topfeben,
adj.,
in der bedeutung '
ganz eben, genau wagrecht'
ist im oberd. südwesten gebräuchlich. die zusammensetzung ist verschieden gedeutet worden; aber umschreibungen wie '
so eben dasz ein topf '
kreisel'
darauf laufen kann' (Staub-Tobler, Fischer)
oder '
so eben wie das wasser in einem topf' (Lenz)
brauchen als willkürlich construierte verlegenheitsbehelfe nicht erst erwiesen zu werden. die zweifellos richtige auffassung erscheint im schweiz. idiot. bereits als vermutung : das erste compositionsglied ist das wort, das den '
punkt'
bezeichnet in seiner ursprünglichen, z. b. auch noch von der altoberd. überlieferung festgehaltenen lautung. die ältere o-
form hat sich gerade functionell isoliert als ausdruck für den begriff '
auf den punkt genau'
erhalten können, sowohl in dem oberd. zusammengesetzten adj. als auch in dem niederl. subst. doppe,
während sie sonst als '
punkt'
regelmäszig im niederd. durch tip
und stip,
im hochd. durch das subst. in der u-
form ersetzt wurde; vgl. 1topf I 2
b.
aber auch als ausdruck für den begriff '
auf den punkt genau'
wird sonst die hochd. u-
form verwendet: vgl. uf de tupf
im schweiz. idiot. 1, 45
; in Basel uff der dupfe Seiler 91;
im thür. of de dube Hertel 249;
im schwäb. auch tupf 2 uhr '
punkt 2
uhr' Fischer 2, 1535.
auch die zusammensetzung dupfegliich
ist in Basel nach Seiler
gebräuchlich, und in der composition mit eben
selbst erscheint in der Schweiz mitunter das erste glied bereits in der u-
form. neben tupf-
und tubs- (
aus tupfs-)eben
ist aber schweiz. topfeben
noch weit verbreitet Staub-Tobler 1, 45;
diese lautung allein gilt im schwäb. nach Fischer 2, 265
; ebenso noch im südrheinfr. nach Lenz
Handschuhheim 71
; auch im bair. taucht sie auf, z. b. in Dachau nach Schmeller 1
2, 614.
als schweiz. dialectausdruck ist topfeben
nach Stalder 1, 290
auch von Campe 4, 850
verzeichnet worden. schweiz. und schwäb. autoren verwenden die zusammensetzung gelegentlich in der schriftsprache: wie entzückt war ich ... in euern topfebnen wäldern, an des Neckars reitzenden ufern, auf und nieder zu schlentern Bräker 1, 112; im sommer gab es da und dort topfebene kegelbahnen Auerbach 11, 216.