trauriglich,
adv.,
adj., mhd. die übliche adverbialform zu traurig,
s. Graff 5, 544;
mhd. wb. 3, 124 Lexer 2, 1549,
als solche noch lange lexikographisch verzeichnet: dolenter traurigklichen, mit kummer und schmertzen Frisius
dict. (1556) 445
a;
moeste trauriglich, mit leid und schmertz 831
a; trauriglich, traurig ...
dolcemente, addoloratamente, dolorosamente ... Kramer
dict. 2 (1702) 1119
b; trauriglich, mit trauren
moeste, flebiliter, dolenter Dentzler
clavis (1716) 289
a;
im 16.
jh. als adv. allgemein üblich: die übrigen tag ieres lebens in liebi ieres mannes truriglich verzerend Stainhöwel
de claris mulieribus 198
lit. ver.; (
da) hub ich den wein auf und gab dem könige und ich sahe trauriglich fur im
Nehemia 2, 1; der gut priester gieng im trauricklich nach J. Cochläus
hist. Alberti Krantz (1523) b 2
b; Hannibal schifft mit den anderen trauriglichen dahin Carbach
Titus Livius (1551) 189
b; Octavianus sahe sein gemahel gar trauriglich an
buch der liebe (1587) 3
b.
späterer gebrauch ist zumeist durch formale gründe veranlaszt: hub beede hände uber sich und redet also trauriglich Spreng
Äneis (1610) 4
b; all meine tag wil trauriglich in lauter leid verbringen Spee
tugendbuch (1649) 311; dies war einmal ein edelhaus, nun ist es trauriglich zerfallen
N. Lenau
s. w. 322
Barthel. adjectivischer gebrauch ist während der ganzen sprachperiode selten: der gesell da ain urlaub nam mit trauriclichem muote Hätzlerin
liederb. 23; er ... nam war, wie kleglich er sich gehuob und der heiszen trehen und ellenden siufzen und ir trureklichen geberde Seuse 35
Bihlmeyer; ich gewan gar ein trurikliche gestalt
der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 47
a; verbirgst du (
gott) aber dein angsicht, das du die erd gesegnest nicht, so ist es alles traurigklich H. Sachs 1, 284; disz, disz die ursach ist, die jetzund seinem hertzen macht so viel liebesqual und traurigliche schmertzen D. v.
d. Werder
ras. Roland (1636)
ges. 1,
str. 46.