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ungöttlich

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungöttlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1027
ungöttlich, adj. adv. , gth. v. göttlich (s. d. und vgl. auszer-, gegen-, über-, widergöttlich). mhd. ungötlich, mnl. ongodelijc, -like. nl. ongoddelyk. engl. ungodly. n. ugudelig. altschwed. ogudhliker. schwed. ogudlig (ogudaktig). ohngotlicher lastern Mechtel Limburger chronik 65 Knetsch. 11) nichtgöttlich, auszergöttlich, nicht von gott, nicht von gott ausgehend, herrührend, nicht in ihm gegründet u. dgl.: dinge Tauler serm. (1508) 21b; stende Luther 8, 504 W.; einsetzung Dietenberger wider d. b. Luth. v. miszbrauch d. messe C 2; satzung J. H. Voss ged. 3, 244; theorie G. Siegmund Preuszen (1849) 20. der höhere ursprung (der sprache) ist ... durchaus u. Herder 5, 146; die u. erklärte kunst F. Schlegel museum 4, 498. syn. weltlich, non religiosus Dannhawer catechismusmilch 1, 119. im n. t. ist Matthäus (nach Semler) u. (bietet nicht das wort gottes) J. v. Müller 4, 88. syn. falsch, unwahr Schleiermacher II 4, 33. subst. das ungöttliche an uns Forster 8, 64; F. H. Jacobi 2, 323; Pückler briefw. 1, 264. wer oder was mit gott nichts gemein hat: den sie (die kraft) ist göttlich, und er (der ungerechte theologe) u. J. Böhme 5, 90; dem ungöttlichen leser 3, 46; eifer Nicolai S. Nothanker 2, 14 (göttlicher eifer Adelung 2, 762); in einer ungöttlichen (gottverlassenen, gottvergesznen) zeit Herder 7, 158; das ungöttlichste gewäsch Holtei vierzig jahre 1, 26. 22) gott widersprechend, gegen-, widergöttlich, fr. antidivin: alles unnatürliche ist u. Herder 10, 147; könnet ihr ungöttlicher von gott denken als also? Herder 7, 120 (vgl. Hegel 11, 299); Bodenstedt Mirza Schaffy 146. gott nicht genehm, seinem willen nicht entsprechend (vgl. übergöttlich 2): den so ungöttlichen beschlusz seines synodi Bucer in Melanchthoni opera 3, 776 Bretschneider; solche lehr ... falsch und u. ist Nas antip. 3, 167c; legi divinae, praecipue juri naturae et aequitati naturali contrarius Haltaus 1942: das grosze ungötlich unrecht, das sie dem graffen ... zuo gezogen hat Arigo 138, 32; ungöttlicher weise eingangen (in die pfarrstelle) Haltaus a. a. o.; ain ander ungotlichs unwarhaftigs wort und recht Eberlin v. Günzburg 1, 184 ndr.; das u. wAere B. v. Chiemsee 106; Widmann Fausts leben 57 Keller; Guarinonius 30. 33) die mhd., mnl., nl. bed. impius veraltet bei uns im 17. jh. und wird an gottlos abgetreten (wenn Krünitz 196, 416 angeführt wird: die mönche führen einen ungöttlichen lebenswandel, neigt neueres sprachgefühl zu bed. 2): die ungöttlichen opfferer und unbarmhertzige mörder irer söne weish. Sal. 12, 5; menschen Luther 103, 262, 12 W.; B. v. Chiemsee 32; Albrecht fluchabc 79. teuflische und ungöttliche dinge Arigo 32, 8; märe Aventin 4, 729, 15; narung Gengenbach 216 G.; handel Agricola-Bech vorr. 2; händel Fronsperger kriegsb. 1, M 4b; solches ungöttlich bestialisch mittel des vollsauffens Guarinonius 98. länger erhält sich ungöttliches wesen (es hilfft viel zum ungöttlichen wesen ad impietatem 2 Tim. 2, 16; Tit. 2, 12; Teller wb. 454; Luther 342, 108, 22 W.; Prätorius Saturnalia 334; Wackernagel kirchenl. 3, 225; Herder 3, 240), bald verallgemeinert: wie unchristlich und ungotlich solch weszen sey Luther adel 18 ndr.; Waldis psalter 98; Fischer-Tümpel 2, 470; deine furcht bewahre mich vor allem ungöttlichen wesen Schmolcke 2, 223; J. M. Miller predigten 3, 116; Chr. v. Schmid 15, 157. adv. ungötlichen leben heyl. leben, summerteil 29a; ir fastet, das ir haddert und zanckt, und schlahet mit der faust ungöttlich (impie) Jes. 58, 4; Luther 23, 592; 32, 367 W.; fluchen Kramer (1700) 1, 552b; welche (bibliothek) die Husiten gantz u. und lästerlich zerstört .. haben G. Braun beschreibung u. contrafactur 5, 49a. nachzügler, aber vom atheismusbegriff (vgl.ungötter) beeinfluszt: sich u. bezeugen Gottsched das neueste 2, 313. 44) von nichtchristlichen göttern: ungöttliche götter Opitz 2, 279; Schottel 711; Schleiermacher II 4, 33; so finden wir dagegen die homerischen götter ... ungöttlicher als die helden Fr. Schlegel 1, 47. ungöttlichstes Schleiermacher Platon 6, 478. im wortspiel: ungöttliche Saturnia (sie handelt ungöttlich grausam an Ino) Ramler lyr. ged. 278; der ungöttliche und unattische dichter Mommsen m. gesch. 1, 889. im gegensatz zu urgöttlich: urgöttlich ist das licht, ungöttlich finsternisz Rückert 8, 396. ungöttlichkeit, f., gth. der göttlichkeit (s. d.) und deren mangel. mnl. ongodelijcheit. n. ugudelighed. schwed. ogudlighet. engl. ungodliness: impietas Frisius 659a, veraltet; ebenso atheismus Guarinonius 388, ἀθεότης Dannhawer cat. 7, 112; für indivinity, indivinité, in divinität Heyse-Böttger 444a: dieser vorwurf kann keinen beweis ihrer (der religion) u. abgeben J. A. Cramer aufseher 1, 234; Schelling II 4, 63. —
4800 Zeichen · 154 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungöttlich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Ungöttlich , -er, -ste, adj. et adv. 1) Gott nicht ähnlich, in dem göttlichen Wesen nicht gegründet; in welcher Bedeutun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungöttlich

    Goethe-Wörterbuch

    ungöttlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungoettlich

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungoettlich 3 Analysen

un- + goettlich

ungoettlich leitet sich vom Lemma goettlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+goett+-lich ungott+-lich

ungoettlich‑ als Erstglied (1 von 1)

Ungöttlichkeit

Adelung

ungoettlich·keit

Die Ungöttlichkeit , plur. car. die Eigenschaft einer Sache, da sie ungöttlich ist, in beyden Bedeutungen des Beywortes.

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APA
Cotta, M. (2026). „ungoettlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungoettlich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „ungoettlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungoettlich/dwb. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ungoettlich". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungoettlich/dwb.
BibTeX
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