lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

underwin

nur mnd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
1
Verweise raus
1

Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

underwin n.

Bd. 3-2, Sp. 313
underwin -wint, onderwint, n.: Unternehmung, „scholen ... sik mid sodanen dinghen []unde underwinde ... nicht meer beweren” (Nd. Jb. 46, 10); — (Sprww.:) „Klein underwin holt grôt gewin Ingens observant tranquilla negotia lucrum” (Tunnicius 35), „Luttik underwinnes maket grôt vrede Pauca regens populo atque duci gratissimus omni” (ebd. 62), „Luttyk vnderwyndes brynkt vele vredes in” (Prov. Comm. 16), „Weynich wort vnd de waerachtich kleen onderwint dar in verdachtich in oetmoed to halden mate brenck(t) mengen tom guden state” (Beitr. Estl. 1, 2, 223). 1underwinden, -winnen, undirwinden, stv. (Präs. Konj.: 3. Sg. -winde; Prät. Ind.: 3. Sg. -wan, -want, 3. Pl. -wunden; Konj.: 3. Sg. -wünde; Part. Prät. -wunden, -wunnen, -wundet): 1. refl. c. Gen. sich aneignen, in seinen Besitz bringen, „Vendicare underwynden” (ZRG R. 44, 314), „Do sick de leue here sunte Willehadus der kercken to Bremen vmme bede willen coningk Karles vnderwand” (Brem. Chr. 56), „dat capittel to Lubeke underwant sick alle des erves unde gudes, dat he nalaten hadde” (Chr. d. d. St. 26, 19), „An irme dridden jare underwant sic Karl de grote des Romischen rikes” (Sächs. Wchr. 149); c. Acc. „Dit is dat gut tu Nechlin ... dat Cristian von Ekstede vnderwunden hed vnd beseten hed” (Riedel III 1, 70); refl. c. Acc. „worumme ys clarlyck tho merkende, de w. orden syck nenerleye wys kan underwinden effte usurperen dath parth des ergemelten erwerdigen heren bisschoppes van Curlandt” (Livl. Ub. II 2, 432); — refl. c. Gen. sich als Mitglied betätigen, „Neman en mach sich nenere inninge noch werkes vnderwinden. he ne do it mit dere meistere oder mit dere werken orloue” (Ub. Brschwg. 1, 24). 2. refl. c. Gen. sich jmds. bemächtigen, „De duuel vnderwan sek syn, He dede ome swere vnde grote pyn” (Statwech 110), „Sve sik des anderen to kampe underwint, untgat he ime mit rechte, he mut ine mit bute laten” (Ssp. 1, I 51 § 5), „alle, de sus in narheyt blyft Unde achtet nicht de hilge schrift, Den heft de duvel vast ghebunden Unde heft syk erer so underwunden” (Narrenschyp 188); — jmdn. aufgreifen, „alse wii uns nu des sulven gesellen underwunden unde dar umme gevraget hebben, hefft he uns berichtet” (Ub. Hildesh. 4, 384). 3. c. Acc. abwerben, „ok en zal de ene gildebroder den anderen nyne knechte eder megede under wynnen” (Osnabr. Gildeurk. 65). 4. refl. c. Gen. sich jmds. annehmen, „So wanne du den minschen besust in deme glase, is sin nette gelerodelachtich, bouen de mane brunrot vnde open, so scult tu dic siner vnderwinden vnde scult denne deme manne helpen” (Utr. Arzneib. ed. Lindgren 48), „Js dat water swart, de heft dat feber, vnde is et nicht vele, []so steruet he drade, vnde vnderwynt dy syner nicht” (Goth. Arzneib. 202), „do underwant sik des kindes de bischop van Wurzborch” (Chr. d. d. St. 7, 147); — sich einer Sache annehmen, „he vrochtede god unde mit groter innicheit underwant he sik der hilgen gebeinte” (Chr. d. d. St. 7, 144), „Ghar vaken men ok eynen narren fynd, De syk der sternen underwynd, Secht meer darvan, wan he vorsteyt” (Narrenschyp 127); c. van „Is dat gud, dat syk eyn underwyndet van allen dinghen?” (Sidrach 108). 5. refl. c. Gen. auf sich nehmen, übernehmen, „underwynden syk eynes dynghes to donde vel undernemen, usurpare, intromittere, vendicare” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „Jntromittere vnderwinden” (De Man 231a), „Intermittere vnder-wynnen” (Dief. 22b), „Intromittere vnderwinden” (Dief. nov. 38), „De underwant sic des orloges tehant unde verdref Hannibale van Ytalia” (Sächs. Wchr. 84), „Honorius, eyn romesch man, Vele scriuens sek vnderwan” (Statwech 81), „des was een man to Luͤbek, de sik des underwant, dat he deme konynghe den schat wedder uphalen wolde ut deme watere” (Chr. d. d. St. 30, 51), „Umme desse sake biddet Hermen Holtnickere unde sine vedderen den rad, dat se dor god sik desser ding willen underwinden” (Ub. Brschwg. 5, 30), „den, de sik underwunden der hogen sake und it övergesettet in hochdüdsche sprake” (Lauremberg ed. Lappenberg 70); mit Obj.-Satz „eyn yeder vnderwandt syck, dey hylgen kercken allene tho verdelgen vnd allene kercke tho syn” (D. v. Soest ed. Löer 75); — (Sprw.:) „Selich is he de sik nicht underwint Felix est nullum subiens in agendo laborem” (Tunnicius 73). 6. refl. sich auf etw. einlassen, (Harnschau:) „Is de mane besloten so en sculttu dic nicht underwinden, so scal he sic vorevenen mit unseme heren gode” (Nd. Jb. 15, 113); c. Gen. „De groteste dorheyt, de men vint, is dat sik eyn vnderwint Stormes de ene nicht an en tret” (Leyen Doctr. ed. Ljunggren 224), „Ok vrommenden saken, de em nicht even kamen, schal he syk nicht underwinnen” (Derendorf 423). 7. refl. c. Gen. sich anmaßen, „wes vnder wyndestu dych” (Val. u. Nam. 127), „Ock schall nemandt mehr na dussem dage ... sick underwinden nenerley behelpinge” (Renner ed. Klink 1, 474), „Do tor tit underwant sik Ludeke Hollant, ore vorsprake, grotes dinges und settede do af und to dem rade wen he wolde” (Chr. d. d. St. 35, 26); mit Obj.-Satz „na deme dat se sek mannichworve underwunden hebbet unde underwindet, sake to richtende, de an geistlik gerichte hort” (Ub. Hildesh. 4, 265), „desulve underwandt sick []teken tho donde, und dat gemene folck helt ohne vor einen hilligen mann, und bedroch also de luide” (Renner ed. Klink 1, 212).
5367 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    underwinN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    underwin , N. Vw.: s. underwint

