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tremulant

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tremulant m.

Bd. 22, Sp. 105
tremulant, m. , vereinzelt f., entlehnt aus ital. tremolante, in dem die deutschen bedeutungen schon vorgebildet sind. 11) tremolo, triller einer singstimme oder eines saiteninstrumentes; minuritio das ziehen der stimme oder auch tremulant Schönsleder promptuar. (1647) k 2a; ein trille schlagen, tremulanten machen Stieler stammb. 116; Ludwig teutsch-engl. 2, 2013; Frisch dtsch.-frz. 594; Hederich dtsch.-lat. 2, 3000; langsamer triller Adelung 4, 667; Voigtel hwb. 3, 421a: ja man kan auch von fern und durch wände und fenster die tremulanten (der laute oder geige) mit hören, welches tremuliren durch gelindes berühren des fingers entstehet Schottel ethica (1669) 83; wie die töne verhallten, so hielten drei stimmen dies wort in der quarte und sexte schwebend mit einem gemäszigten tremulant aus Jung-Stilling s. schr. (1835) 5, 155; oft nur eine zustandsform bezeichnend: (ein volkslied) das bei dem geholper des wagens und dem tremulant ihres (der mitfahrenden) gesanges sehr sonderbar liesz Kerner dichtungen 274; 'hu, hu, ich zittere'. 'so singet nur tremulant! nur tremulant!' Uhland ges. w. 2, 328 Cotta; wertend: (ich) will die stimme zieren mit re, mi, fa, fa, mi, sol, la und schönen tremulanten Chr. Reuter Harlequins hochz.-schm. 56 ndr.; euer schulmeister singt keinen schlechten tremulant Hebel w. 2, 221 Behaghel; so viel du tremulanten machst, soviel empfind ich stich im hertzen Hoffmann v. Hoffmannswaldau u. a. ged. 5, 257 Neukirch; ich sitze niemals still, für keinen aus der zunft lasz ich mich nicht ansehn, die stumm sind als ein fisch, des tags zwei schritte gehn, den nennt man artig nur, an welchem alles lacht, bey deme zung und fusz stets tremulanten macht Petrasch s. lustsp. 1, 910. 22) orgelregister, das das zittern der töne hervorruft; vereinzelt auch fem.: imgleichen eine newe tremulant, die man zu allen stimmen gebrauchen kan (1607) chron. d. klosters Ribnitz 158 anm. Techen; sonst masc.; regula tremula, der tremulant an der orgel Zehner nomenclator (1645) 14; Weismann lex. bipart. (1725) 2, 412; Walther musical. lex. 517; Adelung 4, 667: (es) hat auch darinn (im schlosz) ainen tisch mit 7 unterschidlichen registern als orgl, regel, positiv, tremulant und dergl. zuegerichtet Ernstinger raisbuch 102 lit. ver.; es ist ein solcher tremulant nur eine klappe in der windröhre auf den orgeln Mattheson vollk. capellm. 114; mit sinnbildlicher ausnutzung der eigenartigen modulation in mannigfacher verwendung: wenn er (der orgelspieler) mitunter den tremulanten zog und die töne wie zitternd vor der majestät gottes dahinflutheten Storm s. w. 6, 140; sprichwörtlich: den tremulanten ziehen jem. durch seine rede rühren wollen Wander 4, 1306; die ehrfurcht zieht den tremulanten Stoppe Parnasz (1735) 30; häufig ist die beziehung auf physisches zittern z. b. in der redensart: ein manicher zittert, als wolte er auf der grossen orgel zu Ulm den tremeland spillen Abr. a s. Clara Judas 4 (1695) 662; ebenso den tremulant (tremeland) schlagen Stranitzky ollapatr. 221 Wiener ndr.; Schwabe tintenfässl b 7b; vereinzelt persönlich gewandt: männiglich schaute und nicht ohne höchsten gelächter diesen seltsamen knödelreiter. endlich nach langen und vielen gespött laszt sie den armen tremelanten hinunter (1701) Abr. a s. Clara Urmerkur 18 Bertsche, vgl. italienisch: tremolante fig. o scherz. di pers. che trèma colle mani Petròcchi diz. della ling. ital. 2, 1160b. gelegentlich die durch den tremulanten modulierte orgelstimme; uneigentlich: vor seinem ohre wogte der tremulant der bäche, schrie das flötenwerk der vögel und brauste das zweiunddreiszigfüszige pedalregister der waldungen Jean Paul w. 7, 491 Hempel; das ... publicum schlich sich mit verbissener wuth, unter beständigem murmeln, welches wie ein tremulant lautete, hinternach Kerner dichtungen 350.
3845 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tremulánt

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Tremulánt , des -en, plur. die -en, aus dem Latein. tremulare, ein bebender Ton, ein langsamer Triller. Besonders is…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tremulant

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Tremulant , ital. tremolo , in der Musik das Beben der Stimme beim Singen, auch des Tons bei Instrumenten; ferner ein Or…

  3. Sprichwörter
    Tremulant

    Wander (Sprichwörter)

    Tremulant Den Tremulanten ziehen. Jemand durch seine Rede rühren wollen. In der Niederlausitz wird die Redensart besonde…

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Cotta, M. (2026). „tremulant". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tremulant/dwb?formid=T09743
MLA
Cotta, Marcel. „tremulant". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tremulant/dwb?formid=T09743. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „tremulant". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tremulant/dwb?formid=T09743.
BibTeX
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