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übertünchen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

übertünchen v.

Bd. 23, Sp. 617
übertünchen, v., untrennb. verbindung, mit tünche bedecken: crustare, gleichsam mit einer rinde überziehen Corvinus fons lat. (1646) 236; Garthius (1679) 349b; Reyher thes. (1686) n 3ra; die wänd übertuncken, tectorio vestire Aler (1727) 2, 1952a; Steinbach 2, 881; Voigtel wb. 3, 449b. verengt: weisz anstreichen, dealbare; biancare Kramer (1702) 2, 1162a; die wänd (der kornspeicher) sollen ... mit weisser erden überdünchet sein M. Herr feldbau (1551) 48a; raben mit kalche übertinchen Lohenstein Arminius 2, 1365b; schrifften (inschriften an kirchenwänden) übertünchen Zinkgref apophthegmata (1628) 333; man ... übertünchte die mit gemälden geschmückten ... wände der kirchen mit steinfarbe Ranke 3, 246; Klinger w. 8, 38; E. Th. A. Hoffmann 14, 137 Gr. sodann verächtlich für schminken: frauenzimmer waren da, alle übertüncht und bemalt und befirnisst Sturz schr. (1779f.) 2, 406. scherzhaft: wofern ich nicht die wahrheit sage, sollen alle raben der ganzen welt den kopf mir übertünchen Wieland Horazens sat. (1794) 1, 252. 2) der bildliche ausdruck übertünchtes grab geht von der bibelstelle Matth. 23, 27 aus: weh euch schrifftgelerten und phariseer, ir heuchler, die ir gleich seid wie die übertünchte greber, welch auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller todtenbein (sepulcris dealbatis, τάφοις κεκονιαμένοις; erste d. bibel u. Zürcherbibel: geweiszt). vgl. auch acta apost. 23, 3. a) es zeigt sich (in dem hofprediger) ein phariseisch übertünchtes grab alamod.-technol. interim (1675) 88; euch, heuchler, fahr ich christlich an, euch, euch, ihr übertünchten wände Günther ged. nachl. (1742) 12; M. Claudius Asmus u. s. w. 1/2, 149; H. L. Wagner theaterst. (1779) 40; Hippel über die ehe (1774) 76; diese abhandlung gleichet ... übertünchten gräbern, die von auszen hübsch scheinen br. die neueste lit. betr. 11, 131; Stolberg ges. w. 3, 7; Spielhagen 2, 461; Droste-Hülshoff w. 3, 81 Sch.; W. Müller ged. 215 H. b) in freiem gebrauch: wodurch ... ein tag den andern übertüncht und das unnützeste über das trefflichste ... sorglos hinpinselt Göthe 421, 133 W.; das falsche ... ist wie ein firnisz, mit dem man leicht alles übertüncht gespr. 7, 97 B.; der glanz, der ... euer elend übertüncht Klinger theater 4, 10; sie (die philosophen) verstecken die verächtlichsten sitten hinter einer übertünchten auszenseite Wieland Lucian (1788) 1, 234; gott haszt ... übertünchte herzen J. A. Cramer s. ged. 1, 112; einer von den übertünchten windbeuteln Göthe 38, 95 W.; übertünchte barbarey Lavater verm. schr. (1774) 1, 157; Mommsen m. gesch. 2, 410; sinnlichkeit Fr. Schlegel s. w. 4, 102. in activem sinne: ü. tugend Schönaich Hermann (1751) 83; ein Kanadier, der noch Europens übertünchte höflichkeit nicht kannte Seume ged. (1839) 72. c) der bedeutung verbergen, verheimlichen sich nähernd: einen widerspruch verkleben und übertünchen Kant 3 (1838) 338 H.; sein ... inneres ... verdecken und ... übertünchen Klinger w. 3, 127; diese ungleichheit (in dem buche) habe ich nicht übertünchen mögen A. v. Arnim in schr. d. Götheges. 14, 145; ... wie sehr du dein schrecken auch übertünchest ... Klopstock Messias 2, 679. — übertüncherei, f. die thätigkeit des übertünchens (geringschätzig). bildlich: bedürfnisse ..., welche nicht ... in lügenhafter übertüncherei und schmeichelei schön gemacht werden dürfen E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. D. 3, 617. —
3434 Zeichen · 131 Sätze

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    Neuhochdeutsch
    übertünchenv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    übertünchen , v. , untrennb. verbindung, mit tünche bedecken: crustare, gleichsam mit einer rinde überziehen Corvinus fo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebertuenchen

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Ableitung von uebertuenchen

uebertuen + -chen

uebertuenchen leitet sich vom Lemma uebertuen ab mit Suffix -chen.

Keine Komposita gefunden — uebertuenchen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.