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unsittig

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsittig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1405
unsittig, adj. adv., gegentheil von sittig. an. úsiðugr, aschwed. osiþugher, schwed. osedig; ahd. unsitig, mhd. unsitec, -ic, mnd. unsedich; mnl. onsedich, nl. onzedig. unsietig s. unsitte, adj. unsittig theilt i. a. die schicksale von sittig 3 und bleibt wenig gebräuchlich. für immoralisch neben unsittlich Campe verd. wb. (1813) 365a nicht durchgedrungen. vgl. ungesittet: er clagt im mit einem traurigen gemt, dasz er das volck zuosammen prächt mit dem gotzwort, wann sy waren unsitig heil. leben winterteil (1471) 36b (vgl. sittig 3 a); incultos, indoctos, agrestes et inhumanos barbaros ... grobe, unsittige, ungeschliffene und ungelehrte leute B. Faber thes. (1587) 104a; invenustus, immodestus, illepidus Aler (1727) 2, 2102b; 'guter äuszerer sitten beraubt, nicht sittsam, ungestüm, unsanft' Adelung; 'unanständig' Staub-Tobler 7, 1468; den unsittigen, frechen Cyrus Herder 26, 236, kyklopen J. H. Voss antisymb. 2, 459; wärt ihr dagegen eines bürgers sohn, so brauchten eure ältern eine magd, und ihr empföhlt zu diesem dienst ein mädchen, das nicht unsittig ist, nicht ungeschickt Raupach dram. werke ernster g. 13, 114; wie sittig 3 c: ein unsittiger trotz Bodmer v. d. wunderbaren (1740) 319, muthwillen Wieland (1794) 27, 245, lust Herder 26, 182, betragen Fouqué jahreszeiten 1, 15, gebrauch Fr. L. Jahn (1884) 2, 612; ich merkte anfangs nicht, dasz mein betragen u. gewesen sei Chamisso 1, 364; adv. (sittig 3 d): onsittig lachen H. Gholtz lebendige bilder (1557) g 3b; unsittiglich Liscow (1739) 900; mhd. unsiteclîche; in starker alter bed.: das saumrosz ... haben sie unsittigerweise ... erschossen Fouqué alts. bildersaal 4, 102. sittig 4 entsprechend: und sie schlugen wild unsittig in der luft sich mit dem fittig Rückert 3, 99. gs. v. sittig 5: 'ausgelassen' Staub-Tobler 7, 1468. dazu unsittigkeit, f.; mnl. onsedicheit, schwed. osedighet: insulsitas B. Faber (1587) 968b; immodestia Aler (1727) 2, 2102b; Adelung, Campe. veraltet. für immoralität (Campe verd. wb. [1813] 365b) ungebräuchlich.
2059 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unsittig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unsittig , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von sittig, guter äußerer Sitten beraubt, nicht sittsam; ingleichen ung…

  2. modern
    Dialekt
    unsittig

    Schweizerisches Idiotikon

    unsittig Band 7, Spalte 1468 unsittig 7,1468

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsittig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unsittig 2 Analysen

un- + sittig

unsittig leitet sich vom Lemma sittig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+sitt+-ig

unsittig‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unsittig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unsittig/dwb?formid=U09952
MLA
Cotta, Marcel. „unsittig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unsittig/dwb?formid=U09952. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „unsittig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unsittig/dwb?formid=U09952.
BibTeX
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