trotzigkeit,
f.,
contumacia; nebenform: trutzigkeit,
vereinzelt begegnet tretzigkeit Calepinus
septem. ling. (1731) 1, 225
a.
das wort folgt in den verschiedenen bedeutungsschattierungen dem zu grunde liegenden adjektiv. vornehmlich '
widersetzlicher sinn, hartnäckige widerspenstigkeit': (
die reichsstädte ergeben sich Karl V.:) erloschen ward ir trutzigkait, ir stoltz verkert in dultigkait (1547)
bei Soltau
hist. volkslieder 374; sie sollen auch solche kinder in ihrer freiheit, muthwillen und trotzigkeit nicht stercken Fr. Roth
Jesus Sirach 1 (1587) 206
b; dannenhero er (
Saturnus) auch ... wann er regiert, eine trotzigkeit einfloszet
Albertus Magnus von den geheimnissen derer weiber (1678) 59; wohl reckte sich manchmal in ihm eine finstere, wilde trotzigkeit empor, die ihn treiben wollte, des groszvaters willen mit seinem willen zu überwinden A.
F. Krause
sonnensucher (1907) 69;
als '
vermessenheit, frevelhafte auflehnung': derhalben ist ein grosse drutzigkeit, das jhenig lieben, welches gott der herr in sonderheit hasset
N. Höniger
narrensch. (1574) 52
b;
als '
unbeugsamkeit': do der arme gemeine hauffe der selbigen (
der auf ihrem recht bestehenden bürger) trotzciket sach, do hengeten sie (
scil. der hauffe) in an (1562) Christ. Falk
elbing.-preusz. chron. 101
Toeppen; pluralisch und auf bestimmte einzelfälle bezogen: aus diesen trotzigkeiten und widerwilligkeiten gegen einander entstand in kurtzer zeit ein plötzlicher aufruhr Ph. Zesen
beschreibung der stadt Amsterdam (1664) 151.
belege für weitere bedeutungsmöglichkeiten finden sich nur vereinzelt; als '
einbildung, hochmut'
: in vertretung für traz (traz tuot manige missetat
renner 16568)
im Frankfurter druck des Renner, s. bei P. Warlies 71
a.
als '
anmaszung', '
drohung': als solche worte (
bedrohung des gesandten mit gewalttätigkeit) unsern obersten widerumb angezeiget worden, ist nicht zu sagen, wie unwillig sie uber dieses Hungern trotzigkeit wurden Megiser
annales Carinthiae (1612) 1271.
vom absichtlichen verstosz gegen das gesetz: item liesze er ihm aber das viech ausz truzigkeit bisz auf den driten tag im stoll stehen (17.
jh.)
österr. weist. 6, 356. mit trutzigkeit '
frevlerisch, verbrecherisch': das mord verbracht mit trutzigkeit Hans Sachs 12, 32
Keller. als '
unbesonnenes draufgängertum': so aber in krigen manligkeit ist ein trutzigkeit und fürnemikeit (
übermut), so sie nit hat weisheit, ... (1488)
chron. d. dt. städte 3, 154; mannhaftigkeit, entfernt von trotzigkeit und zagnisz Rückert
w. (1867) 8, 164.