trocknung,
f.,
siccatio. in glossaren seit dem 15.
jh. belegt, doch bleibt die eigentlich literarische verwendung bis ins 18.
jh. selten. nebenformen sind daher spärlich, z. b. tröcknung Maaler 409
a, trucknung Hulsius
dict. (1618) 2, 363
a.
zu beachten sind die in md. denkmälern älterer zeit häufiger belegten formen mit dissimilatorischer zerstörung des stammbildenden n: druckunge Diefenbach 532
b (
md. 15.
jh.); truckunge
gemma gemmarum (
Straszburg 1508) c 3
c; trückungen Gersdorff
wundarzney (
Straszburg 1517) 51; trückung J. Ayrer
dramen 4, 2568
Keller; vgl. abtruckung A. Gryphius
lustsp. 27
Palm. mundartlich begegnet trocknung
nur ganz vereinzelt: dreckening Crecelius
oberhess. 300;
vgl.trückerungsboden Unger-Khull 176
b.
siccatio, die handlung oder der vorgang des trocknens: das tröcknen, tröcknung
siccatio, desiccatio Wiederhold (1669) 342
b; auf beschehene trucknung wird ... das garn von der stange herabgenommen Marperger
beschr. d. hanfs 21; trucknung derer blumen
allg. haushalt.-lex. 3, 43
b; ein mittel, durch wärme eine schnellere trocknung zu bewirken Göthe IV 26, 292
W.; nachdem am samstag bei aufgeklärtem himmel die trocknung (
der wege und straszen) begonnen hatte
M. Meyr
erz. a. d. Ries. 2, 304; wer eine ruhstatt bot den müden füszen, und trockenung dem auge, dem genäszten Fr. Rückert
w. 2, 291; (
die blätter werden) sogleich um ein holzfeuer einer leichten trocknung unterworfen E. v. Hesse-Wartegg
zw. Anden u. Amazonas2 491;
technisch: es (
das erdöl) wird aber an der luft schnell opak und bei trocknung hart und brüchig wie harz Ritter
erdk. 11, 761; eine trocknung bis zur gewichtsconstanz Muspratt 3, 534;
speciell als terminus der älteren natur- und heilkunde: und dorumb so würd sein (
des blutes) complexion und coagulierung i. zuosammenrinnung gemacht mit trückungen Gersdorff
wundarzney (1517) 51; friszt es (
das geschwür) umb sich und darf gröszerer trücknung, so nim frisch gallen öpfel
M. Herr
schachtafeln (1533) l 6
a; kräftige zeltlin zu verhütung der gewalt gottes (
des schlaganfalls, s. teil 4, 1, 3, 5006), zur trücknung der flüsz und stärkung des haupts Gäbelkower
artzneybuch 1, 57.
anders als '
ausdörrung, schwindsucht'
: tisis (
d. i. phthisis) truckunge,
est ulceratio in pulmone gemma gemmarum (1508) c 3
c;
vgl. tisis droeginge Diefenbach 585
c (
Köln 1507),
sowie därre, dörrsucht
als tabes teil 11, 2680.