sturmfahne,
f. ,
älter auch sturmfahn,
m.; seit dem mhd. reichlich belegt. 11)
die dem kämpfenden heer vorangetragene fahne; insbesondere die sturmfahne des deutschen reiches: der von Nazzou grâf Ruopreht den sturmvann muoste wîsen
Lohengrin v. 5107; der sturmvan dort her wuot, darunder veste cham gezogt von Pulle ein chünich, von Rom ein vogt R. v. Liliencron
hist. volksl. 1, 19; künig Adolf was bi siner schar underm sturmfanen Äg. Tschudi
chron. Helvet. 1, 218; man erblicket darauf sturmfahnen, mit dem reichsadler gezieret Gottsched
beytr. z. crit. historie 3, 566; die burschenschaft hatte diesen alten reichsfarben das kriegerische roth zugesetzt, das roth der deutschen sturmfahne H. Laube
ges. schr. 16, 99;
dann die angriffsfahne eines heeres überhaupt: den ir sturmvanen treit herr Kâîn, mordes anevanc Seifrid Helbling 247
Seem.; wie nun beede kriegshören gegen ainander gestöllt waren, ist dieser Peter von Rosenberg in desz feundts hör hinaingesprungen unndt ainem fendrich den grossten sogenandt sturmfahn mit macht ausz den henten gerissen
N. Heermann
Rosenberg. chron. 50; die württembergische kleinere sturm- oder rennfahne (1699)
bei Fischer
schwäb. 5, 1933; auf einem ... wagen, einer art von carroccio, ward die haupt- und sturmfahne hinter ihm hergefahren Ranke
s. w. 2, 135; darauf ernennt der bürgermeister einen fähnrich und sagt zu ihm: 'du, unser bannermeister, hast um nichts zu sorgen als um die sturmfahne im gefecht' G. Freytag
ges. w. 18, 283;
bildlich: mit seinem sturmfanen hett er (
der frühling) herfür gerückt Hätzlerin
liederbuch 130; wenn also bei allen aufgepflanzten sturmfahnen des schicksals der mensch sich so festhält, so steht die lust des himmels uns näher und wärmer da als der gram des sterbens Jean Paul 52, 96
Hempel; der schulrath nahm beiden menschen die sturmfahne ab und hielt eine friedenspredigt
ebda 11, 229; in derselben ebene zwischen Rhein und Schwarzwald, wo vor 300 jahren Hans Müller von Bulgenbach ... die sturmfahnen der ersten deutschen sozialrevolution erhoben hatte W. H. Riehl
naturgesch. d. volkes 1, 238; mit dem volksliede hebt der dichter des volkes sturmfahne Fr. L. Jahn
werke 2, 990;
titel eines kommunistischen flugblattes 1931: extrablatt! extrablatt! rote sturmfahne. 22)
die feuer-, alarmfahne, die auf dem kirchturm in der brandrichtung ausgesteckt wird: sturmfahn ausstekken Schottel 443; die sturm- oder feuerfahne, so ausgesteckt wird, wann brunsten ausgehen (18.
jh.)
bei Fischer
schwäb. 5, 1933.
deminutiv: es kan auch wol geschehen, dasz das vorzeichen, welches die natur, wie ein sturmfähnlein, in der lufft aufgesteckt, weiter gesehen wird, weder der sturmwind reichet E. Francisci
lufftkreis (1680) 1076.