türelür
tȳrəlȳr, tyrə- u.
-lȳrə, –lȳ, tȳrlȳr (
vgl. frz. turlure) Rip, Nfrk [
trəlr Köln-Stdt;
tūrəlūrə Aach, Heinsb-Millen, Kemp-Brüggen]: 1. Leierformel, in Volksreimen:
T., de Kaffemüll, steht de ganze Dag net stell! Rip, MGladb.
T., t., märge kömmt mine Tante, brengt min en Sack voll Lewerworst för de Musikante! Emmerich.
T., minne Mann es krank; t., wat fählt em dann? T., den Dokter hale (holen);
t., de Kont (Gesäss)
versohle! Klev.
Türelurelüttche, va Oche (Aachen)
küt et Küttche (Schweinchen) Aach-Warden.
T., Lies'che us jen Klappergass, hat de Kengche (Kindchen)
dat Hemmchen esu nass; hant de schelme Jonge gedoəh, h. dat Kengche net pesse losse goəh! Aach-Stdt. Heinsb-Millen
(Schlabbergat), Kemp-Brüggen.
T., L., back os Kengk en Eiche, b. em ēn, b. em zwei, öm de Posche (Ostern)
könnt der Mai! Aach-Merkst.
T., Pitterken, wat düsde in minnen Gard; dou plöcks mech al de Blümmkes, die sind doch te schad; Mamma sall wäll kiwen, Pappa s. w. schlohn; dann sät dat kleine P., ek häbb et niet gedohn Mörs.
T., P., gehste met nom Maat, kof ech dich en Äppelken on en Prummetaat! Düss-Stdt, Jül-Tetz, Köln-Stdt.
T., P., gangk dem Kerl ens no; de hät mech en et Ben geknip, dat es schwarz on blo! Dür-Gürzenich.
T., Läutje, Hänske hau (hatte)
ei Fläutje, Trinnke sung, H. sprung, dat em de Knaup van de Bucks afgung! Heinsb-Millen.
Turen, t., Trengche, mot de kromme Knouche wor seve Johr em hemmel gewest usf. Schleid-Berk, Dür-Stdt. Und so weiter noch in vielen Kinderreimen. — 2. Subst. Sg. t.
tȳrəlȳr, ty- verächtl. a. eintönige Melodie, Geleier, Gedudel, Singsang;
dat es ene T., — geht en enem T., — T.lürche, –ke Allg. — b. immer dasselbe langweilige Gerede, l. Einerlei, auch von der Arbeit;
der hält sech an enem T.; dat es widder der ale T. Allg. — c. Umschweife Aach. —
d. ein Durcheinander Bergh. — e. Schlendrian, gewohnter Schlendergang;
senge T. hale Eusk, Dür, Bergh, Sieg-Ägid. —
f. Kurbel, Drehorgel Düss-Ld. — g.
tūrəlūrə das letzte Loch im
T.spöəl, einem Ballsp.; bei etwa 5 Mitspielern werden sechs
Kullen (Kaulen) in einer Linie gemacht; jeder bekommt eine
K.; vom Ansatzstrich aus bemüht sich jeder, einen Ball in die
K. seines Gegners zu rollen; gelingt ihm dies, so springt der Besitzer dieser
K. sofort hinzu u. greift den Ball, um von seiner
K. aus einen seiner Mitspieler, die sich unterdessen entfernt haben, zu werfen; trifft er ihn nicht, so bekommt er
en Stengke (Steinchen)
en de Kull; trifft er ihn, so muss der Getroffene von seiner
K. aus einen seiner Mitspieler werfen; wirft einer den Ball in das sechste Loch,
in T., so rufen alle: ‘
T.’, u. jeder stellt sich an seine
K., und zwar mit dem Rücken; dann legt derjenige, der den Ball
in T. geworfen hat, einem anderen den Ball in seine
K., er ruft dessen Namen, u. alle anderen entfernen sich; der greift den Ball u. trifft entweder einen od. er bekommt
en Stengke en de K. SNfrk (o. O.).