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unüberwindlich

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unüberwindlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1984
unüberwindlich, adj. adv., gth. v. überwindlich. vgl. unüberwindbar. spätmhd. unüberwindelich, -wintlich; nl. onoverwinlijk; n. uovervindelig; schwed. oöfvervinnelig. veraltete formen: unüberwindelich, -denlich A. v. Eyb spiegel d. sitten (1519) A 4b; O 3a; acc. unüberwindling H. Sachs 2, 107, 11 K.; unuberwündlich A. Freitag architectura milit. (1631) 120; Blumauer ged. (1782) 6; wiewole das slos unuwerwynlichen was Wigand Gerstenberg chron. 97 Diemar. insuperabilis, invincibilis, inexpugnabilis, irrefragabilis gemma (1508) n 2b; m 4b; n 4b; invictus Diefenbach gl. 306b; Alberus (1540) 60b; das nit ze überhöhen ist, unüberwindtlich, das man nit überwinden oder übersteygen mag Frisius 714a; indomitus 684a; δυσκολόμητος H. Decimator thes.; insurmontable Wiederhold (1669) 394b; imprenable Spanutius (1720) 285; Apinus (1728) 282; Kinderling (1795) 134. a) von personen α) in kampf u. herrschaft; mhd. wb. 3, 680b: dem unuberwintlichen volck erste d. bibel 3, 21, 2; bibel (1483) 466a (Makkab. 11, 13); Luther 19, 383 W.; die Sachsen seint alle zeit frey gewest, alle zeit u. Hutten 1, 389 B.; sie unüberwindtlichen Teutschen S. Franck chron. Germ. (1538) 10a; Schill ehrenkranz (1644) 151; im fechten sind sie u. Vieth leibesübungen (1793) 1, 220; von Olofernes erste d. bibel 7, 38, 27; du unüberwindlicher überwinder Opitz opera (1690) 3, 261; der unüberwindliche held, ritter u. s. w. Gottsched das neueste 1, 285; J. G. Forster 2, 295; ich weisz wohl, dasz Plinius eines achats gedenkt ... der, von ringern getragen, sie u. mache Lessing 10, 309 M.; das unüberwindtlich hör, kriegsheer Xylander Polybius (1574) 25; Wieland Lucian 4, 57; die unüberwindliche flotte, armada (nl. de onoverwinnelijke vloot, nl. wb. 10, 1759) Schiller 4, 91 G.; 4, 110 G.; J. G. Forster 4, 97; hwb. d. staatswiss. 52, 1031; das unüberwindliche Rom Schiller 3, 54 G.; Niebuhr m. gesch. 1, 14. β) in weiterem sinne: hast du jemals eine unüberwindliche frau gefunden? theater d. Deutschen (1768 ff.) 5, 342; sobald über natur die rede gieng, war er u. Hippel lebensläufe (1778 ff.) 3, 174; ihm war kein weiblich herz unüberwindlich Schiller 13, 193 G.; nur wo du bist, sei alles, immer kindlich, so bist du alles, bist unüberwindlich Göthe 3, 24 W.; wie sie mir sich zeigen mag, mir unüberwindlich blieb sie bis auf diesen tag Rückert 1, 462; Sokrates, der im trunke u. war Körte sprichwörter (1837) 523; persönlich u. Ranke s. w. 37, 6; etwas unüberwindliches Eichendorf 3, 270; Hegel, der unüberwindliche Ruge briefwechsel 2, 326 Nerrlich. γ) in fürstlichen titulaturen: dem allerdurchluchtigisten, hochmechtigisten und unüberwintlichisten fürsten und herren, herrn Maximilian urk. z. gesch. Max. I. 38 Chmel; Augsburger konfession 17 Kolde; nomenclator hamburg. (1634) 501; Kramer (1702) 2, 1355b; v. Fleming soldat (1726) widmung; v. kaiser Ahasverus: unüberwindlichster! hier lieg ich, bitte gnad! Göthe 16, 26 W.; groszmächtigster! unüberwindlichster! Grillparzer 6, 26 S., von dem allerunüberwintlichisten künig zu Engelandt Luther 10, 2, 176 W.; der königin, der unuberwindlichsten von Niemandshausen engl. comedien (1624) H h 6b; an Napoleon, den unüberwundenen und unüberwindlichen Immermann 18, 68 B.; mythologisch: o Pluto, gewaltigister herr, unüberwintlichster herscher Schade satiren 1, 114; Rist das friedejauchzende Teutschland (1653) 11. δ) von gott: o allerheiligister, allmächtigster, erschrecklichster und unüberwindlichster gott J. Ayrer processus juris (1600) 24; Jesus ware ein starcker, unuberwindlicher gott Spee tugendb. (1649) 