Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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umwühlen, vb. 11) trennbar. 1@aa) durch-, durcheinander, das unterste zu oberst wühlen: die swein habent die art, daz si daz ertreich umbwüelent Konrad v. Megenberg buch der natur 121 Pfeiffer; dasz die schwein die streuw undern pferden für und für umbwületen Kirchhof wendunmuth 1, 290 lit. ver.; wer einen wust muss umbwülen, dem gehet der geruch am meisten in die nase Petri der Teutschen weiszheit (1604) 2, F ff 2b; (mein commilitone) wühlte beinahe die hälfte von meinen heften um Wilhelm Grimm an Jacob briefw. 6; der hof komme ihm vor wie ein von stürmen umgewühltes meer Ranke s. w. 9, 294; man mag hundert stücke zeug um- und durchwühlen: er wird nicht müde, immer wieder andere herbeizuschaffen G. Forster s. schr. (1843) 3, 378; mit der degenspitze in der brust des andern das blut umwühlen, wie er in seiner gewühlt W. Alexis Isegrimm 154. — 1@bb) den acker, das land umwühlen 'es umgraben, umpflügen', meist mit dem nebensinn des hastigen, unordentlichen: er grub hie, er grub auch dort, wühlet um den gantzen ort Reinicke fuchs (1650) 173; schickete er einen reuter ab an die schanzengräber, sie sollten einhalten, den grund und boden ... ümzuwühlen Bucholz Herkuliskus (1665) 27; (weil) die eigenthümer der äcker selten selbst hand anlegen, sondern nur andere unberichtete und ungeschickte darinnen umwühlen und arbeiten lassen Hohberg georg. cur. (1682) 2, 8; man musz sie (die akelei) im erdreich, so nicht umgewühlet wird, in einige ordnung stecken allgem. haushalt.-lex. (1749) 1, 20b; da der hacken den boden nur umwühlet, ... so werden auch bei dem stürzen ... die stoppeln ... nicht ... in die tiefe gebracht allgem. deutsche bibl. anh. zu 53-86, 1430; immerfort gräbt man nach, und noch immer bietet die so oft umgewühlte erde neue entdeckungen dar Ranke s. w. 40, 153. — 1@cc) wühlend zu boden stürzen, zerstören: ihr habt ein starcken zaun umb ewr dorff gemacht ... damit ihn nicht ein jede saw umbwühle Zinkgref apophthegmata (1628) 370; jedoch, was heiszets: grosz allein im kriege sein? ... im morschen ziegelgraus der umgewühlten mauern Weichmann poesie der Niedersachsen (1721) 3, 8; dasz die fluth berge umgewühlt ... habe allgem. deutsche bibl. anh. zu 25-36, 1460. — 1@dd) herum-, umherwühlen: (das schaf) thut gar nit in dem kot umbwüln gleich einer sew in allen hüln H. Sachs 1, 370 K.; ein jegliche saw laufft und wült im acker, sein nasen darinn umbwülen, wie sie dann in der artzney auch umbwülen Paracelsus chirurg. bücher (1618) 128A; kam der fünffte, der auch nicht lehr oder vergebens in dieser zwei schelmen häuser umbgewühlet frantzös. Simplicissimus (1683) 1, 237; unsinnlich: straffet sie hefftig, die in allen lastern umbwleten Fabricius auszzug bewerter historien (1599) 791. — 1@ee) übertragen: da er (der herzog) nichts umbwühlete, sondern liesz alles in seinem gewönlichen gang Fischart discours (1589) d 1a; besonders, das innere des menschen, volks 'aufwühlen und umgestalten': stand ich bisher im wahn, staaten nicht umwühlen wollen heisze gemüthsruhe? Schiller 3, 86 G.; der dichter pflegt, um nicht zu langeweilen, sein innerstes von grund aus umzuwühlen Göthe 2, 17 W.; ich wollte recht, es (das buch) wühle die meinungen etwas um Gervinus in: briefw. zwischen J. und W. Grimm, Dahlmann und Gervinus 2, 278; als wühlte eine geisterhand sonderbar sein innerstes um Gutzkow ritter vom geiste (1850) 8, 388; manchmal war er von einer idee so tief getroffen und umgewühlt E. Strausz freund Hein (1921) 230; wie 'umdrehen': es wühlt mein herz um, den gräuel länger zu sehen Alexis Woldemar (1842) 1, 230. 22) untrennbar, wühlend umgeben: wie ein zerfreszner fels weit vorhängt über seinen schwachen fusz, vom wilden, wüsten Ocean umwühlt Shakespeare 7, 64; zerriszne felsen, offne klippen, umwühlt von lebenden gerippen J. G. Jacobi s. w. (1807) 2, 159. —
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
NeuhochdeutschÚmwühlen
Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege
Úmwühlen , verb. reg. act. ich wühle um, umgewühlt, umzuwühlen, so wühlen, daß das untere oben komme. Die Schweine wühle…
- 18./19. Jh.
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit umwuehlen
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Cotta, M. (2026). „umwuehlen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/umwuehlen/dwb?formid=U04439
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Cotta, Marcel. „umwuehlen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/umwuehlen/dwb?formid=U04439. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „umwuehlen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/umwuehlen/dwb?formid=U04439.
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