Verweisungsnetz

4 Knoten, 2 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 2 Sackgasse 2

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit underwin

12 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von underwin 2 Komponenten

under+win

underwin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

underwin‑ als Erstglied (12 von 12)

underwinde

BMZ

under·winde

underwinde stv. swv. nehme etwas über mich, auf mich, nehme mich eines oder eines dinges an. mit genitiv Gr. 4,668. 1. um dafür zu sorgen. i…

underwinden (winnen)

LW

underwinden·winnen

under-winden (-winnen), sik (mit Gen., selten van oder Acc.) angreifen, erfassen; eine Sache übernehmen, sei es in Güte oder mit Gewalt (sic…

underwindinge

MNWB

underwin·dinge

underwindinge , -windunge , undirwindinge , f. : 1. Inbesitznahme, Besitzergreifung , „ dat wy jw vnde den steden sodanne gelt ... solden vn…

underwinge

MNWB

undervindinge , onder- , underwinge (Liljebäck Gl. 49), f. : 1. Erfahrung, „ Hie wuste guet ouermits der onderuindynghe ende quat ouermits d…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „underwin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/underwin/mnwb
MLA
Cotta, Marcel. „underwin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/underwin/mnwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „underwin". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/underwin/mnwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_underwin_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„underwin"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/underwin/mnwb},
  urldate      = {2026-05-15},
}