560. ε) von der kirche und ihren bekennern: Cristus hat die heilig kilch geteilt ... in die unuberwintleich (die triumphierende) und in die stritbar kilchen Keisersberg evangelia (1515) 99c; woltet ihr starck sein und u. Luther 34, 2, 375 W.; die unuberwindlichen martyrer Hedio chron. germ. (1530) F 6a; eine unüberwindliche gemeine Herder 19, 112 S. b) von thieren und ungeheuern: ein starck, sigenhaft und unuberwindtlich thier Paracelsus (1616) 1, 918 C H.; den unüberwindtlichen löuwen Heyden Plinius (1565) vorr. 6a; von der Scylla J. H. Voss Odyssee 220 B. c) von hindernissen, festungen, waffen u. dgl.: und als der könig achtet, wolt er den wegk, der von eygner natuor hart zuo gewinnen wer, mit solchem werck durch alle genge unüberwintlich und unzuostürmen machen Carbach Livius 216a; denselbigen unüberwindtlichen klausen 229a; das land wirt ... von ... hohen und unwägsamen gebirgen als unuberwindtlichen ringkmauren umbzogen Stumpf Schweizerchron. 469a; von basteien, felsen Kirchhof milit. disciplina (1602) 12; Happel ak. roman 401; ein kugelfreyer wall, mit bäumen unterstützet, mit mann und waffen voll, den sumpf und flut umschleuszt, und alles, was man sonst unuberwindlich heiszt Pietsch bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 3, 49; schranke zaun H. v. Barth Kalkalpen 43; Hans Grimm volk ohne raum 2, 603; stadt, schlosz, ort, vestung Münster cosmographey vorrede 1; Stumpf Schweizerchron. 113b; Duez nomencl. (1652) 219; Gugger christl. herrnpredigten (1590) 1, 14. Fäsch kriegs-, ingenieur-, seelexicon (1735) 264a; vertheidigungswerke, waffen, vierpfünder Ranke s. w. 25, 86; H. v. Cronberg 1 ndr.; J. G. Forster 2, 52; unüberwindliches hindernis, eigentlich: die unüberwindlichen hindernisse, welche die natur in dieser gegend der schiffahrt entgegensetzt J. G. Forster 4, 39; gern übertragen: ist die verschiedenheit der sprachen einem Franzosen ein unüberwindliches hindernisz in solchem vorhaben Gottsched das neueste 8, 51; Schiller 3, 428 G.; Göthe 25, 216 W.; die unüberwindlichsten hindernisse legte ihm sein mitkönig ... in den weg F. H. Jacobi 5, 394. d) von abstractis, meist den begriff steigernd, nach dem vorbild der lat. verbb. von insuperabilis. α) von positiven begriffen: H. ist gewesen ... fast schOen und unüberwintlicher lieby gegen ierem man Steinhöwel ber. frauen 242 Dr.; gehorsam, stärke, gerechtigkeit, wahrheit, glauben, gottes wort, gezeugnüsz, namen Jhesu, neigung zum schlafen, standmut, gnade, sanftmut, geduld, beharrlichkeit, keuschheit, wunsch, meinung, nothwendigkeit, rückhalt u. s. w. Luther 2, 691 W.; 29, 277 W.; 7, 26 W.; 7, 627 W.; 24, 568 W.; Hutten 2, 125 B.; kampf der schwärmer gegen Luther 19 ndr.; Ringwaldt lauter warheit A 7b; Wirsung arzneib. (1588) 143b; Fischart Garg. 20 ndr.; Kramer (1702) 2, 1355b; Lessing 3, 189 M.; Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 220; Schiller 4, 102 G.; Bode Montaigne 3, 9; Göthe 46, 14 W.; Bürger 1, 180 B.; Ranke s. w. 3, 74; 4, 134; unüberwindliche mächte roman von Herm. Grimm (1867); rein steigernd: mit unüberwindlichen reizen Sal. Geszner 1, 115; einer groszen, unüberwindlichen zukunft Bettine dies buch gehört dem könig 2, 445; die tugendt ist ... unüberwindlich A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) A 4b; wie zittern mir durch die gebeine freud und hoffnung, dem schmerz unüberwindlich, dahin Klopstock oden 1, 32 M.