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triebsand

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triebsand m.

Bd. 22, Sp. 459
triebsand, m. , auch treibsand; mnl. drijfsand Verwijs-Verdam 2, 406, nl. drijfzand; schwed. drifsand, n. drivesand. lockerer sand, insbesondere wässeriger, flüssiger sand (quellsand, schwimmendes gebirge), als geologische formation auf wassergrund und festland. 11) zunächst erscheint triebsand nur in der bedeutung fluszkies, schwemmsand, in glossen für: zabulum tribsant, trypsant, trepsant (15. jh.) Diefenbach 634a, s. auch sabulum 506a; brevia trübsand Mylius nomencl. (um 1570) b 5b; brevia driebsandt Siber gemma 182; ebenso nd.: brevia dryffsandt Chyträus (1585) 75; glarea grob oder steinichter sand am ufer der wasser und bäche, kies, triebsand Corvinus fons lat. (1646) 391. literarisch schon im 14. jh.: molendenarius in Wunrsleiben ... debet eicere et expurgare arenam, que tripsant dicitur (1320) hess. urkb. I 2, 294; in wustenunge der vlyzen und in ertholern sy wonten und uf dem trybsande donten (1338) md. buch Hiob 11306 Karsten; niederdeutsch: de strom enhelt nicht alle tid enen lop, ... alzo dat de dupe des waters wart vaken gewandelt, unde wart togedreven vormyddelst deme drifsande (1465) lüb. chron. 2 (1830) 285 Grautoff; und war do nit zu underscheiden oder zu erkennen, wo ein standthaffter boden und ertrich wer, oder wo ein geflöster tribsand, wo ein furth hindurch ging Micyllus Tacitus (1535) 29b; dieweil aber die Elbe viel triebsand hat, und keinen stetten forten helt H. Merkel Magdeburgs belagerung (1587) m 2a; als ablagerung in festem boden: wann man will ein guten beständigen bronnen haben, ... so soll man erdrich auszerlesen, welchs sandecht oder schwartz oder voll griesz und trübsand oder kiselsteinen seie Sebiz feldbau (1579) 14; triebsand nennt man feinen vom wasser angeschwemmten sand, der den namen flugsand erhält, wenn er so trocken geworden ist, dasz er vom winde leicht hinweggeweht wird Helfft landbaukunst 373; in neuerer zeit auch für den trockenen dünensand, flugsand: der flugsand ist davon (von dem vordringen des meeres) der vorbote. dieser flug- oder triebsand wälzt sich in groszen haufen eine viertelmeile vor dem meere her und gewinnt land Bode Montaigne 2, 99; (die meerviole) ist höchst wichtig zur befestigung und ansammlung des triebsandes der dünen v. Schlechtendal flora v. Deutschland5 15, 43; triebsand ist stets zu beiden seiten dieser barrieren der Adamsbrücke (natürl. sanddamm) aufgehäuft Ritter erdkunde (1822) 6, 154; im vergleich: der wirbelwind der neuen zeit hatte sie (die arbeiter) erfaszt, wie triebsand wurden sie dahingeweht v. Polenz Grabenhäger 1, 224. merkwürdig triebsand als medicament: nimb triebsand und wolfswurtzel, die sind den schafen ... gut vor den husten Mich. Böhme viehartzenei (1682) 28 (eine ausgabe von 1655 hat: treibsand 28); dasselbe aus anderer quelle bei Staub-Tobler 7, 1114. 22) seit dem 16. jh. (bildlich bei Luther, s. u.) erscheint triebsand als specielle bezeichnung des feinen flüssigen sandes, der, oft in groszer mächtigkeit auftretend, gefährlich ist wie morast. nd. drievsand, triebsand, feiner flüssiger sand brem.-niedersächs. 1 (1767) 251. triebsand auf wassergrund: dieser ort ist ein sandiger grund, worauf vor einigen jahren das fluytschif Nordwijck gerathen, und von dem triebsand so überwältiget worden, dasz man in wenigen stunden weder mast noch stange mehr sehen können Walther Schultz, ostindische reise (1676) 98b; die eine (frau) aber, weil sie sich etwas tieffer hinein wagete, komt auf triebsand und begunte zu sincken Olearius persian. reisebeschr. (1696) 106; doch sind die wasser trügrisch oft gesinnt, versprechen sichern boden, senken dann den feuchten triebsand grundlos tief hinab Fouqué held d. nordens (1810) 1, 151; triebsand in fester erde: vierte (geringwertigste) klasse (von baugrund): zusammenpreszbare bodenarten, welche auch zugleich zur seite ausweichen, z. b. torf, morast- und ausgefüllter boden, trieb- oder quellsand, erweichter ton- oder lehm- und wiesengrund Mothes baulex. 1, 289; beschreibung der sinkwerke in einem boden vom triebsande allg. deutsche bibl., anh. zu 37-52, 1284; sie muszten die grundmauern (des hauses) tiefer legen, als sie gedacht hatten, denn sie kamen bald auf eine schicht von triebsand Auerbach dorfgesch. 6, 6; triebsand erscheint flieszend: der grund des glückes ist so voller trübsand, dasz in selbtem schwerlich ein ancker haftet Lohenstein Arminius 1, 396b; triebsand saburra, quae e terra propellitur profundius fodienti Frisch (1741) 2, 148; der vorgebliche strom war eine menge trockener asche, die aus einer kluft in dem obersten rande des kraters wie triebsand hervorschosz A. v. Humboldt ans. d. natur (1826) 2, 156. 33) bildliche anwendung des wortes begegnet zuerst bei Luther, und zwar im anschlusz an die bedeutung 2: dasz sie ... aus der schonen blumen und rosen den gift in sich gesogen, und auf trubsand und wasser ihre klöster gebauet haben 47, 349 W.; sie stehen nicht auf dem felsen, das ist auf der lere von Christo, sondern auf den triebsand ires eigen dunckels und treume 32, 534 W.; wir sagen, das ihre warheit eitel trebesand und ungewisser wirbel sei 32, 234 W.; weiterhin bleibt der triebsand ein bild unsicheren grundes, ohne dasz die eigentliche bedeutung immer klar sein musz. auf triebsand bauen oder gründen, wofür Matth. 7, 26 das urbild sein dürfte; zuerst noch theologisch: welcher christ wolte gern auf solchen triebsand seinen glauben bachen (l. bawen) Nigrinus papist. inquis. (1589) 102; so baue ja dein hausz nicht auff solchen trübsand (der guten werke) Joh. Saubert currus Simeonis (1627) 304; später allgemein: die sorgliche nachrede, gleichsam wäre den catholischen alles und jedes durch lautern kriegsgewalt abgedrungen und dergestalt auf blossen triebsand erbauet worden Harsdörffer secret. (1656) 1, 186; die hoffnung, so er ... ihm machete, were auf einem lautern triebsand gegründet v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 831; dein ruhm wird sonder mich und ohne pfeiler stehn, die falschheit auf papier und mod auf triebsand gründet Günther ged. 603; wenn man bei den leuten ein wenig nach dem grunde sucht, so findet man sand, triebsand, worauf nichts zu bauen ist Hamann schr. 1, 518 Roth; fordre ihn nicht zum zweiten male heraus durch den bau einer häuslichkeit auf den armseligen lockern triebsand blosz litterarischer erfolge Droste-Hülshoff briefe (1893) 207; auf triebsand stehen u. ä.: es ist der unglaub ein schwindel, da man ... auff triebsand stehet, kein gewissen verheisz aus dem wort gottes hat, darauff man fussen möchte Dannhawer catechismusmilch (1657) 4, 96; blinde und geile liebe fusset zwar auf so schlüpfrigem trübsande Lohenstein Arminius 2, 131b; wer mit dieser starken feuchtigkeit (wein) sich zu sehr beschwehret, der wandelt gleichsam auff einem trübsande, ist für dem fall nicht sicher Butschky Patmos (1677) 200; sehr klar: die brücke ist hinter mir eingestürzt, ich kann nicht wieder rückwärts. mit sicherm fusze stand ich einst auf diesem ufer, der triebsand schieszt unter mir zusammen und versenkt mich in den abgrund Tieck schr. 8, 73. 44) zusammensetzungen, nur in neuer zeit; zu bedeutung 1 und 2:
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Triebsand

