unmannlich,
adj. adv.,
gth. von mannlich.
mhd. unmanlich (-menlich), -manlîche (-menlîche);
mnl. onmanlijc (-menlijk),
nl. onmannelijk;
an. úmannligr, -liga,
aschwed. omanliker, -lika,
schwed. omanlig,
dän. umandig;
engl. unmmanly. 1)
gth. v. mannlich 1: es ist ... ein unerbar, unmanlich stucke, auff einen schlagen, dem man von keiner feintschafft gesagt hatt Agricola
sprichw. (1534) k 7
a; ein volck zu lust ziehen, heiszt es unstreitbar und unmanlich machen Fr. Wilhelm
sprichw. register n
α 595; gegen so unmannlichen dienstknechten Xylander
Plut. 261;
enervata oratio u. Frisius 473
a; u. hertz Maaler 466
a; u., verzagt Rädlein (1711) 986; Dentzler (1716) 328
b. 2) mannlich 2
entsprechend: ein weybischer, unmannlicher gang Frisius 670
a; u., so noch nicht mannsstärcke hat Rädlein (1711) 986
a. 3)
syn. mit unmenschlich: solich unmanliche gefencknüss Eberlin v. Günzburg 1, 103
ndr. veraltet. dafür unmännlich, adj. adv., gth. v. männlich.
gelegentlich in weiterer bed. '
unmenschlich' (
wie unmannlich 3),
z. b. gleich wie ein weib menschlicher form gantz u. mag ein monster geberen Zoleckhofer
vilvaltig beschreibung 304;
sonst männlich
entsprechend. 1)
gth. v. männlich 1: Wieland fand Baggesen ganz u. und in wesentlichen zügen von entschiedener weibernatur Gervinus
gesch. d. d. dicht. 5, 579;
an männlich 4 b
rührend: in unmännlichen zeiten J. Paul 5, 121; desto unmännlicher klangen mir die stimmen berühmter tenoristen Holtei
erz. schr. 2, 162; R. Wagner 5, 156. 2) männlich 2
entsprechend: impuberis, u. Frischlin (1586) 253
a; er sieht u. aus Wieland
Lucian 2, 282;
in verbindung mit männlich 4 b: einen unmännlichen mann Schopenhauer 2, 640. 3)
ähnlich wie männlich 3,
was dem manne nicht eigen, zustehend, angemessen ist oder sein sollte, ohne gerade feige, weichlich u. s. w. (
s. 4)
zu sein: wie wir den krieger preisen, welchen der tod auf dem schlachtfeld, ohne unmännliche krankheit, dahin rafft J. Grimm
rechtsalt. 1, 669;
vgl. männlicher tod
bei Luther
unter männlich 4 a; es sei u., sich von einem weibe etwas vorschreiben zu lassen Auerbach 9, 33; unmännlicher mangel an rat und zuverlässigkeit G. Keller 1, 76; O. Ludwig 5, 137; Ebner-Eschenbach 3, 119. 4)
gth. v. männlich 4: die andern aber, so nicht sauffen, sonder ehrlich und züchtig leben wöllen, schelten sie (
die trinker) unmänlich Ambach
zusauffen e 4
b; wie? immer unmännlicher, thörichter? H. L. Wagner
theaterst. 85; dem unmännlichsten aller herrscher Raumer
Hohenst. 1, 3; solchen unmännlichen schwächling (
Clavigo) Bielschowsky
Göthe 1, 247. auch die zum theil nicht unmännlichen dichter (männlich 4 b) Gervinus
gesch. d. d. dicht. 3, 202. Pansner
schimpfwb. 73
b. die unmännliche folge
vern. tadler. 1, 63; seele Zachariä 3, 13; liebe Wieland
Agathon 2, 75; die unmännlichsten klagen Forster 6, 376; thränen Tieck 8, 26; zum unmännlichen genusz Novalis 1, 146; das ist u. Kotzebue 6, 104.
adv.: welcher sich ... u. erweichen läszt Guarinonius 714; Göthe 8, 293, 10
W. subst.: dem unmännlichen Voss
antisymb. 2, 313; etwas unmännliches Auerbach 13, 196; Herder 18, 52. —