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trinkbar

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trinkbar adj.;

Bd. 22, Sp. 546
trinkbar, adj.; setzt älteres trinklich oder trinkig fort. sinngleich sind noch älteres trinkisch, trinksam, trinkmäszig. in häufigerem gebrauch erscheint es seit dem 17. jh. 11) zum trinken tauglich: trenkeber bibilis (1. hälfte d. 15. jh.) bei Diefenbach-Wülcker 877; gern verbunden mit eszbar: (das männchen) trachtete nach esz- und trinkbaren zeichen der gastfreundschaft Holtei vierzig jahre (1843) 1, 351; appetit nach gottes esz- und trinkbaren gaben O. Ludwig (1891) 2, 498; vornehmlich vom wasser: (dasz) die schädlichen wasser, wenn man sie halb einsieden läszt, trinckbar werden Lohenstein Arminius (1689) 1, 583b; röhren, wodurch trinbares wasser ... in die stadt geleitet wurde Heilmann pelopon. krieg (1760) 892; das wasser, ob es gleich weiszlicht aussieht, ist doch rein und trinkbar Heinse 7, 104 Schüdd.; Krusenstern fand ... auf der dortigen küstenfahrt ... das meerwasser vollkommen süsz und trinkbar Ritter erdkunde (1822) 4, 445. von geistigen und anderen getränken: wie der neue wein im fasz vergöhren musz, ehe er trinckbar Lehman flor. pol. (1662) 3, 13; (dasz aus wassern, die) unter die schlechtesten sorten gehören, die trinckbarsten und wohlschmeckendsten biere zubereitet werden allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 712; mit besonderem ton, der den anspruch auf eine gewisse güte durchhören läszt: hierauf ging er in den keller und brachte einen sehr trinkbaren wein Merck ausgew. schr. 233 Stahr; (die bitte) mir mit einem halben eymer guten trinkbaren wein vor geld und gute worte auszuhelfen Schubart briefe 1, 161 Strausz; ein sehr angenehmer und trinkbarer wein Göthe IV 26, 18 W.; im wirtshaus erhielten wir einen trinkbaren café Hebbel briefe 4, 236. mit ungewöhnl. dativ: eine art süszer wein, mehr den weibern trinkbar Jean Paul 7-10, 118 Hempel. gelegentlich in weiterer bedeutung: wie das schwarze eine beraubung des weiszen im durchsichtigen, so ist das salzige und bittre eine beraubung des süszen in dem nährenden feuchten. darum ist die asche aller verbrannten körper bitter: denn das trinkbare ist ihr entzogen Göthe II 3, 23 W.übertragen: ich stieg aus und ging der wehenden luft entgegen, die körper gewinnt und trinkbar wird Grillparzer 20, 20 Sauer (Cotta). uneigentlich, wie genieszbar: ich habe ihm (Ammon, der gegen die 'Union' sprach) nur veranlassung geben wollen, uns den ungeschmakk des zuvor gehörten mit einer trinkbaren rede hinunter zu spülen Schleiermacher (1834) I 5, 406. 22) sprachliches leben gewinnt im 17. und 18. jh. der ausdruck trinkbares gold. daneben stehen vereinzelt trinkbares silber, eisen, feuer. s. auch trinkgold, trinksilber, trinkeisen, ferner trinkliches gold. 2@aa) trinkbares gold aurum potabile, eine von den alchemisten gesuchte und bereitete tinktur aus gelöstem gold, dem man heilwirkungen auf den körper zuschrieb: kunst und feuer hätten das vermögen ..., das silber für die kranckheiten des hauptes zu einer flüssenden artzney zu machen und mit dem trinckbaren golde das hertz zu stärken Lohenstein Arminius (1689) 2, 302b; Hygea, deren hand so stein als eisen zwinget, aus perlen eine milch, aus kräutern stärkung bringet, und durch ein trinkbar gold den matten geist belebt Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 2, 58; ich darf dabey zu keinem artzte lauffen, noch trinckbar gold und bittre tropfen kauffen d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 378; lasz (Hygiene) deinen balsamsafft, die schaalen von crystallen, corall und trinckbar gold, wie deine hoffnung fallen Pietsch geb. schriften (1740) 200; bildlich: dein unbefleckter mund verschencket keine küsse, daran nicht trinckbar gold und lebensnectar klebt herrn v. Hoffmannswaldau u. a. Deutschen ged. (1697) 1, 4; ähnlich trinkbares silber: ja dasz die sterne gar mitwürcken, uns zu heilen, indem die sonn aus gold den purpursaffran zeigt, der mond uns silber wil, das trinckbar ist, ertheilen H. Mühlpfort teutsche ged. (1686) leichenged. 134. trinkbares eisen eisenhaltiges wasser: flieszender schwefel und trinkbares eisen, o wer vermag dich (bad Wiesbaden) nach würden zu preisen D. W. Triller poet. betracht. (1750) 3, 15. 2@bb) die goldlösung scheint nicht nur arznei gewesen zu sein: (gedicht an den kaffee) Cleopatras zerfloszne perlen, der chymicorum trinkbar gold verschmäht mein ekler mund ... denn wer so kostbar trinkt, der mag sich auch beqvemen, den bettelstab zugleich in seine hand zu nehmen Stoppe Parnasz (1735) 174. sie wird in einem atem mit kostbaren riechstoffen genannt: kein bisam, balsam, trinckbar gold gleicht keuscher seelen zuckersüszer liebe Lohenstein Ibrah. Sult. (1680) 116; manche weiber seyn so zartlich, dasz sie vermeynen, sie müssen mit trinckbar gold zwischen kattun und muszkusz (moschus) eingemauret sein und da sie gott straffen solte, müste er wol vorhero die ruthen mit seiden zubinden und mit rosenwasser besprengen P. Winckler 2000 gutte gedancken (1685) b 9a. 2@cc) zur poetischen bezeichnung eines goldhellen flüssigen stoffes wird gern auf den zur hand liegenden ausdruck trinkbares gold zurückgegriffen. vom wein und seinem goldton: und gaben die Arragonischen und Castilischen herren und damen einander bei dem trinckbaren golde der schönen weine tausend versicherungen treuer freundschafft A. Bohse Ariadnens liebesgesch. (1705) 343; indem ich dein (des Tokayer) beschäumt und trinckbar gold beschau Brockes ird. vergnügen (1721) 4, 346; wie reich sind durch dein (des weines) trinkbar gold die zungen singender poeten Hagedorn poet. werke (1769) 3, 180; der edlen rebe trinkbar gold Pfeffel poet. vers. (1812) 4, 84; ob das trinkbare gold (der wein), hier, hinter dem Thüringerwalde so gut schmecken und duften wird, als damals Göthe IV 25, 122 W.ebenso trinkbares feuer: eszbares gold reift auf smaragdnen bäumen; der wein ist trinkbar feur, zu dem Tokayer nur wie wasser sich verhält Wieland (1794) 17, 259. vom honigseim: (die bienen) legen denn zu haus ihr esz- und trinkbar gold, so sie gesogen, den hausverwaltern treulich aus Triller poet. betracht. (1750) 1, 27. vom kristallhellen wasser: die quelle trinkbar gold, der auen grüne zierde Wieland (1794) 17, 112; erstaunt, wie ihm dabey geschehen, findt Idris sich an einer quelle bord, die, statt gemeiner flut, ein trinkbar gold ergieszet und über perlen hin durch rosenbüsche flieszet ebda 258; also kein wunder, dasz hier (in der sonne) von elixieren die landschaft duftend erschien, und trinkbar gold in den flüssen einher rann Zachariä poet. schr. (1763) 6, 292. 2@dd) wohl 'reichliches trinkgeld'; vereinzelt: (Rabelais) zieht die irrungen aller stände vor das gericht des gesunden menschenverstandes, ... die erpressungen der rentkammer, welche aus allem, was ihr vorkommt, trinkbares gold zu ziehen weisz Ranke sämtl. werke 8, 133. 33) trinkfest, trinktüchtig: in der welt, auf dem irdschen theater, das er (der täufling) muthig beschreite fortan, das er schmücke, wie vor ihm sein vater, als ein tapfrer, ein 'trinkbarer mann' Freiligrath ges. dicht. (1870) 4, 48; dort waltet ein wackrer, ein trinkbarer mann, den fremden unfeind und willig J. V. v. Scheffel pathengedicht, in schles. ztg. (1872) nr. 490; ein ganzer, stattlicher, trinkbarer und tatendurstiger mann Otto Müller Münchhausen im Vogelsberg 31 Wiesb. volksb. ähnlich, mit unpersönlichem regens: ja, im spätherbst ist eine trinkbare zeit. könnte mir keine trinkbarere zeit vorstellen als den spätherbst im jahre Aug. Sperl so war's (1902) 54; es geht stark auf mitternacht ... ja, dies ist doch die aller trinkbarste zeit 55.
7538 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trinkbar

