sultanisch,
adj., '
zum sultan gehörend',
meist übertragen die art eines sultans bezeichnend '
gewalttätig', '
grausam'
u. s. w.: ja, wenn meine sultanische weisheit nicht wäre, überall musz sie stücken, sonst fiele ganz Schiras in einen klumpen Kotzebue
s. w. (1827) 1, 143; das fräulein war der stolz der sultanischen familie Musäus
volksmärchen 1, 95
Hempel. — dann er ... alle die arabische fürsten und landherren ... dermasen ängstiget und dahin trange, dasz sie seinem sultanischen gewalte sich muszten undergeben
M. Beuther
bericht von kriegs u. anderen fürnemen händeln (1588) 131; der fanatischroyalistische schriftsteller ist mir eben so verhaszt, wie der fanatisch demokratische. gewöhnlich verteidigt der erste einen sultanischen despotismus Klinger
w. 11, 10; ebenso ist es echt sultanisch, dasz er (
Mithradates) späterhin, nur um seinen feinden die siegestrophäen zu entziehen, seine beiden griechischen gattinnen, seine schwestern und seinen ganzen harem töten liesz Mommsen
röm. gesch.6 2 (1874) 266; zuverlässig haben sich auch alle diejenigen, welche bei den göttlichen befehlen uns blos mit der göttlichen willkür abfertigen, gott ganz sultanisch gedacht Chr. Fr. Sintenis
briefe (1794) 1, 36. —
im sinne von hochmütig: mit Göthe habe ich ... mich nur stumm gegrüszt ... er wollte es so haben ... welch eine sultanische arroganz Bertuch
nachlasz, in: Göthejahrbuch 2 (1880) 375. —
im sinne von üppig-genieszerisch: in dem sultanischen gefühle eines mühelosen genusses lag ich in dem schaukelnden Phaeton Thümmel
reise in d. mittägl. prov. (1791) 7, 179; sein (
August des Starken) geschmack war ... gigantisch-verschnörkelt, galant-sultanisch Justi
Winckelmann (1866) 1, 255.
substantiviert: in dem kamen die soldanischen, die ir kuntschafft gerecht wessten, und fuorten den kaiser ... gefangen hinweg für den soldan
volksbüchl. v. kaiser Friedrich, zs. f. dt. altert. 5, 259. —