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tünteln

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tünteln vb.

Bd. 22, Sp. 1813
tünteln, vb. , flechten, verwirren; zaudern. im nd. und md. verbreitet; auch fries.: tüntele Outzen fries. 368; tontali Schmidt-Petersen nordfries. 137; tontlin Johansen nordfries. 55. iterativbildung, vermutlich von nd. tûnen, tünen 'zäunen, flechten' (s. o. tünen sp. 1789), vereinzelt auch 'stricken' Schambach Göttingen 236, auf die dann in form und bedeutung nahestehende wörter wie tudeln, 2tüdern (s. o. sp. 1540, 1543) einwirkten; zum nebeneinander der formen tünneln, tündeln, tünteln, vertünneln, vertünteln, vertüddeln, vertüdern vgl. Mensing schlesw.-holst. 5, 205; 5, 444. im md. ist das wort mit tändeln (s. teil 11, 1, 105) sekundär vermischt, vgl. tentelen, tüntelen bei Stieler (1691) 2255; tönteln Waldbrühl rhingscher klaaf 214. tenuis und media wechseln in zweiter silbe wie bei tändeln; dabei herrscht t- vor, formen mit -d- verzeichnen Fromme Hohenbostel 86 Alpers; Schambach Göttingen 236; Böning Oldenburg 119; Mensing 5, 205. der stammvokal ist in der regel umgelautet; formen ohne umlaut bei Brendicke berlinisch 185; brem.-ns. wb. 5, 132; Frischbier 2, 416; Hennig 281. — nur zufällig klingen an schweiz. dünteln, tündeln 'klöppeln' Stalder 1, 327; döntla dass. Tobler Appenzell 145, die vielmehr von düntel, tünde- bzw. döntel 'klöppel' abgeleitet sind, das von Hotzen- köcherle ma. v. Mutten (1934) 101 mit tεndələ 'schlecht tönende schelle' (ε = umgelautetes o) zusammengestellt wird. 11) flechten, winden, ineinander schlingen: he tüntelt de band um de spiker herum Doornkaat-Koolman 3, 447; verwickeln, in einander schlingen Stürenburg ostfries. 291; Frischbier 2, 415; Hennig 281; speziell: 'litzen machen' brem.-ns. wb. 5, 132; Campe 4, 911; litzen klöppeln Mensing 5, 205; die groben wollnen litzen knüppeln Schütze Holst. 4, 289; allgemeiner auch 'verwirren', 'durcheinander bringen': dat gaarn verwirren Böning Oldenb. 119; dat tüntelt in kluun gerät durcheinander, verwirrt sich zu einem knäuel Mensing 5, 205. 22) von der bezeichnung der tätigkeit übergehend zur bezeichnung des verhaltens: sich bei der arbeit ungeschickt benehmen, langsam arbeiten, die arbeit nicht aus den händen loswerden können Mensing a. a. o.; du tuntelst und tuntelst un fertig krijst de nischt Brendicke berlinisch 185; langsam arbeiten Bauer-Collitz Waldeck 106b; Fromme Hohenbostel 86 Alpers; nicht vorwärts kommen Flemes Kalenberg in: Hann. geschichtsbl. 20, 371; wo tuntelst du so lange? warum machst du nicht fort? brem.-ns. wb. 5, 132. nur auf das verhalten bezogen 'zögern', 'zaudern': schon bei Stieler (1691) morari, plumbeum esse, torpere, ... cunctari, tardare, diem ex die expectare a. a. o. 2255; zögern Krüger Emden 70; Böning Oldenburg 119; Schambach Göttingen 236; Hennig 281; Frischbier 2, 416; zaudern, zögern Stürenburg ostfries. 291; zaudern, ehe man auf den weg kommt; andere auf sich warten lassen Dähnert plattdt. wb. 498. schlieszlich auch die ursache des verhaltens anklingen lassend: sachte und behende thun, sich zieren Schrader dt.-frz. (1781) 2, 1393; langsam und behende tun, delicate et cum mora agere Richey Hamburg (1755) 317. 33) zusammensetzungen mit vorsilben, die sich an die abgeleiteten bedeutungen unter 2 anschlieszen: betünteln: eene betüntelte deern ein mädgen, das gern zart und vornehm thun will, une precieuse affectée Richey a. a. o.; Schütze Holst. 4, 289; betünteld verwickelt, verwirrt, verlegen Stürenburg ostfries. 291; betunteln sich heimlich verloben Frischbier 2, 416.
3510 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tüntelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    tünteln , vb. , flechten, verwirren; zaudern. im nd. und md. verbreitet; auch fries.: tüntele Outzen fries. 368 ; tontal…

  2. modern
    Dialekt
    tünteln

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    tünteln ( ü kurz) zaudern Jeppe 157; wat tüntelst du? Tüntel fort! Mantz. Ruh. 3, 56. Zs. vertünteln . Wahrscheinlich zu…

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Ableitungen von tuenteln (1 von 1)

vertünteln

DWB

vertünteln : sie hat sich vertuntelt heimlich versprochen Hennig 281 ; sik im slaap vertünteln nicht munter werden können; sik mit en deeren…

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Cotta, M. (2026). „tuenteln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tuenteln/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „tuenteln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tuenteln/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „tuenteln". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tuenteln/dwb.
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