Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Toilette f.
Toilette f.
Toilette f. ‘das Ankleiden und Frisieren’ (insbesondere für einen festlichen Anlaß), ‘Festgarderobe, festliches, langes Kleid’, auch ‘Putz-, Frisiertisch’ (vgl. Frisiertoilette) sowie ‘Klosett (mit Waschgelegenheit)’, Übernahme (um 1700) von mfrz. frz. toilette, dem Deminutivum von afrz. frz. toile ‘Leinwand, Gewebe, Zeug, Tuch’, das lat. tēla ‘Gewebe, Kette des Gewebes, Webstuhl’ fortsetzt, dieses (aus *texlā) zu lat. texere (textum) ‘weben, flechten, zusammenfügend verfertigen, bauen, errichten’. Entsprechend dem frz. Ausdruck bezeichnet Toilette im Dt. zunächst ein Leinentuch, in das die Nachtwäsche eingeschlagen wird oder auf dem die Gegenstände zur Haar- und Körperpflege ausgebreitet werden, daher übertragen ‘Körperpflege, das Ankleiden, Frisieren, Sichzurechtmachen, Verschönerung’ (vgl. Toilette machen ‘sich ankleiden, festlich herausputzen’, frz. faire sa toilette) und (wie frz. table de toilette, jünger toilette) ‘Möbelstück zur Aufbewahrung der Schmink-, Pflegeutensilien, Frisiertischchen, -kommode’ (beide Anfang 18. Jh.), dann auch ‘elegante Kleidung, große Garderobe’ (Ende 18. Jh.). Ferner wird im Anschluß an frz. cabinet de toilette ‘kleiner Raum für die Körperpflege, Waschraum’ Toilette im Dt. des 19. Jhs. in diesem Sinne gebräuchlich und tritt schließlich (vom Frz. abweichend) um 1900 verhüllend für ‘Abort, Klosett’ ein (gleichbed. frz. toilettes Plur. erst seit 1964 lexikographisch verzeichnet).