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Triebsand , des -es, plur. car. von dem Neutro treiben, ein treibender, d. i. unstäter, lockerer oder flüssiger Sand…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Triebsand

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Triebsand ( Schwimmsand, schwimmendes Gebirge, Fließ , in Oberschlesien Kurzawka ), seiner, oft mehlartiger Sand, der, v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triebsand

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von triebsand 2 Komponenten

trieb+sand

triebsand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

triebsand‑ als Erstglied (5 von 5)

triebsandartig

DWB

triebsand·artig

triebsandartig : auf diese unstäte, triebsandartige masse hatte Louis Philipp sein system gebaut v . Poschinger Lothar Bucher 1, 241 ;

triebsandbank

DWB

trieb·sandbank

-bank : die triebsandbänke des flusses waren mit tausenden wilder gänse ... bedeckt J. Fröbel aus Amerika (1858) 2, 157 ; dasz du sie ... an…

triebsandboden

DWB

triebsand·boden

-boden : der marsch ( führte ) über eine weite ebene mit lockerem triebsandboden Ritter erdkunde 12, 538 ; auch 6, 645;

triebsandig

DWB

triebs·andig

triebsandig , triebsändig , adj.; bildlich von unsicherem grund: nu aber von weme haben diese deine schüler, als auch andere sectisten diese…

triebsandstrudel

DWB

triebsand·strudel

-strudel : hier warf es ( das schiff ) der sturm an eine stelle, wo sich ein kolossaler triebsandstrudel gebildet hatte K. Braun aus der map…