + A. p. jemdm. überlassen, „He byddet, dat gy eme wyllen vpgheuen Isegryme vnde laten ene leuen” (RV 225). Subst.
3514 Zeichen · 125 Sätze

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    upgevenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    upgeven , st. V. Vw.: s. upgēven*

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Cotta, M. (2026). „upgeven". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/upgeven/mnwb
MLA
Cotta, Marcel. „upgeven". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/upgeven/mnwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „upgeven". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/upgeven/mnwb.
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