unähnlichkeit,
f. ,
subst. zum vor. adj., gegentheil von ähnlichkeit: onehnligkeit Thurneyszer; unAehnligkeit Lohenstein; unAenlichkeit
dissimilitudo, discrepantia, diversitas, discrimen Stieler 29; unähnlichkeit
dissimilitudo, disparitas Steinbach 1, 22; Frisch (1741) 1, 15
b; unähnlichkeit
f. ongelykheid, verschil, verscheidenheid, onderscheid Kramer-Moerbeek 2, 359
b;
dän. ulighed;
schwed. olikhet;
engl. unlikeness.
über abgrenzung gegen die begriffe ungleichheit, verschiedenheit
s. unähnlich.
es bezeichnet das fehlen analoger merkmale, die eigenschaft des unähnlichseins und den concreten fall, in dem sie sich äuszert; oft auch die ursache oder die wirkung der unähnlichkeit. der gebrauch hat bei bezeichnung der abstracten eigenschaft keinen plur. entwickelt, der in concreter bedeutung üblich ist. 11)
mit bezug auf äuszere beschaffenheit, form, gestalt. selten in verbaler umschreibung in unähnlichkeit sein mit;
vgl. unähnlich mit, unähnlich II: die goldertz in Gastein .. sind mit dem Siebenbrgischen .. in grosser vnehnligkeit Thurneyszer
magna alchymia 116.
sonst: es ist wahr: dasz .. wegen gewisser unänligkeit uns offt eine viel andere vergnügende gestalt höchst zuwider sey Lohenstein
Arminius 1, 22
a; man bemerkte auf Rembrandts bild ecce homo vor allen dingen überhaupt auffallende ähnlichkeit und unähnlichkeit der auf so verschiedene art verruchten gesichter Lavater
physiogn. fragmente 1, 87; gott verhüte, dasz diese unähnlichkeit ja niemals weiter als auf die kleidung gehe Laroche
frl. v. Sternheim 1, 91; irgend eine gute bronze in den tausch zu geben, würde schwer halten, da es unter diesen dingen kaum dubletten giebt und die etwanigen wegen ähnlichkeit und unähnlichkeit interessant werden Göthe IV 22, 51
Weim.; was darin schwankend ausgedrückt, schlecht philosophirt ist, werden Sie, sowie die unähnlichkeit der beiden bogen papiers, auf rechnung eines elenden kopfwehes und verdorbenen magens setzen Forster 7, 177; auch auf diesen im ganzen so ähnlichen welt - körpern haben wir sogar in der grossen entfernung mehrere unähnlichkeiten entdeckt Schubert
verm. schriften 3, 155. 22)
kommen wesen, charakter, inhalt, bedeutung in frage: aber es ist nicht genug, dasz herr Utz diese unähnlichkeit selbst bemerket Dusch
verm. schriften 6; wenn wir auch oft eine gewisse unähnlichkeit und entfernung von ihr (
der gottheit) empfinden Göthe 22, 332
Weim.; der major ... zeichnete die charaktere verschiedener väter, die ähnlichkeit oder unähnlichkeit der kinder mit denselben 24, 279
Weim.; vergleichungen mit dem silbenmasz alter und neuer sprachen habe ich mir selten erlaubt, um nicht durch eintretende unähnlichkeit zu verwirren Voss
zeitmessung 6; das waren die räthsel, die ich nicht lösen konnte, die rückwirkung der tochter auf die mutter, die unbeschreibliche ähnlichkeit, die zugleich eine noch unbeschreiblichere unähnlichkeit ist Holtei
erzähl. schriften 124; er (
der herausgeber) findet sie (
eine legende) entsprungen in der sage von Ödipus und Hiob, deren unähnlichkeit bei einiger übereinstimmung am tage liegt J. Grimm
klein. schriften 5, 277; und endlich meint, dasz von unähnlichkeit getrieben sie sein, einander zur verähnlichung zu lieben Rückert 8, 509; kleine horden, die mit ihrer absonderung und zerstreuung, .., erst mundartlich, dann bis zur völligen unähnlichkeit ihre sprache umgestalteten Peschel
völkerkunde (1874) 448; nun begannen verhandlungen über ähnlichkeiten und unähnlichkeiten dieser nachbildungen Ebner-Eschenbach 1, 165. 33)
im wissenschaftlichen sinne überhaupt; besonders logisch, ästhetisch, morphologisch, chemisch; mehr oder weniger deutlich abgegrenzt gegen ungleichheit
und verschiedenheit: unähnlichkeiten, die nicht merklich sind J. E. Schlegel 83, 25
Antoniewicz; ist es aber wohlgethan, unähnlichkeiten in die nachahmung zu bringen 102, 28; jedoch in diesem punkte findet sich zwischen der vernunft und zwischen dem menschlichen geschlechte vielmehr eine unähnlichkeit als eine ähnlichkeit Moses Mendelssohn 2, 148; Paracelsus liesz zwar noch vier elemente gelten, jedes war aber wieder aus dreien zusammengesetzt, aus sal, sulphur und mercurius, wodurch sie denn sämmtlich, ungeachtet ihrer verschiedenheit und unähnlichkeit, wieder in einen gewissen bezug unter einander kamen Göthe II 3, 206, 7
Weim. (
farbenlehre); sie fordert natürlichkeit und wirklichkeit, damit sie einen vergleichungspunct habe, nicht den höheren der im geist ruht, sondern den gemeineren äuszeren, wo sich denn ähnlichkeit und unähnlichkeit des originals und der copie allenfalls in anspruch nehmen läszt I 49, 1, 258, 4
Weim.; wir haben gesehen, dasz diese organe, welche selbst von äuszerer gleichheit bis zur gröszten unähnlichkeit sich verändern, innerlich eine virtuelle gleichheit haben II 6, 287
Weim.; so glaubt man doch, dass die grosse unähnlichkeit der kohle und des diamants nur von der verschiedenen aggregationsform herrühre Sprengel
chemie für landwirthe 2, 74; das .. haschen nach .. unähnlichkeiten ist der tod der ernsten geschichtsbetrachtung Treitschke
histor. u. polit. aufsätze 2
5, 406; so musste ich denn, da man sie, namentlich ihrer groszen unähnlichkeit mit 'Don Juan' wegen, auch nicht als 'opern' passiren lassen wollte, .. mich entschlieszen, meine arbeiten den theatern ohne .. benennung .. zu übergeben Rich. Wagner 9, 307.