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Trinkbar , -er, -ste, adj. et adv. was sich trinken läßt, getrunken werden kann. Das Gold trinkbar machen. Trinkbares Go…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trinkbar

    Goethe-Wörterbuch

    trinkbar [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    trinkbar

    Südhessisches Wörterbuch

    trinkbar Band 1, Spalte 1733-1734

  4. Spezial
    trinkbar

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trink|bar adj. da bëre, che an pó bëre. ▬ trinkbar es Wasser ega da bëre f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trinkbar

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von trinkbar

trink + -bar

trinkbar leitet sich vom Lemma trink ab mit Suffix -bar.

trinkbar‑ als Erstglied (2 von 2)

Trinkbares

Wander

Trinkbares Er liebt alles Trinkbare, das Wasser ausgenommen!

trinkbarkeit

DWB

trinkbar·keit

trinkbarkeit , f. , ' eigenschaft, nach welcher eine sache trinkbar ist ' Schrader 2 (1789) 1383 : trinkbarkeit dieses ( des Nils ) wassers …

trinkbar als Zweitglied (1 von 1)

untrinkbar

DWB

untrinkbar , adj. , gs. zu trinkbar. nl. ondrinkbaar: untrinkbar wasser, das meerwasser ist u. Kramer (1702) 2, 1144 c; gesalzne fluthen brü…

Ableitungen von trinkbar (1 von 1)

untrinkbar

DWB

untrinkbar , adj. , gs. zu trinkbar. nl. ondrinkbaar: untrinkbar wasser, das meerwasser ist u. Kramer (1702) 2, 1144 c; gesalzne fluthen brü…