unweiblich,
adj. adv.,
gs. zu weiblich (
s. d.).
mhd. unwîplich, -lîche;
mnl. onwivelijc.
vgl. schwed. oqvinlig. a) weiblich I B 2
a entsprechend: die form der brust ist u. H. Brunn
kl. schr. 3, 76. b)
wie mhd. unweibliches weib (weiblich I C 1): ein unweibliches weib ist so widrig wie der lieblos-groszmüthige liebhaber Herder 22, 278
S.; seine geistreiche, aber sehr unweibliche frau G. Jahn
gesch. d. franz. revolution (1858
3) 59;
vgl. dein unweiblich herz O. Ludwig 3, 452. die weiber werden aber, je weiter nordwärts, auf den bergen desto roher, unweiblicher, gegen die sanften hinduerinnen Ritter
erdkunde 3, 752; sie (
königin Christine) ist ... recht mit absicht u. Ranke
s. w. 39, 57; ein eigenthümliches kind, so ganz u. und doch allerliebstscharmant W. Raabe
schüdderump 3, 274; Polenz
Grabenhäger 2, 143. Pansner
schimpfwb. 74
b. c)
von handlungen und eigenschaften, die dem weibe ungemäsz sind (weiblich I A 1): dises unwyplich fechten Steinhöwel
ber. frauen 290
Dr.; dreistigkeit, unverschämtheiten, kühnheit, wuth, übermuth, art die wirthschaft zu leiten, zug des wesens, gefasztheit, vergnügungen, schritt
u. s. w. Bürde
erzählung einer gesellschaftsreise (1783) 274; C. Meiners
briefe über die Schweiz (1785) 236; Eichendorf 2, 181; Holtei 40
jahre 1, 237;
erz. schr. 4, 52; Bismarck
br. an s. braut 210; Döllinger
akad. vorträge 1, 337; Hebbel I 8, 162
W.; v.
d. Steinen
naturvölker Zentralbrasiliens 298; Spielhagen
s. w. 2, 337. ihr ganzes betragen (
bedäuchte ihn) u. Gaudy 8, 129; schriftstellern sei u. Ebner-Eschenbach 3, 119.
auch von äuszerungen solcher eigenschaften: unwipplich mere
Alsfelder passionsspiel 1884
Gr.; und woher quillt, von wannen ein gesetz, unweiblich, du vergibst mir, unnatürlich, dem übrigen geschlecht der menschen fremd? H. v. Kleist 2, 110
Schm. (
Penthesilea 1903). d)
substantiviert: ihre stimme ... kündigte etwas unweibliches in ihr an Ranke
s. w. 14, 203; G. Freytag 2, 175; die zierlichste gestalt, die graziöseste haltung ... zeigen sich gemein, wenn die beine ausgreifen, die arme schlenkern, die röcke fliegen. es giebt nichts unweiblicheres für mich Holtei
erz. schr. 9, 19. e)
adv.: unweiblicher kann wohl kein weibliches geschöpf gezeichnet werden Lichtenberg
erklärung d. hogarthischen kupferstiche 4, 29; so u. hart Biernatzki
des letzten matrosen tageb. 43; ein fast u. kritisches wesen G. Keller 7, 56. —