überhöhen,
v. 11)
an höhe übertreffen, überragen: die drey falcken habend die gänsz überhöhet (
ausgabe 1669: überflogen) P. Heuszlin
Gesners vogelbuch (1557) 154
a; eyn baum den andern überhöhet Sebiz
feldbau (1579) 312; die hüfftbein (
eines pferdes) an den hinteren füssen ... etwas den rückgrad überhöhen Hohberg
georgica curiosa (1682) 2, 134; dann in (
Teuerdank) derselbig bär het überhöhet ganz und gar
Teuerdank 66, 26. 22)
in der bautechnik: a) überhöhen
wird von ... mauertheilen gesagt, die höher als andere geführt werden Helfft
wb. d. landbaukunst (1836) 377;
eine umfassungsmauer über die dachbalkenlage führen Mothes
baulex. 4, 388.
auch gesagt in bezug auf einen über das eigentliche maasz höher geführten bautheil Schönermark
u. Stüber
hochbaulex. 852. b) ein werk (
befestigung) überhöhen,
to command Hoyer
u. Kreuter
technol. wb. 1, 786; Hoyer
kriegsbaukunst 3, 195. 33)
in der bergmannsspr.: einen bau nach der höhe zu erweitern Veith
bergwb. (1870) 508; Scheuchenstuel
bergw. idiot. (1856) 277. 44)
verengt aus 1):
höher sein als ein anderes und dieses dadurch beherrschen, besonders im milit. sinne: die Römer fahen an zu graben ... ein schütt zu machen mit den bawern, darmit sie mögen die statmawern überhöhen mit dem geschoß Hans Sachs 11, 338, 24
Keller-Götze; und hat vor Rodis, inn der insel zween hoher berge schüten lassen, und die stad also überhöhet Justus Jonas
ursprung des türkischen reichs (1538) P 3
b; weil der kalckberg die stadt (
Lüneburg) ganz überhöhet und durch stücken, musqueten und feur in stetter devotion halten kan Chemnitz
schwed. krieg 3, 1, 29
b; die eigenen leichen dienten den kämpfenden zum vortheil, weil sie darauf stehen und ihren feind überhöhen konten Lohenstein
Arminius 2, 1202
a; er sah den Cid auf einem hohen berge ... in einer stellung, die nicht zu überhöhen noch zu überflügeln schien J. v. Müller
sämtl. werke 8, 168.
ohne objectsergänzung ungewöhnlich: in der Dobrudscha überhöht ebenfalls das rechte ufer sehr beträchtlich Moltke
der russisch-türk. feldzug 46. 55)
aus 1)
abgezogen: excellere Diefenbach
gloss. 214
c;
superare Dentzler
clavis ling. lat. (1716) 295
b.
in der neueren sprache ungewöhnlich, aber landschaftlich noch üblich, s. Staub-Tobler 2, 978. 5@aa) und ob wol diese kleine zal Griechen allhie mächtigen, unsäglichen widerstand gethan, ..., doch zu letzt mit der viele übermennigt, ja verrathen, derhalben überhöhet und alle erschlagen sind Kirchhof
wendunmuth 3, 26; wo fewer auszkem, das man dan solich leittern und hocken darzu holen mag, damit man dester pasz geretten und das fewer überhochen müg Tucher
baumeisterb d. st. Nürnberg 143. 5@bb) wie das fewr ... die anderen elementa als ein regent überhöhet
eselkönig 101; die beyden könige wolten einander mit pracht überhöhen, aber der Behem verlor Rätel
Joachimi Curäi chron. (1607) 326; sternsehen ist leicht, aber selbe zu erkennen, und ihre wirkungen zu erlernen, überhöhet unsern verstand Harsdörffer
gesprechsp. 3, 14; kann jemand ... den Klotz (
den gelehrten) noch überhöhn? Vosz
antisymb. 2, 118. 66)
jemand höher stellen als einen andern: gott hat darumb die richter überhöhet und übersetzet, das einer für dem andern ein schewe müsse tragen Mathesius
Sarepta (1571) 217
a.
reflexiv: (
dasz) sie gott den h. geist ... lästern, und sich überhöhen über alles das guot und gott ist Nas
das antipap. eins und hundert 4, 184
b. 77)
jem. steigern, die zahlung in die höhe treiben: wann jemand ein gutt im königreich Böheimb ... für sich erkauft, ... (
soll er) denen personen bey der landtafel fünf und zwanzig ducaten zu bezahlen schuldig sein und über dies weiter nicht überhöhet werden
acta publica, verhandl. d. schles. fürsten 3, 318
Palm; die überhöhten zölle
ebenda 8, 132
Palm. 88)
part. prät. in adj. function: excelsus. 8@aa) nidrige oder flache und auch überhöhete trinckgeschirr Mathesius
Sarepta (1571) 192
a; ein überhöhtes bild (
bild in hochformat), welches eine helvetische schneefirne schimmern liesz G. Keller
ges. werke 3, 149; neben diesem gemälde hängt eine überhöhte landschaft Stifter 14, 111. 8@bb)
als term. techn.: bei bogen gebräuchlich, deren mittelpunkt höher liegt als der kämpfer Lueger
lex. d. ges. techn. 625.