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unstrafbar

mnd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unstrafbar adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1436
unstrafbar, adj. adv. , gth. v. strafbar. mhd. unstrâfbære durch unstrâfbærlich vorausgesetzt; nl. onstrafbaar. heute durch unsträflich zurückgedrängt. 11) ein rest activer bed. steckt in verbindungen wie: von wegen zertlicher, weicher und unstraffbarer ufferziehung Wickram 2, 10, 2 B. veraltet. 22) passiv. a) rechtssprachlich; straflos: und dannocht der tAeter mit urteil unstraffbar, lidig erkant sye Riederer rhetoric (1493) b 2a; untahten, verbrechen Schottel friedens sieg 71 ndr.; Rückert 11, 436; adv.: Kessler sabbata (1902) 12. nach heutigem sprachgefühl wird folgender unterschied gemacht: also ist die that der gewaltthätigen selbsterhaltung nicht etwa als unsträflich (inculpabile), sondern nur als unstrafbar (impunibile) zu beurtheilen Kant 5, 36. b) in der spr. der kirche (durchweg veraltet). α) ungestraft: es ist eine grosze sünd, aber sehr gemein, gebreuchlich und unstrafbar worden Huberinus hauszucht (1553) 87b; jener aber, der tägliche gottlosigkeit u. gemacht zu haben glaubt, wenn er sie morgens und abends ... bereuet Nicolai Nothanker 3, 40. β) unangreifbar, nicht zu tadeln: vom papst H. Sachs 22, 9, 23 G.; gottes unstraffbare gerichte Treuer Dädalus (1675) 1, 734. γ) unverbesserlich: wann got ein menschen veracht und verlaszt, so ist er incorrigibilis, unstraffbar, alle straff ist an im verlorn Keisersberg brösamlin 1, 23d. δ) unsträflich, untadelich, wie c α: erste d. bibel 2, 214, 31 var.; reform. flugschr. 1, 233 Clemen. c) im allgemeinen geistig-sittlichen sinne. α) b δ entsprechend: ain strauffer sol unstraffbar syn Steinhöwel Äsop 264 Ö.; vier adelich unstrafbar mender H. Sachs 2, 344, 6 K.; dafür heute unsträflich. β) wie b γ: unstraffbar oder strafflos narren, die straff nicht wöllen hören Höniger narrenschiff 197. veraltet. γ) tadellos, einwandfrei, zulässig: ist ouch nützit schöners noch unstrafbarers danne die bücher siner hantgeschrifte N. v. Wyle transl. 18, 7 K.; gut und unstraffbar saltz C. Spangenberg chron. (1614) 4; damit wir eine beschützung u. mögen erkennen M. Beuther praxis (1565) 128b (vgl.a); damit ire werck perfect und u. warend G. Rivius Vitruv (1575) 293; von unstraffbahrer anlegung einer mühlen dorf- u. landrecht (1719) 227; eine andere unstrafbare unähnlichkeit des bildes und vorbildes J. E. Schlegel 3, 148; leben Hedio chron. german. (1530) 255b, wandel Frankfurter zunfturk. 1, 146, liebe Birken östl. lorbeerhayn (1657) 45, mängel E. Weigel tugendübende rechenkunst (1687) 30. adv.: Kramer (1702) 2, 994a. veraltet. vgl. unstrafbarlich, unbestraft, ungestraft, unbekläglich, unklagbar, unklaghaft, unbegreiflich, unschändlich, -scheltbar, -scheltlich. —
2685 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unstrafbâradj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    unstrafbâr ( unstraffbar ), adj. : untadelig, (Personen:) unbescholten, „ unstrafbare geschickte menner ” (Ub. Hildesh. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unstrafbaradj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Unstrafbar , adj . u. adv . 1) Nicht gestraft werden könnend. 2) Keine Strafe verdienend. Davon d. — keit .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unstrafbar

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unstrafbar 2 Analysen

un- + strafbar

unstrafbar leitet sich vom Lemma strafbar ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+straf+-bar

unstrafbar‑ als Erstglied (2 von 2)

unstrafbarkeit

DWB

unstrafbar·keit

unstrafbarkeit , f. , gth. u. mangel der strafbarkeit. immunitat Stieler zeitungslust (1697) 452 ; impunität Spanutius (1720) 286 ; innocent…

unstrafbarlich

DWB

unstrafbar·lich

unstrafbarlich , adj. adv. , gth. von strafbarlich. mhd. unstrâfbærlich, -lîche; mnl. onstrafbaerlijc: unstraffberlich Hätzlerin liederbuch …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unstrafbar". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unstrafbar/dwb?formid=U10065
MLA
Cotta, Marcel. „unstrafbar". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unstrafbar/dwb?formid=U10065. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unstrafbar". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unstrafbar/dwb?formid=U10065.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„unstrafbar"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/unstrafbar/dwb?formid=U10065},
  urldate      = {2026-05-19},
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