-P.; schwer zu besiegen ist schon die neigung, gesellet sich aber gar die gewohnheit zu ihr unüberwindlich ist sie Schiller 11, 164 G.; das verlangen, sie wiederzusehen, war u. Göthe 27, 357 W. β) von negativen begriffen: unüberwintliche fyntschaft Steinhöwel Äsop 75 Ö.; scham, blodickeyt, sunde, stricke, übel, not, straff, last, arbeit, unwissenheit, abneigung, abscheu, hasz, widerwillen, schwierigkeit, schwachheit, zweifel, fehler, schmerz, leid u. s. f. Luther 10, 1, 1, 663 W.; 15, 297 W.; Jac. Strausz beichtpüchlin (1523) A 2b; Schaidenreiszer Odyssea (1537) 51b; sch. w. klugreden (1548) 62b; H. Sachs 18, 240, 21 G.; Moscherosch insomnis cura 42 ndr.; Wolff v. d. menschen thun u. lassen (1720) 92; Kramer (1702) 2, 1355b; Gottsched das neueste 7, 29; theater der Deutschen (1768 ff.) 17, 51; Sturz (1779) 1, 138; Schubart briefe 1, 202 Str.; Göthe 23, 237 W.; J. G. Forster 7, 356; Herder 12, 253 S.; Immermann 5, 137 B.; Jean Paul 1, 265 H.; Auerbach 6, 5; ist dieses vorurtheil nun bey meinen glaubensgenossen u., so ... Lessing 6, 161 M.; bey u. scheinenden widerwärtigkeiten Zimmermann einsamkeit 1, vi. insbesondere unüberwindlicher schade(n): Fischer schwäb. wb. 6, 263; Fierrabras F 4; zu meinem unüberwintlichen schaden Luther 18, 90 W.; zween unüberwindliche schaden 18, 331 W.; B. v. Chiemsee 92; H. Sachs 2, 107, 11 K.; Micrälius Pommerland (1640) 4, 27; J. G. Schmidt rockenphilosophie (1706) 1, 11; Ranke s. w. 2, 170; prädicativ: Brockes ird. vergnügen (1721 ff.) 4, 365. γ) von sonstigen begriffen: ain starckes, unüberwintlichs gemüt N. v. Wyle transl. 106, 20 K; gründe Rist rettung der edlen t. hauptsprache (1642) 2b; ursachen El. Charlotte v. Orleans 4, 243; beweisthümer Kant 8, 54 H.; stoffe Göthe IV 12, 450 W.; thatsache Mörike 3, 65; majorität G. Freytag 15, 9; gottes gebot seind alle u. Jac. Strausz wider den wucher (1523) 2a; freilich sind die trüben tage und langen abende hier fast u. Göthe IV 19, 464 W.; einen dichter zu bilden, die absicht wär ihm (dem schicksal) gelungen, hätte die sprache sich nicht unüberwindlich gezeigt I 1, 325 W. e) adv.: welche ... unüberwintlich gefochten ... haben Dietenberger ob s. Peter zu Rom sei gewesen B 4b; u. beschlieszen Urbanus Regius widder den neuen irsal d. A. Karlstad A 6a, schreiben Hoffmannswaldau-Neukirch 2, 194; wogegen die philosophie u. ihre absolute autonomie behauptete Hegel 1, 3; D ... redete u. für sein vaterland Justi Winckelmann 2, 2, 218; u. fest, ungeheuer, schwer, stark, zähe Treuer d. Dädalus (1675) 1, 21; Göthe 10, 270 W.; J. G. Forster 9, 214; Gries verl. Roland 1, 16; Stifter 1, 175. dazu unüberwindlichkeit, f.: unüberwindtlichait ires globens Keszler sabbata 30; Zinkgref apophthegmata (1628) 421. S. v. Birken ostländ. lorbeerhain 389; darum ist der wille eines weisen, gottliebenden menschen eine u. in dem menschen Schottel ethica (1669) 268; der römischen u. Lohenstein Arm. 2, 251a; dem ruf der u. Wieland Agathon (1767) 2, 235; die absolute u. des zusammenhanges der materie in den grundkörperchen Kant 8, 527 H.; die u. solcher schutz- und trutzgebäude Göthe 41, 2, 141 W., der steinklippe Tieck (1828) 13, 25, der armee Häuszer d. geschichte 2, 758; plural: hinter unüberwindlichkeiten verschanzt Tieck (1828) 11, 343. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unüberwindlich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unüberwindlich , -er, -ste, adj. et adv. unfähig überwunden zu werden. Ein unüberwindlicher Held. Heere dieser Art sind …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unüberwindlich

    Goethe-Wörterbuch

    unüberwindlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    unüberwindlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|über|wind|lich adj. → unüberwindbar .

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Wortbildung

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Ableitung von unueberwindlich 2 Analysen

un- + ueberwindlich

unueberwindlich leitet sich vom Lemma ueberwindlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+ueberwind+-lich

unueberwindlich‑ als Erstglied (1 von 1)